Masterarbeit, 2026
124 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
1.1 BESTANDSAUFNAHME IN DER PRIMÄRVERSORGUNG
1.2 COMMUNITY NURSING ALS INNOVATION
1.3 KLÄRUNGSBEDÜRFTIGE FORSCHUNGSFRAGEN UND WEITERE ZIELSETZUNGEN
1.4 AUFBAU DER MASTERARBEIT
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 HERAUSFORDERUNGEN EINER ALTERNDEN GESELLSCHAFT
2.2 DAS ÖSTERREICHISCHE GESUNDHEITSSYSTEM
2.2.1 Die Säulen des Gesundheitssystems
2.2.1.1 Erste Säule: intramuraler Bereich
2.2.1.2 Zweite Säule: extramuraler Bereich
2.2.1.3 Dritte Säule: Öffentlicher Gesundheitsdienst
2.2.2 Organisation
2.2.3 Finanzierung
2.3 PUBLIC HEALTH
2.3.1 Prävention
2.3.2 Gesundheitsförderung
2.4 EXKURS: PFLEGE
2.4.1 Betreuungsformen im Kontext der Pflegestufen
2.4.2 Modelle der Prävention in der Pflege
2.4.3 Pflege und Konnex zu Community Nursing
2.5 COMMUNITY NURSING
2.5.1 Community Nurses als Akteurinnen der Gesundheitsförderung
2.5.2 Qualifikation: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen
2.5.3 Aufgaben und Rollenprofil in Bezug auf das PHIW
2.5.4 Mögliche Berufsfelder
2.6 COMMUNITY NURSING IN ÖSTERREICH
2.6.1 Pilotphase (2022-2024)
2.6.1.1 Ziele und Zielgruppen
2.6.1.2 Aufgaben und Rollenprofil der Community Nurses
2.6.1.3 Wesentliche Ergebnisse der Evaluierung
2.6.2 Umsetzung nach Abschluss der Pilotphase in den Bundesländern
2.6.3 Umsetzung im Bundesland Salzburg
2.6.3.1 IST-Stand auf Basis der EU-Finanzierung 2022-2024
2.6.3.2 Strukturelle Umsetzung 2025
2.6.3.3 Finanzierung 2025
2.6.3.4 Vermeidung von Doppelgleisigkeiten – bestehende Angebote außerhalb CN
2.7 COMMUNITY NURSING INTERNATIONAL
2.7.1 Bulgarien
2.7.2 China
2.7.3 Deutschland
2.7.4 Irland
2.7.5 Schweden
2.7.6 USA
2.7.7 Vereinigtes Königreich (UK)
2.8 ZWISCHENFAZIT
3 EMPIRISCHER TEIL
3.1 EMPIRISCHES FORSCHUNGSDESIGN
3.1.1 Expertinnen-Interviews
3.1.2 Datenanalyse anhand einer morphologischen Matrix
3.2 ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG DER INTERVIEWS
3.2.1 Pilotphase: Erkenntnisse, Potenziale und Herausforderungen
3.2.2 Zielgruppe
3.2.3 Rollendefinition, Kernaufgaben und Leistungen
3.2.4 Qualifikationen und Kompetenzen
3.2.5 Weiterentwicklung des Profils von CN
3.2.6 Rechtliche Verankerung
3.2.7 Strukturelle Verankerung und Organisation
3.2.8 Finanzierung und ökonomische Effekte
3.2.9 Lücken
3.2.10 Herausforderungen
3.3 ABLEITUNG MÖGLICHER VARIANTEN ZUR AUSGESTALTUNG VON CN IN SALZBURG
3.3.1 Variante 1: Kommunale Ebene
3.3.2 Variante 2: Primärversorgungseinheit
3.3.3 Variante 3: Pflegeberatung
3.3.4 Variante 4: Sozialarbeit als „erweitertes CN“ der Sozialen Dienste
4 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN & ÜBERLEGUNGEN
4.1 DEFINITION DES PROFILS: PFLEGERISCHE EXPERTIN ALS WUNDERWUZZI
4.2 FASSUNG EINER KONZEPTIONELLEN VERANKERUNG
4.3 INNOVATIVE LÖSUNG ODER MEHR VOM GLEICHEN?
4.4 DISKUSSION ZUKÜNFTIGER HANDLUNGSOPTIONEN
4.4.1 CN im Kontext pflegerischer Versorgung
4.4.2 CN und pflegende Angehörige
4.4.3 Gebot der Zusammenarbeit aller Beteiligter
4.4.4 Nutzung von Technologien
4.4.5 Notwendigkeit zu politisch nachhaltigem Handeln
4.4.5.1 Ökonomische Überlegungen
4.4.5.2 Rechtspolitische Anknüpfungspunkte zur Implementierung von CN
4.5 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN
4.5.1 Gruppe der zukünftigen Betroffenen
4.5.2 Telenurse als Pflegekraft der Zukunft?
4.5.3 Wohnformen
4.5.4 Migration
Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Masterarbeit besteht darin, das Profil einer Community Nurse im Bundesland Salzburg präzise zu definieren und tragfähige Lösungsansätze für eine nachhaltige strukturelle sowie finanzielle Verankerung dieses Versorgungsmodells zu entwickeln. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des wachsenden Fachkräftemangels in der Pflege geht die Untersuchung der zentralen Forschungsfrage nach, inwieweit Community Nursing (CN) eine echte soziale Innovation zur Entlastung der Langzeitpflege darstellt oder lediglich bestehende Versorgungsstrukturen doppelt abbildet („mehr vom Gleichen“). Im Fokus steht dabei die Schließung präventiver Versorgungslücken sowie die Unterstützung pflegender Angehöriger im kommunalen Umfeld.
