Diplomarbeit, 2009
101 Seiten, Note: 1,1
1 Zu Intention und Aufbau dieser Arbeit
2 Theoretische Grundlagen des Case Managements
2.1 Die historische Entwicklung
2.2 Grundlagen von CM im Gesundheitswesen
2.2.1 Übergeordnete Ziele
2.2.2 Definitionen
2.2.3 Case Management-Dimensionen
2.2.3.1 Gestaltungsebenen
2.2.3.2 Kernfunktionen
2.2.3.3 Phasen
2.2.3.4 Berufsmuster
2.2.4 Systematisierung vorhandener Modelle
2.2.5 Ziele des Case Management-Ansatzes
3 Case Management im Krankenhaus
3.1 Hemmende Faktoren
3.1.1 Das komplexe System
3.1.2 Die Expertenorganisation
3.1.3 Die ungeklärte Rolle von CM
3.2 Fördernde Faktoren
3.2.1 Die demografische Entwicklung
3.2.2 Gesundheitspolitische Intentionen
3.2.2.1 Gesetzliche Regelungen
3.2.2.2 Das G-DRG-System
3.3 Der aktuelle Stand an deutschen Kliniken
4 Case Management am St. Anna Krankenhaus
4.1 Die Ausgangslage
4.2 Beweggründe zur Einführung von CM
4.3 Die Vorbereitungsphase
4.3.1 Organisatorische Eingliederung
4.3.2 Das Case Management-Team
4.3.3 Der Auftaktworkshop
4.3.3.1 Die Vision
4.3.3.2 Die langfristigen Ziele
4.3.3.3 Der Zeitplan
4.3.4 Die Schulungsphase
4.3.5 Die Informationsveranstaltungen
4.3.6 Sonstige Vorbereitungen
4.4 Die Umsetzung
4.4.1 Tagesablauf und Dienstplanung
4.4.2 Die Integration in die Leistungsprozesse
4.4.3 Die CM-Dokumentation
4.4.4 Die Kontaktaufnahme mit den Kunden
4.5 Eine erste Zwischenbilanz
4.5.1 Finanzielle Ergebnisse
4.5.1.1 DRG-Kennzahlen
4.5.1.2 Rechnungsstellungen
4.5.1.3 MDK-Fallprüfungen
4.5.2 Der Behandlungsprozess
4.5.2.1 Das Aufnahmemanagement
4.5.2.2 Das Behandlungsmanagement
4.5.2.3 Das Entlassungsmanagement
4.5.3 Sonstige Entwicklungen
4.5.4 Probleme in der Umsetzung
4.6 Empfehlungen zum weiteren Vorgehen
5 Über Anspruch und Wirklichkeit im Case Management
Die Arbeit untersucht die Implementierung des Case Managements als operatives Steuerungsinstrument am Beispiel des St. Anna Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg, um die Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und praktischer Umsetzung im deutschen Krankenhauswesen aufzuzeigen und Lösungswege für ein effektives Management zu evaluieren.
4.3.3.1 Die Vision
Das Ergebnis des Workshops war eine Grundvorstellung zum weiteren Vorgehen sowie ein gemeinsames Verständnis über das zukünftige Case Management des Unternehmens, das wie folgt formuliert wurde:
Das Case Management im St. Anna Krankenhaus soll Ansprechpartner für alle Kunden sein, eine selektive Betreuung einer bestimmten Patientengruppe nach Auswahlkriterien entspricht nicht der Philosophie der Klinik.
Der Behandlungsverlauf aller Patienten wird zukünftig durch CM unter den Aspekten der Qualität, der Wirtschaftlichkeit und der Patientenorientierung begleitet und gesteuert. Das Management der medizinischen Behandlungsprozesse hat alle diese Aspekte in gleicher Weise zu berücksichtigen. Vor- und nachstationäre Prozesse werden dabei integriert.
Die Interaktionsprozesse zwischen allen Beteiligten sind durch Case Management zu optimieren.
