Magisterarbeit, 2006
83 Seiten, Note: sehr gut
I. EINLEITUNG
1. Fußballsport als Kultur und seine Entwicklung
2. Die Bedeutung der Fans im Fußballdiskurs
3. Tendenzen der deutschen Fußballfanszene: Das Neue Kritische Fantum
3.1 Die Ultras und die Selbstdarstellung einer Jugendsubkultur
II. DISKURSANALYSE
4. Die Methode
5. Das Material: Die Webzines
6. Der Kontext
6.1 Lagebesprechung: die Situation der Ultras
6.2. Die Institution: Sport
6.3. Das Medium: Internet
6.4 Die Betrachtung der gesellschaftlichen Gesamtsituation in Deutschland
7. Die Makrostruktur der Webzines
8. Die Aussagen
8.1 Der Subkultur-Aspekt
8. 2 Der Performanz-Aspekt
III. DER DISKURS – DIE SCHLUSSFOLGERUNG
IV. FAZIT
Die Arbeit untersucht mittels einer diskursanalytischen Untersuchung die Webzines verschiedener Ultra-Gruppierungen, um deren Selbstverständnis, ihr Verhältnis zum kommerzialisierten Fußballsport und ihre Funktion als Jugendsubkultur im gesellschaftlichen Kontext zu ermitteln.
6.1 Lagebesprechung: die Situation der Ultras
Unter den verschiedenen Ultra-Gruppierungen gibt es zwar eine Basis, die das neue kritische Fantum ausmacht, aber es gibt auch viele Unterschiede, die von den Ultras immer wieder betont werden. Manche Gruppierungen, die viele Merkmale dieser Fankultur besitzen, distanzieren sich von dem Label „Ultra“, weil sie nicht wieder in eine bestimmte Schublade gesteckt werden wollen. Es gibt allerdings auch keine genaue Definition des Ultra-Tums. Der Ultra-Gedanke schließt wohl Widerstand, Mitbestimmung und aktive Teilhabe am Fußballdiskurs und spektakulären Support ein, aber dennoch gibt es verschiedene Auffassungen. Viele wollen nicht nur auf das Schwenken von Fahnen reduziert werden. Sie denken, dass viele Leute ausschließlich die Kurven-Shows mit dem Ultrasein in Zusammenhang bringen. Aber es zählt auch die „geistige Seite“. Die einzelnen Gruppierungen wollen sich, trotz Übereinstimmungen, auch untereinander abgrenzen. Sie pflegen und betonen ihren eigenen Stil: „Wer sich mal etwas näher mit der Ultraszene der [sic] Vorbilder aus dem Ausland, allen voran Italien, beschäftigt, wird schnell auf jede Menge verschiedener Charakteristiken, Eigenarten und Merkmale der verschiedenen Ultragruppen treffen, sowie einen ganz persönlichen, eigenen Stil bei so gut wie jeder Gruppe finden“.
I. EINLEITUNG: Einführung in das Thema, Vorstellung der Fankultur der Ultras als Reaktion auf die Kommerzialisierung des Fußballsports und Erläuterung des Untersuchungsgegenstandes.
1. Fußballsport als Kultur und seine Entwicklung: Analyse der sozioökonomischen und kulturellen Bedeutung des Fußballs vom populären Zuschauersport zum modernen Event- und Wirtschaftsprodukt.
2. Die Bedeutung der Fans im Fußballdiskurs: Erörterung der Rolle der Fans als Basis des Sports sowie deren ambivalentem Status zwischen Medienwirksamkeit und Repression.
3. Tendenzen der deutschen Fußballfanszene: Das Neue Kritische Fantum: Definition und Merkmale des Neuen Kritischen Fantums als kritische Gegenbewegung innerhalb der Fanszene.
3.1 Die Ultras und die Selbstdarstellung einer Jugendsubkultur: Vorstellung der Ultras als spezielle Form der kritischen Fankultur mit Fokus auf Selbstdarstellung und aktiver Teilhabe.
II. DISKURSANALYSE: Methodische Herleitung und Begründung der historischen Diskursanalyse als Forschungsansatz.
4. Die Methode: Darstellung des methodischen Verfahrens der Diskursanalyse nach Achim Landwehr und deren Relevanz für die Untersuchung.
5. Das Material: Die Webzines: Beschreibung der Webzines als primäres Forschungsmaterial und deren Funktion als digitale Ausdrucksform der Ultras.
