Forschungsarbeit, 2011
78 Seiten
1. Das skeptisch-kritische, `restsokratische Moment´ in der neuplatonischen Tradition im Zusammenhang des Ursprungs des deutschen Bildungsdenkens bei Eckhart
1.1 Einführende Bemerkung
1.2 Hinführungen: Einige einschlägige Aspekte der Forschungsgeschichte zu Eckharts Denken, Lehren und Predigen unter der Perspektive des `restsokratischen Moments´
1.2.1 Vorbemerkung
1.2.2 Mystik und Vernunft bei Eckhart: Eckharts mystische Vernunft
1.2.3 Einflüsse auf und von Eckharts Denken: Einige Bemerkungen zum Forschungsstand
1.2.3.1 Einflüsse auf Eckhart unter besonderer Berücksichtigung des Neuplatonismus
1.2.3.2 Eckharts Einflüsse auf die Folgezeit
1.2.3.3 Forschungen zur bildungstheoretischen Relevanz Eckharts
1.3 Das neuplatonische `restsokratische Moment´ bei Eckhart und die Chancen sokratisch-problematischer Bildung
1.4 Die Verurteilung Eckharts und die weiteren Chancen auf skeptische, sokratisch-problematische Bildung
Diese Studie untersucht Meister Eckhart als eine zentrale Figur für den Ursprung des deutschen Bildungsgedankens, wobei der Fokus auf dem skeptisch-kritischen sowie dem neuplatonisch geprägten "restsokratischen Moment" seines Denkens liegt. Ziel ist es, die Möglichkeiten einer skeptisch-sokratisch-problematischen Bildung im Kontext von Eckharts mystischer Lehre zu erörtern und dabei die kritische Distanz zum "kreatürlichen" Denken als Voraussetzung für eine neue Wirklichkeitserfahrung hervorzuheben.
1.2.2 Mystik und Vernunft bei Eckhart: Eckharts mystische Vernunft
In loser Anknüpfung an die alte, durch den Forschungsfortschritt inhaltlich transformierte Frage, ob Eckhart mehr thomistischer Scholastiker oder Mystiker gewesen sei, resultierten manche Impulse, Eckhart nicht `nur´ hauptsächlich als Mystiker zu sehen, selbst wenn bislang noch kein abschließender Konsens erzielt ist hinsichtlich der Hauptfrage, die sich hier stellt, nämlich, ob Eckhart vornehmlich als Philosoph, als Theologe oder als Mystiker anzusehen sei.
Gegenstand der Kontroverse ist die Frage, wie die rationale Tendenz Eckharts zu bewerten sei.
Lässt man einige Differenzierungen außer Acht, so sind hier v.a. zwei Grundpositionen voreinander zu unterscheiden. Die erste, insbesondere von K. Flasch und B. Mojsisch als zentralen Repräsentanten der `Bochumer Schule´ vertretenene Position arbeitet sehr scharf die Rationalisierungstendenz Eckharts heraus und betont, in Verbindung mit der Ablehnung, Eckhart als Mystiker einzuordnen, die antithomistische und platonisch-neuplatonisch fundierte Konvergenz von Philosophie und Theologie sowie von Wissen und Glauben im Denken Eckharts (so auch N. Winkler).
1. Das skeptisch-kritische, `restsokratische Moment´ in der neuplatonischen Tradition im Zusammenhang des Ursprungs des deutschen Bildungsdenkens bei Eckhart: Dieses Kapitel führt in die Grundproblematik ein, Eckharts Denken unter dem Aspekt des "restsokratischen Moments" und dessen Bedeutung für den deutschen Bildungsgedanken zu erschließen.
1.1 Einführende Bemerkung: Hier wird der Stand der Forschung zu Eckhart im Hinblick auf die Fragestellung nach skeptisch-sokratischer Bildung kurz umrissen.
1.2 Hinführungen: Einige einschlägige Aspekte der Forschungsgeschichte zu Eckharts Denken, Lehren und Predigen unter der Perspektive des `restsokratischen Moments´: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Überblick über die Eckhart-Rezeption und Kontroversen zur rationalen Tendenz seines Werkes.
