Diplomarbeit, 2003
95 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Mittelstand
2.1 Definition des Mittelstandsbegriffes
2.1.1 Mittelstandsdefinition des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn
2.1.2 Mittelstandsdefinition der Europäischen Union
2.2 Rechtsformen des Mittelstandes
3. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für den Mittelstand
3.1 Die Wirtschaftskraft Mittelstand
3.2 Die regulierende Bürokratie
3.3 Die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform
3.3.1 Die Gewerbesteuer
3.3.2 Die Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer
3.3.3 Abschreibungen
3.3.4 Fazit der Unternehmensbesteuerung
3.4 Die aktuelle wirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstandes
3.5 Die Finanzierungsstruktur des deutschen Mittelstandes
4. Die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung
4.1. Die Notwendigkeit eines neuen Internationalen Eigenkapitalstandards
4.2. Die aktuelle Bankenkrise
4.3 Der aktuelle Stand von Basel II
4.3.1. Die Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung für Unternehmenskredite
4.3.1.1 Das Externe Rating
4.3.1.2 Das Interne Ratingverfahren
4.3.2 Die Behandlung von Retailkrediten (Privatkundenkredite)
4.4 Die Auswirkungen auf die Finanzierungskonditionen
4.5 Die Folgen von Basel II für den Mittelstand
5. Der Wandel in der mittelständischen Unternehmensfinanzierung
5.1 Die Finanzierung – Eine Bergriffsabgrenzung
5.2 Die Systematisierung der Finanzierungsformen
5.3 Die Anforderungen an die mittelständische Unternehmensfinanzierung
6. Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand
6.1 Die klassische Innenfinanzierung
6.2 Finanzierung aus Abschreibungen
6.3 Beteiligungsfinanzierungen gewinnen an Bedeutung
6.3.1 Mezzanine Finanzierungsformen
6.3.2 Die direkte Beteiligung
6.4 Alternative Fremdfinanzierungsformen zum Bankkredit
6.4.1 Das Factoring
6.4.2 Das Leasing
6.5 Fördermittel
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf die Finanzierungssituation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland und stellt alternative Finanzierungsformen zum klassischen Bankkredit vor.
6.4.1 Das Factoring
Das Factoring stellt ein Finanzierungsgeschäft dar, bei dem ein Finanzierungsinstitut (Factor) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen („totes Kapital“) eines Klienten (Anschlusskunden), aufgrund vertraglicher Vereinbarungen, laufend aufkauft und diese bis zum Fälligkeitstermin bevorschusst (Finanzierungsfunktion). Der Factor übernimmt dabei bestimmte Service-Funktionen (Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen) und das Risiko des Forderungsausfalles (Delkrederefunktion).
Noch ist die Bedeutung des Factoring im deutschen Mittelstand, trotz steigender Tendenz, eher gering. So sahen im Jahr 2001 15,7 Prozent der mittelständischen Unternehmen diese Finanzierungsalternative in Zukunft als ein ernstzunehmendes Instrument an, wobei es für nur 2,4 Prozent bereits in der Vergangenheit eine Rolle gespielt hatte.
Die gesetzliche Grundlagen für das Factoring-Geschäft ergeben sich aus den §§ 398, 433, 437 und 438 BGB in Verbindung mit den §§ 18 und 19 KWG. Somit stellt der Factoring-Vertrag auf Basis dieser gesetzlichen Regelung ein Kaufgeschäft und kein Kreditgeschäft dar.
Der Vorteil eines Factoring besteht für das verkaufende Unternehmen darin, dass es sich durch diese Finanzierungsform zeitliche und finanzielle Handlungsspielräume schafft und somit seine Position gegenüber seinen Lieferanten und seiner Bank stärkt. Durch den Verkauf seiner Forderungen kommt es in der Bilanz zu einem Aktivtausch. Anstelle der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen treten nun Forderungen gegenüber dem Factor, die einem Guthaben bei Kreditinstituten entsprechen. Somit verbessert sich die Liquidität des Anschlusskunden und er kann seinerseits diese höhere Liquidität zur Skontierung seiner Lieferantenrechnungen nutzen und seine Verhandlungsposition gegenüber dem Lieferanten stabilisieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der mittelständischen Finanzierung unter dem Eindruck von Basel II und begründet die Zielsetzung der Arbeit.
2. Der Mittelstand: Dieses Kapitel definiert den Begriff Mittelstand anhand quantitativer Kriterien und erläutert die Bedeutung der verschiedenen Rechtsformen für deutsche Unternehmen.
3. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für den Mittelstand: Hier werden der bürokratische Aufwand, die steuerlichen Rahmenbedingungen, die Konjunkturlage und die spezifische Finanzierungsstruktur des Mittelstands analysiert.
4. Die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung: Dieses zentrale Kapitel beschreibt die Hintergründe von Basel II, die verschiedenen Ratingansätze und deren Auswirkungen auf die Kreditkonditionen für den Mittelstand.
5. Der Wandel in der mittelständischen Unternehmensfinanzierung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit für den Mittelstand, sich angesichts veränderter Bankenanforderungen strategisch neu aufzustellen.
6. Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand: Hier werden praxisrelevante Alternativen wie Innenfinanzierung, Factoring, Leasing und Beteiligungskapital detailliert vorgestellt.
7. Schlussbetrachtung: Dieses Fazit fasst die Herausforderungen durch Basel II zusammen und unterstreicht die Chancen für den Mittelstand durch eine optimierte Finanzstruktur und strategisches Management.
Mittelstand, Basel II, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalquote, Rating, Bankkredit, Factoring, Leasing, Mezzanine-Kapital, Eigenkapitalunterlegung, Innenfinanzierung, Bonität, Investitionsbereitschaft, Unternehmenssteuerreform, Insolvenzrisiko
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für die Finanzierung mittelständischer Unternehmen, insbesondere unter Berücksichtigung regulatorischer Änderungen wie Basel II.
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftspolitischen Lage des Mittelstands, der Bedeutung von Basel II für die Kreditvergabe und der Vorstellung alternativer Finanzierungsformen.
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die Rahmenbedingungen der mittelständischen Unternehmensfinanzierung zu verschaffen, damit die Auswirkungen von Basel II sowie alternative Optionen besser beurteilt werden können.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch die Auswertung aktueller Studien, statistischer Daten und realer Fallbeispiele ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle wirtschaftliche Situation, die Mechanismen von Basel II (insb. Ratingverfahren) und evaluiert alternative Finanzierungsformen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Mittelstand.
Die zentralen Begriffe sind Mittelstand, Basel II, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalquote, Rating und alternative Finanzierungsinstrumente.
Eine niedrige Eigenkapitalquote führt im Rahmen der risikoorientierten Kreditvergabe nach Basel II zu einer schlechteren Bonitätsbewertung und damit potenziell zu höheren Zinskonditionen.
Factoring bietet durch den Forderungsverkauf eine sofortige Liquiditätssteigerung, verbessert die Bilanzstruktur durch Bilanzverkürzung und stärkt die Unabhängigkeit gegenüber Bankkrediten.
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