Diplomarbeit, 2011
89 Seiten
1 Einleitung
2 Circadiane Rhythmen
2.1 Rhythmen in der Natur
2.2 Molekularer Mechanismus circadianer Rhythmen
2.3 Entrainment
3 Analyse des dynamischen Verhaltens biochemischer Reaktionsnetzwerke
3.1 Modellierung mittels Differentialgleichungen
3.2 Analyse von Differentialgleichungssystemen
3.3 Oszillierende Systeme
3.4 Periode und Frequenz einer Oszillation und deren Bestimmung
3.5 Der Goodwin-Oszillator
4 Frequenzregelkreise nach dem Prinzip der Nachlaufsynchronisation
4.1 Grundbegriffe der Regelungstechnik
4.2 Wirkungsprinzip der Regelung
4.3 Frequenzregelung
4.4 Nachlaufsynchronisation
5 Circadiane Uhren als Frequenzregelkreise mit Nachlaufsynchronisation - eine Fallstudie
5.1 Aufbau der Simulation
5.2 Beschreibung der Simulationen
6 Diskussion und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit regelungstechnischer Konzepte, insbesondere der Nachlaufsynchronisation (Phase-locked loop, PLL), auf circadiane biologische Oszillationssysteme. Ziel ist es, durch einen regelkreisbasierten Modellierungsansatz ein besseres Verständnis des Verhaltens dieser komplexen biochemischen Netzwerke sowie ihrer Anpassungsfähigkeit (Entrainment) an externe zeitliche Rhythmen zu gewinnen.
3.1 Modellierung mittels Differentialgleichungen
Da die im Abschnitt 2.2 beschriebenen Mechanismen auf molekularer Ebene stattfinden, lassen sich auch mathematische Methoden, die ursprünglich zur Beschreibung und Analyse chemischer Reaktionen entwickelt wurden, in diesem Bereich anwenden.
Ein sehr häufig verwendeter Ansatz ist die Modellierung mithilfe von Differentialgleichungen. Dabei verwendet man den Begriff des Reaktionssystems: Ein Reaktionssystem beinhaltet ein biochemisches Reaktionsnetzwerk und das dynamische Verhalten dieses Netzwerkes (30). Ein Reaktionsnetzwerk ist die Vereinigung einer Menge von Spezies, Molekülen gleicher Struktur, und einer Menge von Regeln, nach denen diese Spezies miteinander reagieren. Durch den Sammelbegriff Spezies wird dabei das gesamte Spektrum biologischer Moleküle abgedeckt: DNA, mRNA, und Proteine ebenso wie Phospholipide oder Glucose. Die Reaktionsregeln beschreiben, welche Stoffumwandlungen im Netzwerk vorkommen. So ist zum Beispiel die Reaktion ATP → ADP + P unter Freisetzung von Energie möglich (also die Aufspaltung des Energieträgers Adenosintriphosphat zu Adenosindiphosphat und Phosphorsäure), nicht jedoch die Reaktion ATP → ADP (zumindest nicht in einem biologischen System, aufgrund des Masseerhaltungssatzes).
Das dynamische Verhalten ergibt sich aus dem Stoffumsatz der Reaktionen sowie der Geschwindigkeit, mit der diese Reaktionen stattfinden. Diese Reaktionsgeschwindigkeit V wird als Kinetik bezeichnet, Einheit der Kinetik ist Stoffkonzentrationsänderung pro Zeiteinheit; mathematisch darstellen lässt sie sich als
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ziel der Systembiologie ein, komplexe biologische Systeme durch mathematische Modellierung zu verstehen, und positioniert die Arbeit im Spannungsfeld zwischen Differentialgleichungssystemen und booleschen Netzwerken.
2 Circadiane Rhythmen: Das Kapitel definiert Kriterien für endogene circadiane Rhythmen und beschreibt die molekularen Mechanismen in Organismen wie Drosophila und Cyanobakterien, wobei die Bedeutung negativer Rückkopplungsschleifen hervorgehoben wird.
