Masterarbeit, 2025
142 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie und Forschungsstand
2.1 Familie und Familienbilder
2.1.1 Familie im Wandel
2.1.2 Familie und Familienbilder als Diskursgegenstand
2.2 #Tradwife als Diskursbeitrag
2.3 Die Tradwife-Community in sozialen Medien
3. Methode
3.1 Analysegegenstand
3.2 Analyseebenen
4. Analyse
4.1 Familienform
4.2 Innerfamiliäre Beziehungen
4.3 Arbeit und Finanzen
4.4 Natur
4.5 Raum
4.6 Gesundheit und Ernährung
4.7 Religion
4.8 Erziehung und Bildung
4.9 Politik, Staat und Gesellschaft
5. Zusammenfassung und Einordnung der Analyseergebnisse
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Tradwife-Phänomen als eine in sozialen Medien entstandene Online-Community. Ziel ist es, durch eine Analyse der von den zentralen Akteurinnen (Tradwife-Influencerinnen) vermittelten Familienbilder, die damit verknüpften Denkmuster, Haltungen und Praktiken zu ermitteln sowie deren Einordnung in aktuelle Diskurse vorzunehmen.
1. Einleitung
In sozialen Medien sammeln sich seit einigen Jahren Beiträge unter Hashtags wie #tradwife, #traditionalwife oder #tradwomen. In diesen Beiträgen wird von adrett gekleideten Frauen Milch zu Butter geschlagen, in allen Vasen stehen frische Blumen, im Hintergrund sind fröhliche Kinder zu hören, der Duft von frisch gebackenem Brot steigt förmlich in die Nase. Hier wird ein perfektes familiäres Idyll inszeniert, das Millionen Klicks und hunderttausende Likes generiert. Gleichzeitig wird das Phänomen innerhalb von sozialen Medien, aber auch darüber hinaus in journalistischen Formaten wie wissenschaftlichen Texten beobachtet und kritisch beleuchtet. Die journalistische Kritik greift dabei meist feministische Diskurse auf und richtet sich vor allem gegen die dargestellten Geschlechterrollen und Frauenbilder. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung fand bisher vor allem aus soziologischer sowie kommunikations- und genderwissenschaftlicher Perspektive statt. Dabei wurde bislang hauptsächlich die Verbindung des Phänomens zu rechtsextremen Bewegungen beleuchtet, insbesondere in Bezug auf anti-feministische und frauenfeindliche Positionen. Das Thema Familie wird dabei zwar immer wieder gestreift, insgesamt bleiben Gedanken zu Familienbildern in Verbindung mit dem Tradwife-Phänomen (kurz für traditional wife) jedoch Randbemerkungen. Versuche, das auch hier vorerst noch recht unpräzise gefasste Phänomen an sich zu definieren, existieren kaum. Abgrenzungen zu verwandten Themenkomplexen wie der momosphere, Familieninfluencer:innen oder #stayathomemoms bleiben unscharf.
1. Einleitung: Einführung in das Tradwife-Phänomen, Beschreibung der medialen Präsenz und Formulierung der zentralen Forschungsfragen.
2. Theorie und Forschungsstand: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Familienbegriff, dem Wandel von Familienbildern und dem Stand der Forschung zum Tradwife-Phänomen.
3. Methode: Darstellung des Analysegegenstands, der Auswahlkriterien für den Analysekorpus (reichweitenstarke Influencerinnen) und der gewählten Analyseebenen.
4. Analyse: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Aspekte des Tradwife-Phänomens, unterteilt in Themenbereiche wie Familienform, Arbeit, Natur, Religion und Erziehung.
5. Zusammenfassung und Einordnung der Analyseergebnisse: Synthese der Erkenntnisse und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext gesellschaftspolitischer Diskurse.
6. Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Reflexion der Bedeutung der Inszenierung des Phänomens.
Tradwife, soziale Medien, Familienbilder, Geschlechterrollen, Online-Community, Influencerin, Care-Arbeit, Ideologie, Geschlechterkonstruktion, Feminismus, Rechtsextremismus, Ästhetik, digitale Kommunikation, traditionelle Werte, Familiensoziologie
Die Arbeit untersucht das Tradwife-Phänomen, bei dem Frauen in sozialen Medien einen traditionellen, auf klassische Rollenverteilung basierenden Lebensstil inszenieren und bewerben.
Im Zentrum stehen die Konstruktion von Familienbildern, die Rolle von Geschlechterrollen, das Verhältnis von Arbeit und Privatleben sowie die politische Einordnung dieses Trends.
Die Arbeit will das Phänomen durch die Analyse der vermittelten Familienbilder greifbar machen und aufdecken, welche Werte, Haltungen und Praktiken damit verknüpft sind.
Die Autorin stützt sich auf Erkenntnisse der Familiensoziologie, Gender Studies sowie medienwissenschaftliche Ansätze, um den Analysekorpus und die darin dargestellten Inhalte zu durchdringen.
Der Hauptteil analysiert die Praxis der Tradwife-Influencerinnen anhand konkreter Kategorien wie Familienform, Arbeitsteilung, Naturbezug, Erziehung und politischer Haltung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tradwife, soziale Medien, Familienbilder, Geschlechterrollen, Feminismus, Rechtsextremismus und digitale Kommunikation beschreiben.
Während einige Influencerinnen ihren Lebensstil explizit religiös und traditionell begründen, weisen andere, wie z.B. Nara Smith, weniger explizite politische oder religiöse Bezüge auf und fokussieren sich stärker auf eine Ästhetik, die sie als "working mum" präsentieren.
Die Cottagecore-Ästhetik dient als romantisiertes visuelles Stilmittel, um den traditionellen Lebensstil als naturverbunden und harmonisch zu inszenieren, was das Phänomen anschlussfähig für ein breiteres Publikum macht.
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