Examensarbeit, 2010
52 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 DIDAKTISCHER SCHWERPUNKT: FÖRDERUNG VON LESEKOMPETENZ
2.1 WAS IST LESEKOMPETENZ? EINE BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1.1 LESEN
2.1.2 LESEKOMPETENZ
2.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN LESEPROZESS
2.2.1 ARBEITSGEDÄCHTNIS
2.2.2 VORWISSEN
2.2.3 KOGNITIVE STRATEGIEN
2.2.4 METAKOGNITION
2.2.5 MOTIVATION, SELBSTKONZEPT UND SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
2.2.6 ZUSAMMENFASSUNG
2.3 WIE KANN LESEKOMPETENZ GEFÖRDERT WERDEN?
2.3.1 LESESTRATEGIEPROGRAMME
2.3.1.1 SQ3R-Methode / PQ4R-Methode
2.3.1.2 Reciprocal Teaching (Reziprokes Lehren)
2.3.2 DAS VERWENDETE STRATEGIEPROGRAMM: „WIR WERDEN TEXTDETEKTIVE“
2.4 DIDAKTISCHE LEITFRAGEN UND HYPOTHESEN
3 PLANUNG DER UNTERRICHTSREIHE
3.1 PLANUNGSGRUNDLAGEN
3.1.1 CURRICULARE VORGABEN
3.1.2 PLANUNGSZUSAMMENHANG
3.1.3 SPEZIELLE VORAUSSETZUNGEN UND BESONDERHEITEN
3.2 LERNGRUPPE
3.2.1 STATISTISCHE ANGABEN
3.2.2 KOMPETENZSTAND
3.3 DIDAKTISCHE ENTSCHEIDUNGEN
3.3.1 RELEVANZ DER THEMATIK
3.3.2 DIDAKTISCHE REDUKTION UND INHALTLICHE STRUKTURIERUNG
3.3.3 DIDAKTISCHES KONZEPT
3.3.4 HANDLUNGSENTWURF FÜR DIE MODERATION
3.3.5 KOMPETENZZUWACHS UND INDIKATOREN DER KOMPETENZENTWICKLUNG
4 ANALYSE DER DURCHGEFÜHRTEN UNTERRICHTSREIHE
4.1 GESAMTEINDRUCK
4.2 LEITFRAGENORIENTIERTE ANALYSE
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Förderung der Lesekompetenz von Auszubildenden im ersten Halbjahr der Berufsgruppe Dachdecker/-in durch den Einsatz eines strategieorientierten Unterrichtsmodells. Ziel ist es, anhand der Erprobung einer Lernsituation im Lernfeld "Einrichten einer Baustelle" zu analysieren, ob sich durch gezielte Lesestrategien und ein Motivationstraining kurzfristig eine Verbesserung des Textverständnisses sowie der lesebezogenen Selbstwirksamkeitserwartung bei den Schülern erzielen lässt.
2.2.1 Arbeitsgedächtnis
Für das Lesen und Verstehen von Texten spielt das Arbeitsgedächtnis eine entscheidende Rolle, da dieses sowohl für die Verarbeitung als auch für die Speicherung von Informationen zuständig ist. Bei der Bearbeitung eines Sachtextes werden dem Text im Arbeitsgedächtnis Informationen entnommen. Dabei werden Propositionen gebildet, diese auf ihre Kohärenz überprüft und eventuelle Kohärenzlücken geschlossen.25 Mit dem Arbeitsgedächtnis hängen einige zentrale Fähigkeiten zusammen. Zu ihnen gehören die Buchstabenerkennung, der lexikalische Zugriff26, die Schemaaktivierung27 und die propositionale Enkodierung28. Bestehen Defizite bei einer dieser Komponenten, bewirken diese eine starke Belastung des Arbeitsgedächtnisses und eine Verlangsamung des Verstehensprozesses.29 An dieser Stelle wird deutlich, welche große Bedeutung das Arbeitsgedächtnis für das Lesen von Texten hat. Das Leistungsvermögen des Arbeitsgedächtnisses kann kaum durch Training gesteigert werden. Dies liegt darin begründet, dass sowohl die Speicherdauer als auch die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses relativ gering sind und sich im Wesentlichen nur mit dem Alter verändern, da manche Verarbeitungsprozesse zunehmend automatisiert ablaufen. Dadurch können mehr Informationen im Kurzzeitgedächtnis aufgenommen und verarbeitet werden.30 In unterschiedlichen Studien wird dargestellt, dass schlechte Leser eine schlechtere Gedächtniskapazität haben und mehr Intrusionsfehler31 machen. Dies bedeutet, dass Erfolg im Arbeitsgedächtnis und bei Verstehensaufgaben nicht nur auf der Fähigkeit beruht, ausgewählte Informationen zu erinnern, sondern auch darauf, andere relevante, aber temporär unwichtige Informationen