Diplomarbeit, 2008
80 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Zum Gewalt -und Aggressionsbegriff
3 Theorien zur Erklärung von Gewalt und Aggression
3.1 Psychologische Erklärungstheorien
3.1.1 Psychoanalytischer Ansatz
3.1.2 Frustration-Aggression-Theorie
3.1.3 Theorie der Neutralisationstechniken
3.2 Lerntheoretische Ansätze
3.2.1 Das operante Konditionieren
3.2.2 Lernen am Modell
3.2.3 Theorie der differenziellen Assoziation bzw. Kontakte
3.3 Soziologische Erklärungstheorien
3.3.1 Subkulturtheorien
3.3.2 Anomietheoretische Überlegungen
3.3.3 Kulturkonflikttheorie
3.3.4 Der Etikettierungsansatz (Labeling Approach
4 Ursachen und Erklärungsansätze
4.1 Erziehung und Familienstruktur
4.1.1 Erziehungsstile
4.1.2 Innerfamiliäre Gewalterfahrungen
4.1.3 Habitualisierung von Männlichkeitsnormen
5 Schule und Bildungssystem
5.1 Bildungssituation
5.1.1 Bildungsaspiration
5.1.2 Bildungssituation bzw. –beteiligung
5.1.3 Gründe
5.2 Gewaltfördernde Faktoren im Schulbereich
5.2.1 Schulleistungen
5.2.2 Schulabstinenz bzw. –schwänzen
5.3 Hauptschule
6 Lebenslage und andere Sozialisationsfaktoren
6.1 Sozioökonomische Bedingungen
6.2 Freizeit
6.2.1 Medienkonsum
6.2.1 Einflüsse der Peergroup
6.3 Religiöse Einflüsse
7 Zusammenfassung
8 Präventions- und Lösungsstrategien
8.1 Familienbezogene Prävention
8.2 Außerfamiliäre Institutionen
8.2.1 Kindertagesstätten
8.2.2 Schulen
8.2.3 Freizeit
9 Resümee und Ausblick
10 Verzeichnisse
Diese Arbeit untersucht die Ursachen für die häufiger wahrgenommene Gewaltaffinität von männlichen türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland. Das Ziel ist es, durch die Analyse allgemeiner theoretischer Ansätze und empirischer Befunde einen Beitrag zu einer sachlichen Debatte zu leisten und daraus konkrete Ansätze für die Präventionsarbeit abzuleiten.
3.1.3 Theorie der Neutralisationstechniken
Diese theoretische Richtung soll unter anderem erklären, warum Jugendliche oder andere deviant auftretende Personen ein mangelndes Unrechtsbewusstsein haben, und ihr deviantes Verhalten versuchen zu legitimieren. Die Vertreter und Begründer dieser Theorierichtung sind Sykes und Matza.
Ihre Intention bestand darin zu erklären, warum sich viele Jugendliche deviant bzw. kriminell verhalten, obwohl davon ausgegangen werden muss, dass sie ein Mindestmaß von Normen und Werten der Gesamtgesellschaft internalisiert haben. Diese Theorie richtet sich somit in gewissem Maße gegen die Subkulturtheorien der Unterschicht. Die beiden postulieren, dass der deviante Jugendliche spezielle Techniken und Rationalisierungen erlernt, die es ihm erlauben, die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Normen und seinem devianten Verhalten zu rechtfertigen.
Diese Rechtfertigungsgründe werden dementsprechend vom abweichend Handelnden als gültig angenommen, und sehen eine Einschränkung dieser Gründe durch die sozialen Kontrollinstanzen.
Zusammengefasst können fünf dieser Techniken benannt werden
Ablehnung der Verantwortung (z.B. falsche Freunde, schlimme Kindheit etc.)
Verneinung des Unrechts (z.B. wird die Tat mit dem Hinweis, dass doch alles nicht so schlimm sei, bagatellisiert)
Ablehnung des Opfers (z.B. wird dem Opfer die Schuld gegeben, der Täter sieht sich in der Rolle des Vergeltenden)
Verdammung der Verdammenden (den Kontrollinstanzen wird die Schuld gegeben, der Deviante sieht sich in der Rolle des Opfers persönlicher Abneigung von moralischen Institutionen z.B. der Polizei)
Berufung auf höhere Instanzen (z.B. bei religiös motivierten Taten)
(vgl. Sykes, Matza 1957)
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Gewalt bei jugendlichen Migranten ein und skizziert das Forschungsziel einer sachlichen, auf Sozialisationsfaktoren basierenden Analyse.
