Examensarbeit, 2009
48 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Begründung der Themenauswahl
1.1.1 Die Lerngruppe
1.1.2 Curriculare Forderungen zum sozialen Lernen
1.2 Bezug zu den Lehrerfunktionen
1.2.1 Die Lehrerfunktion „Unterrichten“
1.2.2 Die Lehrerfunktion „Leistung messen und beurteilen“
2. Begriffspräzisierungen
2.1 Soziales Lernen
2.2 Kooperatives Lernen
2.3 Interdependenz des sozialen und kooperativen Lernens
2.4 Untersuchungskategorien des sozialen Lernens
3. Unterrichten mit STAD
3.1 Kooperatives Lernen mit STAD
3.2 Leistungsbewertung innerhalb von STAD
4. Praktische Durchführung des Unterrichtsvorhabens mit STAD
4.1 Die Lernsituation
4.1.1 Didaktische Organisation des Unterrichtsvorhabens Formstrukturen
4.1.2 Ablauf einer exemplarischen Unterrichtseinheit
4.1.3 Das Leistungsbeurteilungsverfahren
4.2 Beobachtungen und Erkenntnisse aus dem Unterricht
5. Auswertung
5.1 Stärken der Methode
5.2 Verbesserungspotenziale
5.3 Konzept für die Anwendung im Bildungsgang Körperpflege
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das soziale Lernen in einer Friseur-Unterstufenklasse durch die spezifische kooperative Lehrmethode STAD (Student Teams-Achievement Divisions) gefördert und dabei ein motivierendes Leistungsbeurteilungsverfahren implementiert werden kann, das soziale Interaktion stärkt statt Wettbewerbskonkurrenz zu fördern.
1. Einleitung
Es war ein schöner Augusttag. Die warme Luft wurde von leichten Windstößen bewegt, sodass die Bäume träge schwankten. Während dessen fand in einem sonnendurchfluteten Klassenzimmer des Berufskollegs Humboldtstraße ein reges Treiben statt. Die Gruppenarbeitsphase meines Unterrichts der Friseurunterstufe war in vollem Gange. Ich beobachtete die Schüler und durfte folgendes Gespräch mitanhören:
Schüler 1: Was machst du eigentlich gerade?
Schüler 2: Ich recherchiere! (lächelt)
Schüler 1: Ja, ja bei SchülerVZ! (schüttelt mit dem Kopf)
Schüler 2: Na und? Ihr macht doch schon die Aufgabe, was soll ich denn noch da helfen?
Schüler 1: Und wenn wir dann das Plakat am Ende fertig gemacht haben, warst du natürlich dabei. Ich finde das unfair!
Schüler 2: Ist doch nicht mein Problem!
(etwas später im Unterricht)
Schüler 1: Herr Weber, ich finde das ungerecht wie unsere Arbeit benotet wird!
Lehrer: Warum?
Schüler 1: Weil einige viel machen und sich mancher heraushält?
Lehrer: Ja, da haben Sie recht! Dazu muss ich mir mal etwas überlegen.
Diese Situation habe ich schon einige Male in meinem Unterricht beobachtet. Auf der einen Seite halten sich manche Schüler aus den kooperativen Arbeitsphasen heraus, da sie sich nicht verantwortlich fühlen. Auf der anderen Seite enttäuschte Schüler, die gute Gruppenleistungen ermöglichen, indem ich ihre Mühen nicht durch eine angemessene und motivierende Bewertung würdige. Das soziale Lernen findet in solchen kooperativen Arbeitsphasen kaum statt, denn die Schüler kooperieren nicht wirklich.
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangsproblematik bezüglich mangelnder Kooperation und ungerechter Leistungsbewertung in Gruppenarbeitsphasen und Begründung des thematischen Fokus.
2. Begriffspräzisierungen: Theoretische Abgrenzung und Definition der Kernbegriffe "Soziales Lernen" und "Kooperatives Lernen" im erziehungswissenschaftlichen Diskurs.
3. Unterrichten mit STAD: Erläuterung der Methode Student Teams-Achievement Divisions (STAD) hinsichtlich ihrer Struktur und der spezifischen Leistungsbewertung.
4. Praktische Durchführung des Unterrichtsvorhabens mit STAD: Beschreibung der konkreten Umsetzung der Methode in einer Friseurklasse, einschließlich Lernsituation, Ablauf, Beurteilungsverfahren und Beobachtungsanalyse.
5. Auswertung: Kritische Reflexion der durchgeführten Methode, Diskussion der Stärken und Verbesserungspotenziale sowie Entwurf eines Transferkonzepts für den Bildungsgang Körperpflege.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Eignung von STAD zur Förderung sozialen Lernens und notwendige Voraussetzungen für eine nachhaltige Implementierung.
Soziales Lernen, Kooperatives Lernen, STAD, Friseur, Leistungsbewertung, Gruppenarbeit, soziale Kompetenz, Unterrichtsmethode, Motivation, berufliche Bildung, Interdependenz, Unterrichtsvorhaben, Feedback, Leistungszuwachs, Reflexion.
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen kooperativer Lernphasen in einer Berufsschulklasse und untersucht, wie diese durch die Methode STAD zur Förderung sozialen Lernens verbessert werden können.
Die zentralen Themenfelder umfassen soziales Lernen, kooperative Lehrmethoden, Leistungsbewertung in Gruppen, didaktische Planung im Fachbereich Friseur sowie die Analyse von Gruppenprozessen.
Das Ziel ist es, ein Unterrichtsvorhaben zu entwickeln und zu evaluieren, das durch die Methode STAD soziales Lernen fördert und gleichzeitig ein für die Schüler motivierendes, gerechtes Bewertungsverfahren anwendet.
Der Autor nutzt eine Kombination aus qualitativer Unterrichtsbeobachtung, Reflexion der eigenen pädagogischen Praxis und der quantitativen Messung von Lernzuwachs durch Tests im Rahmen des STAD-Konzepts.
Der Hauptteil beschreibt die theoretischen Grundlagen der Kooperation, die spezifische Methode STAD, die detaillierte Planung und praktische Durchführung des Unterrichtsvorhabens sowie die anschließende Auswertung der Beobachtungen.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Soziales Lernen, Kooperatives Lernen, STAD, Leistungsbewertung und berufliche Bildung charakterisieren.
Im Gegensatz zu einer reinen Gruppenbenotung setzt das Verfahren auf die individuelle Bezugsnorm und den persönlichen Lernzuwachs des Einzelnen, der in eine Gruppenbewertung einfließt, um so zur gegenseitigen Unterstützung zu motivieren.
Die "Formstrukturen" dienen als fachlicher Inhalt der Unterrichtsreihe, an deren Beispiel die kooperative Methode STAD zur Anwendung gebracht und deren didaktische Organisation exemplarisch dargestellt wird.
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