Diplomarbeit, 2010
94 Seiten, Note: 1,5
1.0. Das Thema: Innovation, Kreativität, Strategie
1.1. Diese Arbeit: Ziele & Vorgehen
1.2. Thesen
1.3. Leitbild Innovation
1.4. Zwischen Chaos und Stabilität - Innovation im Spannungsfeld
1.5. Goldlösung „Design-Thinking“?
1.6. „Design-Thinking“: Strategie+Kreativität
2.0. Kreativität, Strategie und Innovation: Theorien
2.1. Beobachtungsfelder der „design led innovation“
2.2. Wer schafft was auf welche Weise an welchem Ort?
2.2.1. Innovationsfelder
2.2.1.1. Diskussion Innovationsfelder
2.2.2. Theorien der Multidisziplinarität
2.2.2.1. Diskussion Multidisziplinarität
2.2.3. Teamtheorien
2.2.3.1. Diskussion Teamtheorien
2.2.4. Ort- und Raumtheorien
2.2.4.1. Diskussion Ort- und Raumtheorien
2.2.5. Prozessmodelle in der Literatur
2.2.5.1. Diskussion Prozessmodelle
2.3. Zwischenfazit zu „design led innovation“
3.0. Fallstudie „School of Design Thinking“
3.1. Sinn der Untersuchung
3.2. Methode
3.3. Die Entstehung der School of Design Thinking
3.4. Basisdaten der Fallstudie
3.5. Fallstudie
3.5.1. Die Bewerbung und das „d-camp“
3.5.2. Die 1-Week-Challenge
3.5.3. Die DST-Challenge
3.5.3.1. Beschreibung Thema
3.5.3.2. Erster Tag
3.5.3.3. Zweiter Tag
3.5.3.4. Dritter Tag
3.5.3.5. Vierter Tag
3.5.3.6. Beschreibung der spezifischen DST-Rahmenbedingungen
3.5.4. Die 3-Week-Challenge
3.5.5. Die 6-Week-Challenge
3.5.6. Zwischenfazit
3.5.6.1. Themenvielfalt
3.5.6.2. Rahmenbedingungen
3.5.6.3. Routinen/Vertrautheit
3.5.6.4. Expertise/„Design Thinking“
3.5.7. „Kritische Faktoren“
3.6. Die Handlungsfelder und die D-School
3.6.1. Innovationsfelder
3.6.2. Multidisziplinarität
3.6.3. Teamkonfiguration
3.6.4. Ort und Raum
3.6.5. Prozessmodelle
3.7. Zusammenfassung der teilnehmenden Beobachtung
4.0. Haben die Arbeitsthesen Bestand?
4.1. „design led innovation“ als Strategiegenerator der Zukunft?
4.2. „design led innovation“ für mittlere und große Organisationen?
4.3. „design led innovation“ muss Barrieren überwinden?
5.0. Beitrag dieser Arbeit
6.0. Fazit
7.0. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht das Themenfeld teambasierter, multidisziplinärer und kreativer Innovationsprozesse, insbesondere unter dem Ansatz des "Design Thinking", um diesen eine theoretische Basis zu verschaffen. Ziel ist es, die Eignung und Steuerbarkeit solcher Prozesse für Organisationen zu bewerten und durch eine Fallstudie an der "School of Design Thinking" praxisnahe Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
1.4. Zwischen Chaos und Stabilität - Innovation im Spannungsfeld
Organisationen haben die verschiedensten Ziele und die verschiedensten Wege, diese Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Im Fall der Unternehmen sind die Ziele und die Wege dahin etwas leichter zu beschreiben als bei anderen Organisationen: Stark vereinfacht geht es hier darum, Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, zu produzieren und sie auf einem Markt anzubieten. Die Transaktionen entlang dieser Kette müssen so gestaltet sein, dass Werte geschaffen werden, die den Gewinn des Unternehmens darstellen.
Bereits in dieser unvollständigen und in ihrer Kürze lückenhaften Darstellung der Prozesse eines Unternehmens zeichnet sich ein Grundkonflikt ab, der Unternehmen und in ähnlicher Weise auch andere Organisationen belastet. Einerseits sollen die Prozesse effektiv und transparent sein und möglichst rational gemanagt werden. Andererseits muss eine Organisation immer in der Lage sein, Unsicherheiten zu zulassen und offen zu bleiben, damit auf Transformationen an den Märkten oder in der Gesellschaft reagiert werden kann. Im Idealfall geht eine Organisation diesen Entwicklungen voran und definiert so neue Märkte und damit neue Gewinnmöglichkeiten. Neben dem oben erwähnten stetigen technologischen Wandel, der kontinuierlich Einflüsse auf die Strategie einer Organisation ausübt, sind gesellschaftliche Transformationen als Unsicherheitsfaktoren nicht zu unterschätzen.