1.2.1 Vorbemerkung: Einleitende Bemerkungen zur wechselvollen Geschichte des Eckhart-Bildes.
1.2.2 Mystik und Vernunft bei Eckhart: Eckharts mystische Vernunft: Erörtert das Spannungsverhältnis zwischen Eckhart als Philosoph, Theologe und Mystiker im Kontext der modernen Forschung.
1.2.3 Einflüsse auf und von Eckharts Denken: Einige Bemerkungen zum Forschungsstand: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Einflüssen auf Eckharts Werk sowie seiner Wirkung auf die Nachwelt.
1.2.3.1 Einflüsse auf Eckhart unter besonderer Berichtigung des Neuplatonismus: Analyse des spezifischen Einflusses neuplatonischen Gedankenguts auf Eckharts Seinsmetaphysik.
1.2.3.2 Eckharts Einflüsse auf die Folgezeit: Untersuchung der historischen Wirkungsgeschichte, insbesondere im Verhältnis zu Luther und der neuzeitlichen Subjektivität.
1.2.3.3 Forschungen zur bildungstheoretischen Relevanz Eckharts: Kritische Bestandsaufnahme der bisherigen bildungstheoretischen Forschung zu Eckhart.
1.3 Das neuplatonische `restsokratische Moment´ bei Eckhart und die Chancen sokratisch-problematischer Bildung: Vertiefung der neuplatonischen Wurzeln und ihrer Bedeutung für die sokratisch-problematische Bildung bei Eckhart.
1.4 Die Verurteilung Eckharts und die weiteren Chancen auf skeptische, sokratisch-problematische Bildung: Darstellung der historischen Verurteilung Eckharts und die daraus resultierenden Konsequenzen für die skeptische Bildungsdebatte.
Meister Eckhart, Neuplatonismus, Restsokratismus, mystische Vernunft, Bildungsdenken, Aufstiegsmystik, sokratisch-problematische Bildung, unio, Gottheit, Kreatürlichkeit, Abgeschiedenheit, Vernunft, Philosophie, Theologie, Mystik.
Die Arbeit untersucht Meister Eckhart als eine entscheidende Quelle des deutschen Bildungsdenkens, wobei insbesondere die skeptisch-kritische Komponente seines Denkens – das "restsokratische Moment" – analysiert wird.
Zentrale Felder sind die neuplatonische Tradition, die Verknüpfung von Mystik und Rationalität bei Eckhart sowie die bildungstheoretische Relevanz seines Denkens im Vergleich zu sokratischen Ansätzen.
Ziel ist es, Eckharts Denken für eine erneuerte, skeptisch-kritische Bildungstheorie zu erschließen und die Bedeutung seiner "mystischen Vernunft" kritisch zu würdigen.
Der Autor wählt eine historisch-analytische Methode, die sich auf die Auswertung der Eckhart-Forschung, eine kritische Sichtung philosophischer Primärtexte und den Dialog mit bildungstheoretischen Ansätzen stützt.
Im Zentrum steht die Interpretation des "restsokratischen Moments" und die Untersuchung, wie Eckhart durch "kreatürliches" Denken und dessen Überwindung eine mystische Einungserfahrung ermöglicht.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören "restsokratisches Moment", "rationale Aufstiegsmystik", "Gottesgeburt", "Abgeschiedenheit" und "kreatürliches Denken".
Eckhart ist im Gegensatz zu Platon eher appellativ-protreptisch orientiert, während Sokrates den skeptisch-kritischen Dialog bevorzugt, in dem kein endgültiger Abschluss absehbar ist.
Die Verurteilung führte historisch zur Verdrängung des "restsokratischen Moments" und erschwerte die Anerkennung der skeptisch-kritischen Potenziale in Eckharts mystischer Theologie über Jahrhunderte hinweg.
Der Autor sieht in Eckharts "rationaler Aufstiegsmystik" eine Form der skeptisch-kritischen Selbstreflexivität, die zwar die Grenzen menschlichen Wissens aufzeigt, aber auch die Gefahr der "Absturz"-Verhaftung im Positionalismus in sich trägt.
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