Bachelorarbeit, 2009
63 Seiten, Note: 14 Punkte
A. Einleitung / Vorgehensweise
B. Definitionen
C. Die Problematik der steigenden Kosten
D. Der englische Ansatz
I. Rahmenbedingungen
II. Entscheidungsebenen
1. Makroallokationsebene
2. Mesoallokationsebene
a. Primary Care Trusts
b. NICE
aa) Allgemeines
bb) Demokratische Legitimation
(1) Herkömmliche Legitimationswege
(2) Accountability for reasonableness
(3) Die „enforcement condition“ - Gerichtliche Kontrolldichte
cc) Methoden
(1) Kosten-Nutzen-Bewertung
(2) “Social value judgements”
dd) Das threshold-Problem und die Auswirkungen von NICE
ee) Fazit / Einordnung von NICE
c. Exceptional case review
3. Mikroallokationsebene
E. Der deutsche Ansatz
I. Rahmenbedingungen
II. Entscheidungsebenen
1. Makroallokationsebene
a. Explizite Leistungsausschlüsse
b. Die Grundregel des Leistungsrechts
c. Neuere Entwicklungen
2. Mesoallokationsebene
a. Grundsätzliche Entscheidungen durch den GBA
b. Sonderfall: Medikamentenversorgung
c. Demokratische Legitimation
3. Mikroallokationsebene
F. Evaluation
I. Das „Notwendige“ als verfassungsrechtlich determinierter Mindestanspruch?
1. Das medizinische Existenzminimum
2. Ist implizite Rationierung akzeptabel?
3. Haftungsrechtliche Grenzen und Organisationsaufklärung
4. Ergebnis
II. Kosten-Nutzen-Berechnungen
1. Allgemein
a. Ethische Einwände
b. Verfassungsrechtliche Einwände aus deutscher Sicht
c. Ergebnis
2. Bewertungsmethoden im Einzelnen
a. IQWIG
b. QALYs
aa) Vorteile
bb) Generelle Einwände
cc) Zur Schwierigkeit der Bewertung der Lebensqualität
dd) Diskriminierung durch QALYs?
c. Ergebnis
III. Altersdiskriminierung im Speziellen
1. Ethische Argumente
2. Rechtliche Probleme mit Altersdiskriminierung
3. Ergebnis
G. Ergebnis und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit von Priorisierung und Rationierung im Gesundheitswesen, um eine finanzierbare Versorgung zu gewährleisten. Dabei wird kritisch analysiert, inwieweit das englische Modell der Steuerung als Orientierung für Deutschland dienen kann, unter Berücksichtigung ethischer und verfassungsrechtlicher Grenzen.
C. Die Problematik der steigenden Kosten
Die Grundannahme der Priorisierungsdebatte ist zunächst, dass im Gesundheitsbereich Ressourcen generell begrenzt sind, während die Nachfrage nahezu unbegrenzt ist. Eine Priorisierung in der einen oder anderen Form sei daher unerlässlich. Selbst in der neueren Literatur ist diese Ansicht jedoch nicht ganz unumstritten und deshalb begründungsbedürftig.
So wurde insbesondere vor dem Hintergrund des im internationalen Vergleich historisch eher niedrigen Ausgabeniveaus in England vereinzelt argumentiert, eine adäquate Versorgung könne durch bloße Verbreiterung der Einnahmebasis sichergestellt werden. Ebenso konzentrierte sich die Diskussion in Deutschland lange Zeit vor allem auf die Einnahmenseite der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie Maßnahmen zur weiteren Rationalisierung.
Selbst Vertreter dieser Richtung müssen jedoch eingestehen, dass die Nachfrage nur dann wirklich begrenzt ist, wenn diese normativ bestimmt wird („legitimate demand“). In Abwesenheit eines Konsenses über den Umfang dieser Bestimmung führt jedoch auch dies unweigerlich zu der Frage der Verteilungsgerechtigkeit und damit der angemessenen Priorisierung.
