Masterarbeit, 2026
124 Seiten, Note: 1
Der demografische Wandel stellt das österreichische Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen. So wird der Anteil der über 65-Jährigen bis 2050 auf über 27 Prozent ansteigen, begleitet von chronischen Erkrankungen, sinkenden gesunden Lebensjahren sowie wachsenden Versorgungsengpässen im intra- und extramuralen Bereich. Diese Szenarien stehen einem traditionell kurativ ausgerichtetem Versorgungssystem gegenüber, dem es an präventiven Strukturen mangelt und mit einem steigenden Fachkräftemangel in der Pflege konfrontiert ist.
Vor diesem Hintergrund versucht die vorliegende Masterarbeit eine Antwort auf systemische Versorgungslücken mit dem international bereits etablierten, wohnortnahem Konzept des Community Nursing (CN) zu finden und widmet sich dabei zwei zentralen Forschungsfragen: das Profil der Community Nurse sowie Möglichkeiten einer nachhaltigen strukturellen und finanziellen Verankerung. Die titelgebende Frage, ob CN eine Innovation oder doch mehr vom Gleichen darstellt, lässt sich dabei nicht abschließend beantworten. Die Arbeit kommt jedoch zu dem Schluss, dass CN derzeit Überschneidungen mit vorhandenen Strukturen aufweist, allerdings auch Innovationspotenzial besitzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass CN als Schnittstellenfunktion Bedarfserkennung, Gesundheitsförderung, Edukation und soziale Vernetzung vereint, jedoch weder Hauskrankenpflege noch professionelle Sozialarbeit substituiert. In weiterer Folge wurden vier Varianten struktureller Ansiedlung identifiziert: die kommunale Ebene, Primärversorgungseinheiten, die Pflegeberatung des Landes Salzburg sowie die bestehende Struktur der mobilen Dienste.
Die Schlussfolgerungen belegen, dass CN insbesondere bei Pflegestufe 1 bis 3 präventiv wirksam wäre, häusliche Pflege gegenüber stationärer Betreuung erheblich kostengünstiger gestaltet und pflegende Angehörige entlastet werden könnten. Eine nachhaltige Umsetzung erfordert jedoch eine Mischfinanzierung, gesetzliche Verankerung über das GuKG hinaus sowie ein klares politisches Bekenntnis zu Prävention.
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