Diplomarbeit, 2002
90 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Zur Methode
3. Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstands
3.1 Probleme der Definition des Sportsystems
3.2 Doping als abweichendes Verhalten
4. Systemtheoretische Überlegungen
4.1 Sport als gesellschaftliches Teilsystem
4.2 Der Sieg/Niederlage-Code im Sport
4.3 Der Sieggedanke beim Sportler
5. Doping und strategische Rationalität
5.1 Zur Theorie rationalen Handelns
5.2 Der Sportler als „REMM“
5.3 Das Gefangenendilemma-Spiel
5.3.1 Doping als strategisches Spiel
5.3.2 Ein weiteres Dilemma: Informationsdefizit
5.3.3 Exkurs: Vertrauen
5.4 Self-fulfilling prophecy
5.5 Biographische Bestimmung
5.6 Doping in der Realität des Hochleistungssports
6. Auswege aus dem Dilemma?
Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping im Hochleistungssport als ein rationales, systembedingtes Verhalten. Die zentrale Forschungsfrage ist, warum Sportler trotz bekannter Risiken und Sanktionen zu Dopingmitteln greifen und wie sich dieses Verhalten durch soziologische und spieltheoretische Modelle erklären lässt.
5.3 Das Gefangenendilemma-Spiel
Ein Grundproblem des Dopingphänomens ist, dass bei Verfolgung des Eigeninteresses durch den einzelnen Athleten ein schlechteres Ergebnis für alle entsteht; im Vergleich zu dem Ergebnis, welches entsteht, wenn alle mit Doping aufhören würden.
Dieser Aspekt steht im Zentrum des berühmten Gefangenendilemma-Spiels. Es wurde im Bereich der Spieltheorie entwickelt und hat die Form eines Zwei-Personen-Nicht-Nullsummen-Spiels. Im folgenden soll dieses Modell vorgestellt werden, um es im nächsten Kapitel direkt mit dem Problem Doping zu konfrontieren.
Nehmen wir an, zwei Einbrecher wurden auf frischer Tat ertappt. Der Staatsanwalt macht beiden ein Angebot: erhält er Geständnisse, kann er Straferlass gewähren. Beide Delinquenten werden nun in getrennten Zimmern befragt. Er stellt sie vor zwei Handlungsalternativen: entweder gestehen (Defektion) oder schweigen (Kooperation). Die möglichen Konsequenzen ihrer jeweiligen Entscheidung wären (unter der Annahme, dass beide Einbrecher daran interessiert sind, möglichst kurz im Gefängnis zu verweilen):
1. Gesteht Einbrecher A und Einbrecher B schweigt, so wird A freigelassen und B bekommt zehn Jahre Gefängnis.
2. Beide gestehen und werden jeweils mit fünf Jahren Gefängnis bestraft.
3. Einbrecher A schweigt und Einbrecher B gesteht, also wird B freigelassen, während A zehn Jahre ins Gefängnis muss.
4. Beide gestehen nicht und erhalten eine einjährige Gefängnisstrafe.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik anhand des „Festina“-Skandals und Darstellung der Relevanz des Dopingproblems als soziale Tatsache.
2. Zur Methode: Erläuterung des gewählten wissenschaftlichen Ansatzes, welcher Systemtheorie und Rational Choice verbindet.
3. Begriffsbestimmung des Untersuchungsgegenstands: Definition des Begriffs Doping und Aufzeigen der Definitionslücken im Sportsystem.
4. Systemtheoretische Überlegungen: Analyse des Sports als Teilsystem, das sich durch den Sieg/Niederlage-Code stabilisiert.
5. Doping und strategische Rationalität: Anwendung spieltheoretischer Modelle auf die Dopingentscheidung des einzelnen Sportlers.
6. Auswege aus dem Dilemma?: Kritische Prüfung von Lösungsansätzen nach Robert Axelrod im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit im Hochleistungssport.
Doping, Hochleistungssport, Systemtheorie, Rational Choice, Gefangenendilemma, Sportethik, Sieg-Niederlage-Code, Leistungsgesellschaft, Biographische Falle, Self-fulfilling prophecy, Spieltheorie, Leistungsdruck, Sportsoziologie, Antidoping, Strategische Rationalität.
Die Diplomarbeit analysiert Doping als rationales, systemimmanentes Handeln von Athleten im Hochleistungssport.
Die Arbeit verknüpft die Systemtheorie mit mikrotheoretischen Ansätzen wie der Rational Choice Theorie und dem Gefangenendilemma.
Ziel ist es, die strukturellen Zwänge und rationalen Abwägungen zu identifizieren, die Sportler dazu bewegen, trotz Verboten Dopingmittel einzusetzen.
Es wird eine Kombination aus systemtheoretischer Makroanalyse und akteurzentrierter Mikroanalyse angewandt, ergänzt durch illustrative Beispiele aus dem Radsport.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Doping, der systemtheoretischen Struktur des Sports und der Modellierung der Dopingentscheidung als strategisches Spiel.
Schlüsselbegriffe sind Doping, Gefangenendilemma, Sieg/Niederlage-Code, Rationalität und das Handeln unter Druck.
Es veranschaulicht, dass Sportler oft in einer Situation gefangen sind, in der individuelles, rationales Handeln (Doping) zu einem kollektiv schlechteren Ergebnis führt als ein kooperativer Verzicht.
Der Autor argumentiert, dass die kurzfristige Karriereplanung und der soziale Druck den Ausstieg aus dem System unmöglich erscheinen lassen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass einfache Strategien wie Axelrods „TIT-FOR-TAT“ aufgrund von Informationsdefiziten im Sport nur schwer anwendbar sind.
Er sieht den Sport in einem Kreislauf von gegenseitigen Verdächtigungen und einem Sieges-Imperativ, der Doping als „beste Strategie“ erscheinen lässt.
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