Bachelorarbeit, 2024
88 Seiten
Führt Stress tatsächlich zu weniger Empathie – oder könnte das Gegenteil der Fall sein? Und welche Rolle spielt dabei dispositionelle Achtsamkeit?
Stress gehört zu den größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Während seine Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit umfassend erforscht sind, rücken die sozialen Folgen von Stress erst zunehmend in den Fokus der psychologischen Forschung. Insbesondere die Frage, wie sich Stress auf die Fähigkeit zur Empathie auswirkt und ob Achtsamkeit diesen Zusammenhang beeinflussen kann, gewinnt sowohl in Wissenschaft als auch in der Praxis an Bedeutung.
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen subjektiv erlebtem Stress und Empathie sowie den möglichen moderierenden Einfluss dispositioneller Achtsamkeit. Grundlage der Untersuchung bildet eine quantitative Querschnittsstudie mit einer Moderationsanalyse. Neben den zentralen Variablen Stress, Empathie und Achtsamkeit werden Alter, Geschlecht sowie die Persönlichkeitsmerkmale der Big Five als Kontrollvariablen berücksichtigt.
Auf Basis aktueller Erkenntnisse der Gesundheits-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie werden theoretische Modelle zur Stressentstehung, Emotionsregulation und Achtsamkeit miteinander verknüpft und empirisch überprüft. Die Ergebnisse zeigen einen unerwarteten positiven Zusammenhang zwischen Stress und Empathie und werfen damit neue Fragen zum bisherigen Forschungsstand auf. Der vermutete moderierende Einfluss der dispositionellen Achtsamkeit erreicht zwar keine statistische Signifikanz, deutet jedoch auf einen interessanten Trend hin, der weitere Forschung nahelegt.
Die Arbeit verbindet fundierte theoretische Grundlagen mit einer methodisch nachvollziehbaren empirischen Untersuchung und liefert einen Beitrag zum Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Stress, Empathie und Achtsamkeit. Sie richtet sich an Studierende, Forschende sowie Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheitspsychologie, Sozialpsychologie, Persönlichkeitspsychologie, Pädagogik, Beratung und Gesundheitswesen, die sich wissenschaftlich oder beruflich mit Stressbewältigung, Emotionsregulation und zwischenmenschlichem Verhalten beschäftigen.
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