2 Zum Gewalt -und Aggressionsbegriff: Dieser Abschnitt definiert die zentralen Begriffe Gewalt und Aggression und differenziert zwischen personaler und struktureller Gewalt im rechtlichen Kontext.
3 Theorien zur Erklärung von Gewalt und Aggression: Es werden wichtige psychologische, lerntheoretische und soziologische Modelle vorgestellt, um deviantes und gewalttätiges Verhalten theoretisch einzuordnen.
4 Ursachen und Erklärungsansätze: Das Kapitel analysiert spezifische Risikofaktoren wie Erziehungsstile, innerfamiliäre Gewalterfahrungen und die Habitualisierung von Männlichkeitsnormen.
5 Schule und Bildungssystem: Hier wird der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg, Schulumfeld und Gewaltbereitschaft unter Berücksichtigung institutioneller Faktoren untersucht.
6 Lebenslage und andere Sozialisationsfaktoren: Dieser Abschnitt beleuchtet sozioökonomische Bedingungen, den Einfluss von Medienkonsum und die Rolle der Peergroup bei der Entstehung von Gewalt.
7 Zusammenfassung: Die zentralen Erkenntnisse zu den verschiedenen Risikofaktoren werden zusammenfassend gegenübergestellt und in einen Teufelskreis-Zusammenhang gebracht.
8 Präventions- und Lösungsstrategien: Es werden konkrete Ansätze für die Präventionsarbeit in Familien, Schulen und im Freizeitbereich formuliert.
9 Resümee und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert und die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung sozialisationsbedingter Faktoren unterstrichen.
10 Verzeichnisse: Dieser Abschnitt enthält das Abbildungsverzeichnis und das Literaturverzeichnis.
Gewalt, Aggression, türkischstämmige Jugendliche, Sozialisation, Familie, Erziehungsstile, Männlichkeitsnormen, Schule, Bildungssystem, Diskriminierung, Peergroup, Prävention, Medienkonsum, Devianz, Integration.
Die Arbeit untersucht die Ursachen für das gewalttätige Verhalten türkischstämmiger männlicher Jugendlicher in Deutschland unter Einbeziehung soziologischer und pädagogischer Faktoren.
Die zentralen Themen sind familiäre Erziehungsstrukturen, die Rolle des Bildungssystems, der Einfluss von Peergroups, Medienkonsum sowie soziokulturelle Aspekte wie die „Kultur der Ehre“.
Ziel ist es, die wahren Ursachen für Gewalt bei dieser speziellen Personengruppe zu identifizieren, um eine sachliche Debatte zu ermöglichen und präventive Strategien zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Theorien zur Devianz sowie der Auswertung empirischer Befunde und Daten verschiedener Jugendstudien.
Im Hauptteil werden verschiedene Theorien der Gewaltentstehung, Faktoren wie Familienstruktur, schulische Benachteiligung, Peergroup-Einflüsse und die Rolle von Männlichkeitsnormen detailliert analysiert.
Die zentralen Schlagworte sind Gewaltprävention, Sozialisationsfaktoren, türkische Familienstrukturen, schulische Integration und Männlichkeitsnormen.
Die Arbeit zeigt, dass autoritäre Erziehungsmuster und die Vorbildfunktion von Eltern, die selbst Gewalt als legitimes Mittel anwenden, die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kinder diese Muster internalisieren.
Die Schule stellt einen zentralen Ort der sekundären Sozialisation dar. Erleben Schüler dort aufgrund institutioneller Diskriminierung oder mangelnder Unterstützung Misserfolg, kann dies zu Frustration und in der Folge zu aggressivem Verhalten führen.
Der Ansatz beschreibt, dass Jugendliche, die durch Vorurteile stigmatisiert werden, die ihnen zugeschriebene Rolle als „Kriminelle“ oder „Gewalttäter“ unter Umständen in ihr eigenes Selbstbild integrieren.
Der Begriff dient in der Arbeit zur Erklärung, warum bestimmte Jugendliche Gewalt als legitimes Mittel ansehen, um ihren Status oder den der Familie gegen wahrgenommene Verletzungen zu verteidigen.
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