6. Der Kontext: Einordnung der Ultra-Gruppierungen in ihr situatives, historisches, institutionelles und mediales Umfeld.
6.1 Lagebesprechung: die Situation der Ultras: Detaillierte Betrachtung der Binnenstruktur, Heterogenität und Identitätsfindung innerhalb der Ultra-Gruppen.
6.2. Die Institution: Sport: Theoretische Verortung des Sports als soziale Institution und Austragungsort von gesellschaftlichen Konflikten.
6.3. Das Medium: Internet: Untersuchung der Rolle des Internets als effektives Mittel zur Selbstmediatisierung und Vernetzung.
6.4 Die Betrachtung der gesellschaftlichen Gesamtsituation in Deutschland: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen (Globalisierung, Identitätskrisen), die die Entstehung der Ultra-Subkultur begünstigen.
7. Die Makrostruktur der Webzines: Analyse der technischen und inhaltlichen Gestaltung der untersuchten Ultra-Websites.
8. Die Aussagen: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Kernpunkte des Ultra-Diskurses.
8.1 Der Subkultur-Aspekt: Untersuchung der Ultras als subkulturelle Vereinigungen, die Stil als Mittel des Widerstands einsetzen.
8. 2 Der Performanz-Aspekt: Analyse der Selbstinszenierung und Performance in Stadion und Webzines als zentrales Ausdruckselement.
III. DER DISKURS – DIE SCHLUSSFOLGERUNG: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Darstellung der Ultras als Gegenwelt zur kommerzialisierten Gesellschaft.
IV. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ultras als widerständige, performative Jugendsubkultur und Ausblick auf zukünftige Forschungsperspektiven.
Fußball, Ultras, Fankultur, Diskursanalyse, Webzines, Subkultur, Identität, Kommerzialisierung, Widerstand, Performance, Stadion, Gemeinschaft, Online-Aktivitäten, Gruppendynamik, Selbstinszenierung.
Die Arbeit untersucht die Fankultur der sogenannten Ultras in Deutschland und deren Diskurs, der maßgeblich über ihre eigenen Internetseiten (Webzines) verbreitet wird.
Im Zentrum stehen die Abgrenzung der Ultras vom kommerzialisierten Profifußball, die Bedeutung der Gruppenidentität, die Funktion der Selbstdarstellung (Performance) sowie die Rolle des Internets als Sprachrohr der Fans.
Ziel ist es, die Weltanschauung der Ultra-Gruppen zu entschlüsseln und zu verstehen, wie sie auf gesamtgesellschaftliche Prozesse und die Veränderungen im Fußballsport reagieren.
Die Arbeit nutzt die Methode der historischen Diskursanalyse, um auf empirischer Grundlage die Wirklichkeitsauffassungen und das Selbstverständnis der Ultras innerhalb der Fußballfankultur abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Kontextualisierung der Ultra-Bewegung (historisch, institutionell, medial) sowie eine detaillierte Analyse der von ihnen produzierten Texte, Aussagen und rituellen Handlungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ultras, Subkultur, Performance, Identität, Kommerzialisierung, Widerstand und diskursanalytische Untersuchung.
Viele Ultra-Gruppen betonen nach außen hin eine politische Autonomie, distanzieren sich explizit von Rechtsextremismus und Rassismus und fordern Mitbestimmung, engagieren sich jedoch stark in gesellschaftlichen Fragen, die ihren Lebensraum betreffen.
Das Internet bietet den Ultras eine kostengünstige, unzensierte Plattform zur Selbstmediatisierung, Vernetzung und zur Schaffung einer Gegenöffentlichkeit abseits der etablierten Medien.
Der Stil, manifestiert durch Kleidung (Groupwear), Symbole, Logos und Choreografien, dient als Ausdrucksmittel der Identität, als Mittel zur Abgrenzung von anderen Fangruppen und als Zeichen des Widerstands gegen die Eventkultur des modernen Fußballs.
Die Autorin sieht in den Ultras eine regressive, aber eigenständige Subkultur, die zwar in einem Paradoxon zwischen Widerstand und Anpassung (durch eigene Eventorientierung) steht, aber dennoch eine wichtige Funktion zur Sinnstiftung für ihre Mitglieder in einer modernen, individualisierten Gesellschaft erfüllt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

