Bachelorarbeit, 2023
122 Seiten, Note: 1,2
Dürfen Kinder und Jugendliche zu ihrem eigenen Schutz ihrer Freiheit beraubt werden? Und wo verläuft die Grenze zwischen notwendiger Fürsorge und einem Eingriff in grundlegende Menschen- und Kinderrechte?
Geschlossene Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen gehören zu den umstrittensten Instrumenten der Kinder- und Jugendhilfe. Während sie von Befürwortern als unverzichtbare Schutzmaßnahme für besonders gefährdete junge Menschen angesehen werden, kritisieren Gegner sie als schwerwiegenden Eingriff in die Freiheitsrechte und die Würde von Kindern und Jugendlichen.
Diese Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob und inwieweit die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Rahmen geschlossener Unterbringung und freiheitsentziehender Maßnahmen nach § 1631b BGB gewahrt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention sowie die Perspektiven der unmittelbar betroffenen Minderjährigen. Deren Erfahrungen werden den rechtlichen und fachlichen Anforderungen gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem Kindeswohl analysiert.
Neben den rechtlichen Grundlagen beleuchtet die Arbeit die historische Entwicklung geschlossener Unterbringung, die Voraussetzungen ihrer Anwendung, die Bedeutung familiengerichtlicher Genehmigungen sowie die Herausforderungen für Einrichtungen und pädagogische Fachkräfte. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Beteiligungs- und Beschwerderechten junger Menschen sowie der Frage, wie Kinderrechte auch im Zwangskontext wirksam geschützt und gestärkt werden können.
Die Arbeit richtet sich an Studierende, Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Pädagoginnen und Pädagogen, Juristinnen und Juristen sowie alle, die sich mit Kinderrechten, Kinderschutz und den ethischen Herausforderungen freiheitsentziehender Maßnahmen auseinandersetzen möchten. Sie liefert eine fundierte wissenschaftliche Analyse eines hochaktuellen und gesellschaftlich kontrovers diskutierten Themas und regt dazu an, bestehende Praxis kritisch zu hinterfragen.
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