Diplomarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1 Bezugsrahmen der Sozialen Arbeit – Arbeitsfeld Psychiatrie
1.1 Annäherung an das Arbeitsfeld
1.2 Anforderungen des Arbeitsfeldes an den psychiatrisch tätigen Sozialpädagogen
1.3 Verstehen eines Falles
1.4 Biographie und Verstehen eines Falles
1.5 Arbeitsbeziehung
1.6 Arbeitsbündnis
1.7 Beziehung und Psychoanalytische Sozialarbeit
2 Struktur und Abwehr
2.1 Begriffserläuterung Psychoanalyse
2.2 Instanzen Ich, Es und Über-Ich
2.3 Abwehr
2.3.1 Selbstrepräsentanz und Objektrepräsentanz
2.3.2 Abwehrmechanismen
2.4 Struktur nach OPD
2.4.1 Strukturbegriff nach OPD
2.4.2 Stufen des Integrationsniveaus der Struktur
3 Übertragung und Gegenübertragung
3.1 Geschichtliche Betrachtungen
3.2 Übertragung
3.2.1 Beispiel einer Übertragung
3.3 Gegenübertragung
3.3.1 Beispiel einer Gegenübertragung
3.4 Strukturniveaus im Zusammenhang mit Übertragung und Gegenübertragung
4 Psychoanalytische Theorie in ihrer Bedeutung für die Gestaltung von Beziehungen
4.1 Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Sozialer Arbeit
4.2 Abwehr und Beziehungsgestaltung
4.3 Struktur nach OPD und Beziehungsgestaltung
4.4 Übertragung, Gegenübertragung und Beziehungsgestaltung
4.5 Supervision
5 Zusammenfasssende, persönliche Betrachtungen
6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern psychoanalytische Theorieelemente dazu beitragen können, professionelle Beziehungen im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie zu gestalten, zu verstehen und Konflikte in diesen Begegnungen reflektierter zu bewältigen.
2.3.2 Abwehrmechanismen
Der Vorgang der Abwehr (vgl. Kapitel 2.3) ist in Mechanismen eingeteilt, die Abwehrmechanismen genannt werden. Wenn Konflikte durch Abwehrmechanismen abgewehrt werden, bedeutet dies nicht, dass die Konflikte gelöst sind. Sie werden erträglicher weil sie weniger bewusst gespürt werden (vgl. Mentzos 2009, S.45)
Die verschiedenen Abwehrmechanismen können beobachtet werden, was bereits der Ausdruck Mechanismus deutlich macht (vgl. Ehlers, S. 12).
Stemmer-Lück verweist auf die Bedeutung der Abwehrmechanismen für die Soziale Arbeit: „Da die Kenntnis dieser Funktionsgruppen auch in der Sozialen Arbeit sehr bedeutsam ist, werde ich...die wichtigsten Schutzmechanismen vorstellen“ (Stemmer-Lück 2004, S. 79-80). Stemmer-Lück benutzt den Begriff Schutzmechanismen für den Begriff Abwehrmechanismen, sodass es an dieser Stelle keiner Begriffsklärung von Schutzmechanismen bedarf. Ich verwende den gängigeren Begriff Abwehrmechanismen, welche ich, auch aufgrund dessen, dass die Abwehrmechanismen beobachtbar sind, als bedeutend für die Soziale Arbeit mit psychisch kranken Menschen betrachte.
Jedoch nicht nur die Möglichkeit der Beobachtung von Abwehrmechanismen macht sie für mich bedeutend in der Sozialen Arbeit mit psychisch kranken Menschen, hinzu kommt der Aspekt, dass Abwehrmechanismen in der Fachliteratur häufig im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten beschrieben werden. So hat bereits Freud 1896 verschiedene Abwehrmechanismen im Zusammenhang mit Hysterien, Zwangsneurosen oder Paranoia beschrieben.
Abwehrmechanismen stehen also im Zusammenhang mit der Krankheitslehre, aber auch mit Stressbewältigung: „ Unter dem Aspekt der Stressbewältigung und der Krankheitslehre dienen Abwehrmechanismen sowohl der Anpassung an die Umwelt als auch der Bewältigung von traumatischen Umweltbedingungen, bei deren Wegfall sie jedoch als psychopathologische Phänomene imponieren oder als Persönlichkeitsstörung überdauern.“ (Ehlers, S. 12).