3 Analyse des dynamischen Verhaltens biochemischer Reaktionsnetzwerke: Dieses Kapitel behandelt die mathematische Modellierung mittels Differentialgleichungen, die Analyse von Fixpunkten und Stabilität sowie die Grundlagen oszillierender Systeme, insbesondere des Goodwin-Oszillators.
4 Frequenzregelkreise nach dem Prinzip der Nachlaufsynchronisation: Hier werden regelungstechnische Grundlagen wie Regelstrecke, Regler und das Prinzip der Nachlaufsynchronisation (PLL) erläutert, die zur Beschreibung der Frequenzregelung in biologischen Systemen dienen.
5 Circadiane Uhren als Frequenzregelkreise mit Nachlaufsynchronisation - eine Fallstudie: Im Hauptteil wird ein Modell für circadiane Uhren als Frequenzregelkreis entwickelt, dessen Komponenten (Oszillator, Multiplikator, Tiefpassfilter) in biochemische Reaktionssysteme übersetzt werden.
6 Diskussion und Ausblick: Das Kapitel resümiert, dass die Modellierung circadianer Oszillationen durch Frequenzregelkreise erfolgreich ist und diskutiert die Übereinstimmung mit theoretischen Vorhersagen sowie die Herausforderungen des hohen Simulationsaufwands.
Systembiologie, circadiane Rhythmen, Modellierung, Differentialgleichungen, Regelungstechnik, Nachlaufsynchronisation, Phase-locked loop, PLL, Entrainment, Goodwin-Oszillator, biologische Uhren, Frequenzregelung, Rückkopplungsschleifen, Kinetik, Dynamik.
Die Arbeit untersucht, wie biologische Systeme, die circadiane Rhythmen erzeugen, mithilfe von Konzepten aus den Ingenieurwissenschaften – speziell der Regelungstechnik – modelliert und analysiert werden können.
Die Arbeit verknüpft die theoretische Biologie (circadiane Rhythmen) mit mathematischer Modellierung (Differentialgleichungen) und Regelungstechnik (Frequenzregelkreise und Nachlaufsynchronisation).
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Verhalten und die Anpassungsfähigkeit (Entrainment) circadianer Oszillatoren zu schaffen, indem diese als technische Frequenzregelkreise interpretiert werden.
Die Arbeit verwendet die Modellierung biochemischer Netzwerke durch Differentialgleichungssysteme, die Stabilitätsanalyse dieser Systeme sowie numerische Simulationsverfahren unter Anwendung der Fast Fourier-Transformation.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung eines Modells, in dem ein circadianer Oszillator als Regelstrecke in einem Frequenzregelkreis mit Nachlaufsynchronisation fungiert, inklusive der biochemischen Umsetzung von Multiplikatoren und Tiefpassfiltern.
Wichtige Begriffe sind Systembiologie, circadiane Rhythmen, Frequenzregelkreise, Nachlaufsynchronisation (PLL), Goodwin-Oszillator und Entrainment.
Der Goodwin-Oszillator ist ein etabliertes Modell für biochemische Oszillationen. Die Arbeit modifiziert ihn so, dass er für die Simulation von Frequenzregelkreisen und die Untersuchung von Entrainment-Effekten geeignet ist.
Entrainment beschreibt die Fähigkeit einer biologischen Uhr, ihre Periodendauer an externe Zeitgeber (z. B. Licht-Dunkel-Zyklen) anzupassen. Das Modell demonstriert, wie ein solcher Anpassungsprozess durch das Prinzip der Nachlaufsynchronisation erklärt werden kann.
Die Simulationen dienten dazu, die theoretischen Vorhersagen (etwa zur Abhängigkeit der Frequenz von Parametern wie Lichtintensität oder zur Bildung der Arnold-Zunge) durch numerische Ergebnisse zu untermauern und die praktische Anwendbarkeit der regelungstechnischen Module zu testen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

