Diplomarbeit, 2008
139 Seiten, Note: Sehr gut
1. Vorwort
2. Feminismus
2.1. Feminismus und Wissenschaft
2.2. Feminismus und Kunstgeschichte
3. Das „Weibliche“ in der Kunst
3.1. „Weibliche“ Ästhetik
3.2. „Weiblichkeit“ in der Kunstrezeption
4. Das Leben der Künstlerin im „patriarchalen System“
4.1. „Künstlerinnen wurden aus dem Kanon ausgeschlossen“
4.2. „Frauen durften nicht an die Akademie“
4.3. „Die Kaufkraft ist männlich“
4.4. Mäzeninnen
5. Feministische Äußerungen über ausgewählte Künstlerinnen
5.1. Sofonisba Anguissola
5.2. Artemisia Gentileschi
5.3. Berthe Morisot
5.4. Rosa Bonheur
6. Feministische Interpretationen über die Frau im Bild
6.1. Frauen-Bilder in Ehe und Sexualität
6.2. Der weibliche Akt
7. Schlusswort
Diese Arbeit untersucht kritisch die Einflüsse feministischer Theorien in der kunsthistorischen Forschung, mit dem Ziel, die methodische Validität und Vollständigkeit dieser Positionen zu hinterfragen und im Kontext der tatsächlichen Lebensbedingungen von Künstlerinnen zu verorten.
4.1. „Künstlerinnen wurden aus dem kunsthistorischen Kanon ausgeschlossen“
Salomon schrieb über die Entstehung der Kunstgeschichtsschreibung anno 1550 durch Giorgio Vasaris Vite und dessen Auswirkungen auf die Künstlerinnen. Für sie ist Vasaris Kunstgeschichtsschreibung und die erste europäische Akademiegründung die Wurzel der Unterdrückung der Frau als Künstlerin:
Betrachtet man die Kanonbildungen der akademischen Disziplinen, so gehört der kunsthistorische Kanon zu den mächtigsten, den männlichsten und letztendlich auch zu den anfechtbarsten. Schon die einfache Analyse der Auswahl von Werken, die zur „besten“ westeuropäischen Kunst gehören, zeigt sofort, wie ideologisch motiviert die Konstituierung dieser Auswahl ist. Das Auslassen ganzer Kategorien von Kunst und Künstlern hat zu einer nicht repräsentativen und verzerrenden Vorstellung davon geführt, wer zu den >>universellen<< Ideen beigetragen habe, die sich in Kreativität und ästhetischer Leistung ausdrücken. […] Dem Kunsthistoriker wird die Autorität zugesprochen, zu entscheiden was Qualität hat und wertvoll ist.
1. Vorwort: Die Autorin legt ihre Motivation dar, feministische Einflüsse in der kunsthistorischen Literatur kritisch auf ihre Vollständigkeit und methodische Basis zu prüfen.
2. Feminismus: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Feminismus, insbesondere der Positionen des „Gleichheitsfeminismus“ und der „Patriarchats“-Theorien, sowie deren Übertragung auf die Geschlechtsidentität.
3. Das „Weibliche“ in der Kunst: Dieses Kapitel behandelt die Definitionsschwierigkeiten einer „weiblichen“ Ästhetik und untersucht Unterschiede in der Kunstrezeption zwischen Männern und Frauen.
4. Das Leben der Künstlerin im „patriarchalen System“: Hier werden die Ursachen für die vermeintlich niedrige Anzahl bedeutender Künstlerinnen analysiert, darunter Bildungszugang, Kanonbildung, männliche Kaufkraft und Mäzenatentum.
5. Feministische Äußerungen über ausgewählte Künstlerinnen: Anhand von Fallbeispielen wie Sofonisba Anguissola und Artemisia Gentileschi wird hinterfragt, inwiefern feministische Deutungen den historischen Fakten standhalten.
6. Feministische Interpretationen über die Frau im Bild: Das Kapitel kritisiert feministische Ansätze zur Interpretation von Frauenbildern, insbesondere in Bezug auf Sexualität, Ehe und den Akt als Sujet.
7. Schlusswort: Die Autorin resümiert die Widersprüchlichkeit feministischer Debatten und fordert eine differenziertere, nicht ideologisch verengte Betrachtung der Kunstgeschichte.
Feminismus, Kunstgeschichte, Weiblichkeit, Patriarchat, Kunsttheorie, Künstlerinnen, Kanonbildung, Geschlechterkonstruktion, Kunstrezeption, Mäzenatentum, Aktmalerei, Gender Studies, Motivationsforschung, Identität, Kunstmarkt.
Die Arbeit hinterfragt die methodische Herangehensweise der feministischen Kunstgeschichte und prüft, ob die dort postulierten Thesen zur Unterdrückung der Frau durch ein patriarchales System historisch belegbar sind.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Feminismus, die Frage nach einer „weiblichen Ästhetik“, die Karrierebedingungen von Künstlerinnen sowie die feministische Interpretation von Kunstwerken und deren Wirkung.
Das Ziel ist eine kritische Überprüfung feministischer Positionen, um eine objektivere Perspektive auf die Rolle und den Erfolg von Künstlerinnen in der Geschichte zu gewinnen.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den Vergleich zwischen feministischen Theorieansätzen und historischen Fakten, inklusive konkreter Künstlerbiografien und Bildanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung theoretischer Begrifflichkeiten, die historische Analyse von Künstlerinnenkarrieren sowie die feministische Deutung von Frauenbildern in der Kunstgeschichte.
Zentrale Begriffe sind Feminismus, Kunstgeschichte, Patriarchat, Gender, Kanonbildung, weibliche Identität und Kunstrezeption.
Die Autorin betrachtet viele dieser Theorien als stark ideologisch geprägt und kritisiert, dass sie soziale Umstände vereinfachen und biologische Faktoren oft vernachlässigen.
Sie schlussfolgert, dass der Erfolg von Künstlerinnen eher von Talent, familiären Förderstrukturen und Beziehungen abhing als von einer systematischen Unterdrückung durch ein rein männliches System.
Die Autorin stellt feministischen Interpretationen, die darin den Ausdruck weiblicher Rache oder Unterdrückung sehen, eine Lesart entgegen, die die individuelle professionelle Entscheidung der Künstlerin in den Vordergrund stellt.
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