Über den Zusammenhang mit Stressbewältigung und Krankheitslehre hinaus, sind die Abwehrmechanismen auch mit dem Stand der Entwicklung des Ichs verbunden. So können bestimmte Abwehrmechanismen nur auftreten, wenn das Ich entsprechend organisiert ist (vgl. Ehlers, S. 12). Im Kapitel 2.4.2 werde ich verschiedene Strukturniveaus beschreiben und charakterisieren, denen auch unterschiedliche Abwehrmechanismen zugeordnet werden.
1 Bezugsrahmen der Sozialen Arbeit – Arbeitsfeld Psychiatrie: Dieses Kapitel führt in das Arbeitsfeld ein, beleuchtet Methoden der Fallarbeit und betont die Notwendigkeit von Vertrauen und Biographiearbeit für die Beziehungsgestaltung.
2 Struktur und Abwehr: Hier werden das psychoanalytische Instanzenmodell, der Abwehrbegriff sowie die psychische Struktur nach der OPD-Diagnostik theoretisch fundiert erläutert.
3 Übertragung und Gegenübertragung: Das Kapitel definiert diese zentralen Phänomene, zeigt ihre historische Herleitung und verdeutlicht ihre Relevanz durch Fallbeispiele aus analytischen und sozialpädagogischen Kontexten.
4 Psychoanalytische Theorie in ihrer Bedeutung für die Gestaltung von Beziehungen: Dieses Hauptkapitel synthetisiert die vorgestellten Theorien und diskutiert deren praktischen Nutzen für die professionelle Arbeit des Sozialpädagogen sowie die Rolle der Supervision.
5 Zusammenfasssende, persönliche Betrachtungen: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse und unterstreicht, dass psychoanalytische Kenntnisse eine wertvolle Ergänzung des sozialpädagogischen Handlungsrepertoires darstellen.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Integration psychoanalytischer Ansätze in die sozialpädagogische Ausbildung, um Kompetenzen in der Beziehungsgestaltung nachhaltig zu fördern.
Soziale Arbeit, Psychiatrie, Psychoanalyse, Beziehungsgestaltung, Arbeitsbündnis, Abwehrmechanismen, Struktur nach OPD, Übertragung, Gegenübertragung, Fallarbeit, Biographie, Projektive Identifikation, Supervision, Selbstreflexion, Professionelles Handeln.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung psychoanalytischer Theorieelemente für die Gestaltung tragfähiger Arbeitsbeziehungen zwischen Sozialpädagogen und psychisch kranken Menschen im klinischen und psychosozialen Kontext.
Zentrale Themen sind die psychische Struktur des Menschen, Abwehrmechanismen, die Dynamik von Übertragung und Gegenübertragung sowie die professionelle Selbstreflexion in der Beziehungsarbeit.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie psychoanalytische Konzepte dem Sozialpädagogen helfen können, schwierige Verhaltensweisen von Klienten besser zu verstehen und professionell zu bearbeiten.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die psychoanalytische Fachliteratur und OPD-Standards (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik) auf die sozialpädagogische Praxis überträgt.
Der Hauptteil stellt das psychoanalytische Instanzenmodell, verschiedene Abwehrformen, die strukturelle Integration nach OPD und die Phänomene Übertragung sowie Gegenübertragung detailliert dar und bezieht diese auf den Berufsalltag.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Psychoanalytische Sozialarbeit, Beziehungsgestaltung, Abwehrmechanismen, Übertragung und Supervision beschreiben.
Das Verständnis hilft, das impulsive oder irritierende Verhalten von Klienten nicht als persönliche Angriffe zu werten, sondern als Schutzmechanismen des Ichs zu erkennen, was die Interaktion professioneller macht.
Die Supervision wird als essenzielles Instrument hervorgehoben, um Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene im Team zu thematisieren und Spaltungen in der Betreuung zu verhindern.
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