Die Zunahme des Einflusses soziokultureller, ökonomischer und technischer Issues bedingt dementsprechend, dass Organisationen sich für diese Einflüsse öffnen müssen. Viele Organisationen sind allerdings sehr schwerfällig und legen ein großes Beharrungsvermögen an den Tag, wenn es um eine Veränderung zu mehr Offenheit geht. Ein Grund dafür mag in der Tatsache liegen, dass – vor allem größere – Organisationen stark strukturiert sind und so eine große Stabilität geschaffen haben. Stabilität ist ohne Frage wichtig, denn es reduziert die Komplexität einer Organisationsstruktur in erheblichem Maße, wenn Entscheidungswege und -prozesse formalisiert sind und wenn eine möglichst große Anzahl an Arbeitsschritten standardisiert ist. Stabilität in einer Organisation ist also von großer Bedeutung und kann u.a. durch festgelegte Prozesse, verlässliche Strukturen, durch Kommunikations- und Verhaltenskonventionen gesichert werden.
1.0. Das Thema: Innovation, Kreativität, Strategie: Einleitung in die Bedeutung von Innovation als strategische Ressource und Einführung des Konzepts "Design Thinking" als interpretativer Ansatz.
2.0. Kreativität, Strategie und Innovation: Theorien: Theoretische Auseinandersetzung mit Innovationsfeldern, multidisziplinären Teams, Teamrollen und Raumkonzepten im Kontext kreativer Prozesse.
3.0. Fallstudie „School of Design Thinking“: Empirische Untersuchung mittels teilnehmender Beobachtung an der HPI School of Design Thinking, um theoretische Handlungsfelder praktisch zu reflektieren.
4.0. Haben die Arbeitsthesen Bestand?: Überprüfung und Modifikation der initialen Thesen basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen aus Theorie und Praxis.
5.0. Beitrag dieser Arbeit: Reflexion über den Mehrwert der Arbeit hinsichtlich der Verknüpfung von Theorien und der praktischen Anwendung von Innovationsmethoden.
6.0. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Innovationskonzepte und Warnung vor unreflektierter Implementierung ohne angemessene organisationale Rahmenbedingungen.
Innovation, Kreativität, Strategie, Design Thinking, Multidisziplinarität, Teamrollen, Organisationsentwicklung, Prozessmodell, teilnehmende Beobachtung, School of Design Thinking, Wissensmanagement, Innovationsmanagement, Raumkonzepte, Unternehmenskultur, Projektarbeit
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen von kreativen, teambasierten Innovationsprozessen, insbesondere des "Design Thinking".
Die Schwerpunkte liegen auf der Innovationsforschung, Teamtheorien, Raumtheorien sowie der methodischen Gestaltung von Innovationsprozessen in Organisationen.
Das Ziel ist es, bestehenden Ansätzen teambasierter Innovationsprozesse eine theoretische Basis zu geben und zu prüfen, ob sich aus diesen Beobachtungsfeldern konkrete Handlungsempfehlungen ableiten lassen.
Neben einer literaturgestützten theoretischen Analyse wird eine qualitative Fallstudie in Form einer teilnehmenden Beobachtung an der "School of Design Thinking" in Potsdam durchgeführt.
Im Hauptteil werden zunächst relevante Theorien zu Innovationsfeldern, Teamstrukturen und Raumtheorien erörtert, gefolgt von einer detaillierten Fallstudie, die den Innovationsalltag und die Arbeitsmethodik an der D-School analysiert.
Zu den prägenden Begriffen gehören Innovation, Multidisziplinarität, Design Thinking, Teamkonfiguration, Prototyping und organisatorische Lernprozesse.
Der Ansatz zeichnet sich durch seine interpretative Logik, die bewusste Einbeziehung multidisziplinärer Teams und das iterative Durchlaufen von Phasen der Komplexitätserhöhung und -reduktion aus, anstatt rein analytisch-linear vorzugehen.
Der physische Raum dient als Ort der "Verortung" und "Aneignung", der Schutz bietet und durch seine Gestaltung (Flexibilität, Artefakte) kollaborative Interaktionen und kulturelle Entwicklungen in Teams fördert.
Die Arbeit warnt davor, Innovationsmethoden unreflektiert in Organisationen einzuführen, da diese oft auf einer starren, analytischen Kultur basieren, die den notwendigen Paradigmenwechsel und das Zulassen von Unsicherheit erschwert.
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