zu unterdrücken. Somit hängen Arbeitsgedächtnisaktivitäten direkt mit dem Leseverständnis zusammen. Diese Studien belegen auch, dass Personen mit einer geringeren Gedächtnisspanne32 sich weniger Informationen aus einem Text merken können als Personen mit einer höheren Gedächtnisspanne. Eine hohe Gedächtniskapazität beeinflusst demnach das Leseverständnis positiv, da eine flexiblere Kontrolle der Prozesse und Abspeicherung der Ergebnisse möglich ist. Da das Arbeitsgedächtnis jedoch nicht trainiert werden kann, bietet sich hier kein Ansatzpunkt für eine Fördermöglichkeit.33
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der mangelnden Ausbildungsreife und Lesekompetenz bei Hauptschülern und begründet die Notwendigkeit von Strategietraining im Berufsschulunterricht.
2 DIDAKTISCHER SCHWERPUNKT: FÖRDERUNG VON LESEKOMPETENZ: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Lesekompetenz, erläutert psychologische Voraussetzungen und stellt Strategieprogramme zur gezielten Leseförderung vor.
3 PLANUNG DER UNTERRICHTSREIHE: Hier werden die curricularen Grundlagen, die Lerngruppe, die didaktischen Entscheidungen sowie der methodische Ablauf des Unterrichtsvorhabens zur Erprobung des Strategieprogramms detailliert dargelegt.
4 ANALYSE DER DURCHGEFÜHRTEN UNTERRICHTSREIHE: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse der Unterrichtsreihe anhand der aufgestellten Hypothesen und Prozessindikatoren aus und zieht Schlüsse über den Erfolg der eingesetzten Methoden.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Eignung der Lesestrategien und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Leseförderung über das gesamte erste Ausbildungsjahr hinweg.
Lesekompetenz, Berufsschule, Dachdecker, Strategieprogramm, Textverständnis, Arbeitsgedächtnis, Metakognition, Concept Map, Mind Map, Motivationstraining, Selbstwirksamkeit, Fachkompetenz, Lernfeldunterricht, Handlungsorientierung, Lesestrategien.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration von Leseförderung in den fachpraktischen Unterricht einer Dachdecker-Berufsschulklasse, um die Ausbildungsreife und das Textverständnis der Schüler zu verbessern.
Zentrale Felder sind die Lesekompetenztheorie, motivationale Selbstregulation, die Anwendung von Lesestrategien wie "Wir werden Textdetektive" und die Erstellung von Concept Maps zur Strukturierung von Fachtexten.
Das Ziel ist zu prüfen, ob die Einführung spezifischer Lesemethoden und eines Motivationstrainings zu einem messbaren kurzfristigen Zuwachs an Lesekompetenz und fachlichem Wissen führt.
Die Autorin nutzt ein handlungsorientiertes didaktisches Konzept, welches durch empirische Beobachtungsbögen, Vor- und Nachtests sowie Fragebögen zur Selbstwirksamkeit evaluiert wird.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Leseförderung, die konkrete Planung der Lernsituationen rund um das Thema "Einrichten einer Baustelle" und die anschließende Analyse der Ergebnisse.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lesekompetenz, Lernfeldorientierung, Metakognition, berufliche Bildung und Strategietraining.
Das Training zielte darauf ab, die Schüler zu motivieren, eigene Anstrengungen als Ursache für Erfolge zu begreifen. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Zunahme der positiven Selbsteinschätzung bezüglich schwieriger Texte.
Die Erstellung von Concept Maps zwingt die Schüler dazu, sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen, Zusammenhänge logisch zu strukturieren und diese visuell darzustellen, was das tiefere Textverständnis fördert.
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