CM erhält neben den Kompetenzen zur Fallsteuerung deshalb auch Befugnisse zur Systemsteuerung. Das Wirkungsspektrum des Instrumentes wird damit um die Möglichkeit, Re-Engineering-Prozesse im Hinblick auf die Organisationsentwicklung zu initiieren, erweitert.
Case Management hat die zentralen Werte des Unternehmens hinsichtlich Unternehmensphilosophie und Leitbild zu berücksichtigen und zu transportieren.
In der Vision des Case Management-Konzeptes am St. Anna Krankenhaus wird Case Management als doppeltes Bindeglied dargestellt: Sowohl die Schnittstellen innerhalb der Organisation als auch die zur Unternehmensumgebung sollen durch CM gemanagt werden (s. Abbildung 2).
1 Zu Intention und Aufbau dieser Arbeit: Einführung in die Problematik der Desintegration im Gesundheitswesen und Darlegung des deduktiven Vorgehens der Arbeit von der Theorie zur Praxis.
2 Theoretische Grundlagen des Case Managements: Erläuterung der historischen Entwicklung, Definitionen und zentraler Dimensionen des Case Managements im internationalen und deutschen Kontext.
3 Case Management im Krankenhaus: Analyse der spezifischen Hemmnisse und Förderfaktoren bei der Implementierung von Case Management in der komplexen Struktur von Expertenorganisationen wie Krankenhäusern.
4 Case Management am St. Anna Krankenhaus: Detaillierte Darstellung der praktischen Einführung, der Vorbereitung, der operativen Umsetzung sowie der erzielten Zwischenergebnisse und aufgetretenen Probleme an der Fallklinik.
5 Über Anspruch und Wirklichkeit im Case Management: Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen theoretischem Modellanspruch und den realen Anforderungen der klinischen Praxis.
Case Management, Krankenhausmanagement, G-DRG-System, Prozesssteuerung, Patientenorientierung, Fallmanagement, Systemmanagement, Klinikorganisation, Medizincontrolling, Behandlungsmanagement, Entlassungsmanagement, Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit, Implementierung, Expertenorganisation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und der praktischen Implementierung von klinischem Case Management als Steuerungsinstrument im Krankenhauswesen am Beispiel des St. Anna Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg.
Die Arbeit behandelt die systemtheoretischen Grundlagen, die Herausforderungen in Expertenorganisationen, die prozessorientierte Umgestaltung von Kliniken sowie die Auswirkungen des DRG-Systems auf die Patientenversorgung.
Das primäre Ziel ist es, die Kongruenz bzw. Divergenz zwischen theoretischen Anforderungen an das Case Management und den tatsächlichen, komplexen praktischen Erfordernissen in einem deutschen Krankenhaus zu analysieren.
Der Autor wählt ein deduktives Vorgehen: Zuerst werden allgemeine theoretische Konzepte erarbeitet, um anschließend die praktische Implementierung und Anwendbarkeit an einem konkreten Fallbeispiel (St. Anna Krankenhaus) zu prüfen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Dimensionen des Case Managements vor allem die konkrete Vorbereitungsphase, die organisatorische Eingliederung, die operative Umsetzung sowie die Evaluierung der Ergebnisse (finanziell und prozessual) beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Case Management, G-DRG-System, Prozesssteuerung, Patientenorientierung und Krankenhausmanagement charakterisieren.
Im St. Anna Krankenhaus agiert der Case Manager nicht als rein pflegerische Unterstützung, sondern als abteilungsübergreifende Schnittstelle zwischen Medizin, Verwaltung und Kostenträgern mit Fokus auf Kodierqualität und Prozessoptimierung.
Als Kommunalunternehmen in einer finanziell angespannten Lage dient das Haus als Musterbeispiel für die Notwendigkeit, durch Case Management ökonomische Effizienz und Prozessqualität in einer klassischen Expertenorganisation zu steigern.
Die EDV ist zentral für die Dokumentation und das Monitoring; die Case Manager erhielten Sonderberechtigungen im Krankenhausinformationssystem (KIS), um den gesamten stationären Behandlungsprozess zu überblicken.
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