Masterarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 2,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Begründung und Eingrenzung des Themas
2 Die soziale Lage in England
3 Elizabeth Gaskell: North and South
3.1 Grundideen und Rezeption
3.2 Margaret Hale - Die alte Gesellschaft des Südens
3.3 John Thornton - Die neue Gesellschaft des Nordens
3.4 Nicolas Higgins - Die Position der Arbeiterschaft
3.5 Der Streik - Unvereinbarkeit der Standpunkte
4 Die soziale Lage in Frankreich
5 Emile Zola: Germinal
5.1 Grundideen und Rezeption
5.2 Die Propädeutik des ersten Kapitels
5.3 Die Situation der Arbeiter
5.4 Der Streik und seine Folgen
5.5 Die Propädeutik des letzten Kapitels
6 Schlussbetrachtungen
Diese Arbeit untersucht, wie Elizabeth Gaskell in ihrem Roman "North and South" und Emile Zola in "Germinal" die sozialen Auswirkungen der industriellen Revolution, insbesondere das Phänomen der Arbeiterbewegung und des Streiks, literarisch verarbeiten und spiegeln. Dabei liegt der Fokus auf der sozialen Stellung der Arbeiter im Produktionsprozess sowie den unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in England und Frankreich.
3.3 John Thornton - Die neue Gesellschaft des Nordens
Der Fabrikbesitzer John Thornton wird zunächst aus der Perspektive Margarets eingeführt. Seine Statur, „tall, broad-shouldered“ (N&S 73), erinnert an Kingsleys Figuren Lancelot und Tregarva, er ist willensstark und unbeugsam, und, wie Margaret spöttisch bemerkt, ein typischer „tradesman“ (N&S 73). Mit dieser oberflächlichen Beschreibung hat die junge Frau teilweise Recht. Der harte Wettbewerb der Industriegesellschaft, in der Geld Macht bedeutet, hat seinen Charakter geprägt. Mit seiner Energie und Entschlossenheit verkörpert er als Mitglied der aufsteigenden Bourgeoisie das neue England, dessen Daseinsberechtigung in der Arbeit und dessen Glauben im Fortschritt liegt.
Er scheint John Bright zu zitieren, als er sagt: „We hate to have laws made for us at a distance. We wish people would allow us right ourselves, instead of continually meddling, with their imperfect legislation. We stand up for self-government, and oppose centralisation.“ (N&S 398) Das weist ihn als einen Vertreter des Industrialismus aus, als einen der „new men [who] were conscious of their material prosperity and assured of the moral value of their gospel of competition“.
1 Begründung und Eingrenzung des Themas: Das Kapitel erläutert den historischen Kontext der industriellen Revolution und deren Einfluss auf die Entstehung von Arbeiterbewegungen sowie die literarische Didaktik des 19. Jahrhunderts.
2 Die soziale Lage in England: Dieses Kapitel beschreibt die durch die Industrialisierung geprägten Lebens- und Arbeitsbedingungen in England und die daraus resultierenden sozialen Spannungen.
3 Elizabeth Gaskell: North and South: Hier werden die Grundthemen, die Rezeption und die Figurenkonstellation des Romans in Bezug auf die soziale Frage in England analysiert.
3.1 Grundideen und Rezeption: Untersuchung der biografischen Einflüsse Gaskells und der zeitgenössischen Kritik an ihrem Roman.
3.2 Margaret Hale - Die alte Gesellschaft des Südens: Analyse der Protagonistin und ihres Wandels im Kontext der gesellschaftlichen Hierarchien.
3.3 John Thornton - Die neue Gesellschaft des Nordens: Charakterisierung des Fabrikbesitzers als Symbol für das aufstrebende, industriell geprägte Bürgertum.
3.4 Nicolas Higgins - Die Position der Arbeiterschaft: Darstellung der Rolle des Arbeiters und seiner Perspektive im Konflikt mit den Fabrikanten.
3.5 Der Streik - Unvereinbarkeit der Standpunkte: Untersuchung der Eskalation des Konflikts zwischen Arbeitern und Fabrikbesitzern vor dem Hintergrund unterschiedlicher Weltanschauungen.
4 Die soziale Lage in Frankreich: Analyse der industriellen und politischen Rahmenbedingungen in Frankreich im 19. Jahrhundert.
5 Emile Zola: Germinal: Untersuchung der Entstehungsgeschichte, der Intention und der naturalistischen Darstellung der Arbeiterwelt in Zolas Roman.
5.1 Grundideen und Rezeption: Analyse des wissenschaftlichen Ansatzes Zolas und der kritischen Aufnahme von "Germinal".
5.2 Die Propädeutik des ersten Kapitels: Untersuchung der symbolischen Bedeutung und der Leitmotivik des Romananfangs.
5.3 Die Situation der Arbeiter: Beschreibung des Lebensalltags der Bergarbeiter und der fatalistischen Züge ihres Daseins.
5.4 Der Streik und seine Folgen: Analyse des Streikgeschehens, der Dynamik der Massen und der Rolle der verschiedenen Aufrührer-Figuren.
5.5 Die Propädeutik des letzten Kapitels: Ausblick auf die Zukunftsperspektiven der Protagonisten und die Schlussfolgerungen des Romans.
6 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassender Vergleich der beiden Romane, ihrer Autoren sowie der unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema Arbeiterbewegung.
Arbeiterbewegung, Industrialisierung, Streik, Proletariat, Industriebürgertum, soziales Elend, Klassenkampf, 19. Jahrhundert, Gaskell, Zola, North and South, Germinal, Soziale Frage, Gewerkschaften, Reformbewegungen.
Die Arbeit analysiert die literarische Verarbeitung der industriellen Revolution und der damit verbundenen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts anhand der Romane "North and South" von Elizabeth Gaskell und "Germinal" von Emile Zola.
Die zentralen Themen umfassen die soziale Lage der Arbeiter, die Entwicklung der Gewerkschaften, die Gegensätze zwischen der alten und der neuen Gesellschaftsordnung sowie die Auswirkungen der Industrialisierung auf das Individuum.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gaskell und Zola die sozialen Probleme ihrer Zeit in ihre Werke integrierten und welche Lösungsansätze, wie etwa Nächstenliebe oder revolutionäre Veränderungen, von den Autoren beziehungsweise den Figuren favorisiert oder kritisiert werden.
Die Autorin kombiniert eine sozialgeschichtliche Analyse der Rahmenbedingungen mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation der beiden Romane, wobei sie Sekundärliteratur zu den Autoren und den sozio-ökonomischen Hintergründen der Zeit einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung des historischen Umfelds in England und Frankreich, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Figuren und der Streikszenarien in beiden Romanen.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Arbeiterbewegung, Industrialisierung, Proletariat, Klassenkampf, soziales Elend, North and South und Germinal.
Während der Streik in Gaskells Werk eher ein "subplot" ist, der zur Entwicklung der persönlichen Beziehungen beiträgt, bildet er in Zolas "Germinal" den zentralen Handlungsstrang, der in einer detaillierten Beschreibung der Eskalation und blutigen Niederschlagung gipfelt.
Thornton verkörpert als Fabrikbesitzer die neue Klasse des Industriebürgertums. Er durchläuft einen Wandlungsprozess von einem kompromisslosen Vertreter des laissez-faire-Kapitalismus hin zu einem Verständnis für die soziale Verantwortung gegenüber seinen Arbeitern.
Etienne wird als untauglicher Führer gezeichnet, dessen persönliche Motive, mangelnde Bildung und Selbstüberschätzung den Kampf der Arbeiter für eine gerechte Sache letztlich nicht zum Erfolg führen lassen.
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