Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
a. Herleitung des Themas
b. Forschungs-/Literaturbericht
c. Definitionen
2. Ingenieure vor dem Nordischen Krieg
a. Numerische Entwicklung
b. Ausbildung und Festungsbau
c. Organisation
d. Einsatz
3. Ingenieureinsatz im Nordischen Krieg
a. Riga 1700
b. Thorn 1703
c. Stralsund 1715
4. Aufstellung eines Korps und Heeresreform 1730-33
a. Numerische Entwicklung
b. Ausbildung und Festungsbau
c. Organisation
d. Einsatz
5. Vergleich mit anderen Staaten
a. Frankreich
i. Entwicklung
ii. Ausbildung/Professionalisierung
iii. Organisation
b. Brandenburg-Preußen
i. Entwicklung
ii. Ausbildung/Professionalisierung
iii. Organisation
6. Zusammenführung der Ergebnisse/Fazit
Die Arbeit untersucht die These, dass die Institutionalisierung des kursächsischen Ingenieurkorps eine direkte Folge der militärischen Erfordernisse und Erfahrungen während des Großen Nordischen Krieges war.
c. Stralsund 1715
Die Belagerung von Stralsund hatte ihre hohe Bedeutung nicht nur, weil „zwei Könige an der Spitze ihrer Heere mit den Truppen eines dritten Königs verstärkt, […] gegen den Vierten […] [kämpften]“, sondern weil ebenjener vierte König, Karl XII., damit seine finale Niederlage auf dem Reichsgebiet hinnehmen musste.
Am 17. Juli 1715 trafen die sächsischen Truppen mit den Preußen und Dänen vor Stralsund zusammen. Geführt wurden die Heere von Leopold v. Anhalt-Dessau (Preußen), v. Wackerbarth (Sachsen) und dem Herzog v. Württemberg (Dänemark). Im Zuge dieser Vereinigung gelang es sächsischen und preußischen Truppen unter v. Arnim am 21.August 1715, die Peenamünder Schanze auf Usedom zu nehmen. Nachdem die Stadt von der Landseite weitgehend abgeschnitten war, wurden am 19. Oktober 1715 die Laufgräben eröffnet.
Durch Überläufer wurde bekannt, dass die Seeseite der Festung bei Ebbe begehbar war, weshalb der Angriffsplan darauf ausgerichtet wurde. Von Seckendorf sollte mit einem frontalen Angriff den Gegner ablenken, während ein größeres Korps unter Obrist Köppen von der Seeseite in die Verschanzungen eindringen sollte. Die Überraschung gelang. Am Verschanzungstor konnten drei Regimenter überrumpelt und gefangen genommen werden. Damit war die Festungsbesatzung auf das eigentliche Bauwerk zurückgedrängt worden. Ein Gegenangriff der schwedischen Besatzung scheiterte, obwohl die Verbündeten bereits den Sieg feierten „wobei es nicht ganz ohne Unordnung zugieng, indem viele Soldaten sich von dem mächtigen Reitze des in den Linien und der Vorstadt in Menge gefundenen Bieres und Branntweins hinreißen ließen, und auf Vernunft und Manneszucht Verzicht thaten“.
1. Einleitung: Herleitung des Themas und Überblick über den Forschungsstand sowie die Definition der zentralen Begriffe.
2. Ingenieure vor dem Nordischen Krieg: Analyse der numerischen Entwicklung, Ausbildung und Organisation der frühen Kriegsbaumeister.
3. Ingenieureinsatz im Nordischen Krieg: Untersuchung der spezifischen Belagerungsszenarien in Riga, Thorn und Stralsund als Fallbeispiele für die Arbeit der Ingenieure.
4. Aufstellung eines Korps und Heeresreform 1730-33: Darstellung der Institutionalisierung zum selbstständigen Korps und der strukturellen Veränderungen im Rahmen der Heeresreformen.
5. Vergleich mit anderen Staaten: Einordnung der sächsischen Entwicklung im Vergleich zu den militärischen Standards von Frankreich und Brandenburg-Preußen.
6. Zusammenführung der Ergebnisse/Fazit: Synthese der Erkenntnisse und Validierung der Ausgangsthese zur Entstehung des Ingenieurkorps als Folge des Nordischen Krieges.
Großer Nordischer Krieg, Kursächsisches Ingenieurkorps, Festungsbau, Belagerung, Militärgeschichte, Institutionalisierung, Professionalisierung, August der Starke, Kriegsbaumeister, Heeresreform, Stralsund, Riga, Thorn, Wackerbarth, Militärische Organisation.
Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und Institutionalisierung des kursächsischen Ingenieurkorps im Kontext des Großen Nordischen Krieges Anfang des 18. Jahrhunderts.
Zu den zentralen Themen gehören die Entwicklung der Ingenieurskunst, die Organisation technischer Truppen, die Rolle des Festungsbaus sowie die militärischen Ausbildungsgänge jener Zeit.
Die Arbeit untersucht, ob die Gründung des eigenständigen sächsischen Ingenieurkorps eine unmittelbare Konsequenz aus den gemachten militärischen Erfahrungen während des Nordischen Krieges war.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellenberichten und vergleichenden Studien zu anderen europäischen Armeen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ingenieure vor dem Krieg, deren praktischen Einsatz in bedeutenden Belagerungen sowie den Vergleich mit den Entwicklungen in Frankreich und Preußen.
Wichtige Begriffe sind Institution, Ingenieurkorps, Nordischer Krieg, Festungsbau, Professionalisierung und Militärorganisation.
Die Belagerung vor Riga offenbarte gravierende Mängel in der Planung und Koordination, die den Schluss zuließen, dass die Ingenieure nur als beratendes, aber nicht entscheidungsbefugtes Element tätig waren.
Wackerbarth agierte als General und Ingenieur und integrierte das nun als Korps formierte Ingenieurwesen direkt in die operative Planung, was den Erfolg der Operation maßgeblich beeinflusste.
Während andere Staaten wie Brandenburg-Preußen massiv in die Modernisierung ihrer technischen Truppen investierten, blieb Sachsen auf dem erreichten Status quo stehen und vernachlässigte notwendige Reformen.
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