Dementsprechend leuchtet ein, dass neue, teure Technologien, die die Behandlung von bisher unheilbaren Krankheiten erst möglich machen und damit eine neue Erwartungshaltung begründen, das verstärkte Entstehen oder zumindest die verstärkte Beachtung von chronischen Krankheiten sowie der demographische Wandel auch weiterhin dazu beitragen werden, dass Kosten im Gesundheitswesen auf absehbare Zeit noch weiter steigen werden. So haben z.B. Hochrechnungen in Deutschland ergeben, dass sich der Beitragssatz für die GKV bei Beibehaltung des traditionellen Leistungsversprechens bis zum Jahr 2040 verdoppeln könnte.
A. Einleitung / Vorgehensweise: Einführung in die Problematik der Finanzierbarkeit und Zielsetzung einer vergleichenden Analyse zwischen Deutschland und England.
B. Definitionen: Erläuterung der Begriffe Priorisierung, Rationierung sowie der Unterscheidung zwischen offenen und heimlichen bzw. expliziten und impliziten Maßnahmen.
C. Die Problematik der steigenden Kosten: Untersuchung der Ursachen für Kostensteigerungen, wie demographischer Wandel und technischer Fortschritt, und Hinterfragung der Unvermeidbarkeit von Priorisierung.
D. Der englische Ansatz: Detaillierte Darstellung der Strukturen im englischen NHS, insbesondere der Rolle von NICE bei der Allokationssteuerung.
E. Der deutsche Ansatz: Analyse der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Systems und der neueren Rolle von IQWIG und GBA.
F. Evaluation: Kritische Bewertung ethischer und verfassungsrechtlicher Aspekte, Kosten-Nutzen-Methoden sowie Fragen der Altersdiskriminierung.
G. Ergebnis und Ausblick: Fazit zur notwendigen Weiterentwicklung hin zu mehr Transparenz und expliziten Kriterien unter Berücksichtigung nationaler Gegebenheiten.
Priorisierung, Rationierung, Gesundheitswesen, Kosten-Nutzen-Analyse, QALY, NICE, IQWIG, Verteilungsgerechtigkeit, GKV, NHS, Altersrationierung, Verfassungsrecht, Allokationsentscheidungen, Medizinethik, Effizienzgrenze.
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den ethisch-rechtlichen Grenzen von Priorisierungs- und Rationierungsmaßnahmen in den Gesundheitssystemen von England und Deutschland.
Zentral sind die Frage nach der Finanzierbarkeit, der Umgang mit knappen Ressourcen, die Methoden der Kosten-Nutzen-Bewertung sowie die demokratische Legitimation von Entscheidungsinstitutionen.
Das Ziel ist eine rechtsvergleichende Analyse, um zu untersuchen, ob das englische Modell (insb. die Rolle von NICE) als Vorbild für eine transparentere Priorisierung in Deutschland dienen kann.
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende, kritische Literaturanalyse, die ökonomische und ethische Perspektiven in die rechtliche Bewertung integriert.
Besonderer Schwerpunkt liegt auf den Allokationsebenen, der Rolle von Institutionen wie NICE und IQWIG sowie der Problematik von QALYs als Bewertungsinstrument.
Wichtige Begriffe sind explizite vs. implizite Rationierung, Accountability for Reasonableness, das medizinische Existenzminimum und die Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit mit Grundrechten.
NICE wird als Beginn einer expliziten, offenen Rationierung auf nationaler Ebene gewürdigt, wobei jedoch die Grenzen der Anwendung und die methodischen Probleme (Threshold-Problem) kritisch beleuchtet werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Deutschland zwar vor einer stärkeren Ökonomisierung steht, bei der Priorisierung jedoch strengere verfassungsrechtliche Anforderungen (Grundgesetz, Existenzminimum) zu beachten sind als in England.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