3.2.1 Pilotphase: Erkenntnisse, Potenziale und Herausforderungen
Die Evaluierung der Pilotphase durch das Institute for Applied Research on Ageing (IARA) an der Fachhochschule Kärnten zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Potenziale von Community Nursing auf. Das Thema „Community Nursing“ wurde bereits über einen längeren Zeitraum im Vorfeld der Projektphase in Fachkreisen diskutiert. Die Möglichkeit, EU-Gelder zu lukrieren, kam sehr kurzfristig, sodass die Rahmenbedingungen für die Pilotprojekte sehr offen gestaltet wurden. Die durch die EU-Finanzierung zur Verfügung stehenden freien Mittel haben eine Dynamik und Innovationsfähigkeit geschaffen.
Der Fokus war jedenfalls, dass CN ein bedarfsorientiertes und regional anpassbares, niederschwelliges Angebot sein soll, das sich während der Pilotphase entwickeln sollte. Vorrangig galt es, das System CN bekannt zu machen, Vernetzung und Zusammenarbeit in den Regionen/Gemeinden aufzubauen und ein Profil zu entwickeln. Der Einsatz der EU-Mittel wurde dafür als sehr hilfreich angesehen, da den Projektträgern ein großer Spielraum zur Umsetzung gegeben wurde. Die Einreichungen umfassten erste Grundideen und Maßnahmen für den Aufbau bis hin zu sofort umsetzbaren Konzepten. Somit entwickelten sich die CN-Strukturen und damit verbunden auch das Leistungsprofil regional sehr dynamisch, den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst. Auch die unterschiedlichen Strukturen, an die Community Nurses angedockt waren (kommunal, Regional- und Sozialhilfeverbände, eigenständig), machten es zusätzlich schwierig, eine Vereinheitlichung zumindest in den Rahmenbedingungen und dem Leistungsprofil innerhalb der dreijährigen Pilotphase zu erreichen.
Parallel zur Pilotphase wurden die Diskussionen weitergeführt, was Community Nursing überhaupt bedeutet und wie die Rolle einer Community Nurse verstanden werden kann. Hierzu gab es keine abschließende Definition, da es nicht gelungen ist, unterschiedliche Blickwinkel auf einen Konsens zu vereinen. Insbesondere bezogen sich die Diskussionen auf das Verständnis von Community Nursing. Hierbei ging es vor allem um die Debatte, wie „Health“, also Gesundheitsförderung und Förderung der Gesundheitskompetenz, der Schwerpunkt der Tätigkeit sein soll bzw. sein muss und welche Bedeutung dies folglich für bestehende Strukturen bzw. den Aufbau an sich in einem doch sehr fragmentierten, von Föderalismus geprägten Gesundheits- und Sozialsystem hat. Die fehlende Vorlaufzeit, die zeitliche Begrenzung der Pilotphase, aber auch die unklaren Rollen und unterschiedlichen Diskurse erschwerten diese Phase.
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die demografischen und personellen Problemlagen der Primärversorgung in Österreich ein, verortet Community Nursing als innovatives Konzept und formuliert die forschungsleitenden Fragestellungen sowie den Aufbau der Masterarbeit.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Auf Basis von Public-Health-Konzepten, Präventionsmodellen und der Säulenstruktur des österreichischen Gesundheitssystems wird Community Nursing im Kontext nationaler Pilotprojekte, internationaler Best-Practice-Beispiele sowie bestehender Salzburger Angebote eingehend analysiert.
3 EMPIRISCHER TEIL: Das Kapitel umfasst das methodische Design mittels leitfadengestützter problemzentrierter Expertinnen-Interviews, stellt deren qualitative Auswertung dar und leitet anhand einer morphologischen Matrix vier strukturelle Verankerungsvarianten für das Land Salzburg ab.
4 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN & ÜBERLEGUNGEN: Die zentralen Forschungsfragen zum Rollenprofil und zur nachhaltigen Finanzierung werden beantwortet, das Spannungsfeld zwischen Innovation und Doppelgleisigkeit kritisch diskutiert sowie Zukunftsperspektiven wie Telepflege, Wohnmodelle und Migration beleuchtet.
Community Nursing, Pflegevorsorge, Gesundheitsförderung, Prävention, Primärversorgung, Public Health Intervention Wheel, Salzburg, Pflegende Angehörige, Föderalismus, Schnittstellenmanagement, Pflegefondsgesetz, Morphologische Matrix
Die Arbeit analysiert das Konzept des Community Nursing als Steuerungsinstrument der pflegerischen Primärversorgung im Bundesland Salzburg. Sie untersucht, wie diplomiertes Pflegepersonal wohnortnah eingesetzt werden kann, um Pflegebedürftigkeit zu verzögern, das bestehende System präventiv zu entlasten und pflegende Angehörige gezielt zu unterstützen.
Zu den zentralen Themenfeldern gehören der demografische Wandel, das Drei-Säulen-Modell des österreichischen Gesundheitswesens, Public Health und Salutogenese, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Pflegesystems sowie die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten mit bestehenden mobilen Diensten.
Das Ziel ist die Klärung, welches Kompetenz- und Aufgabenprofil eine Community Nurse im Land Salzburg benötigt und wie ein nachhaltiges strukturelles sowie finanzielles Modell aussehen kann, um bestehende Versorgungslücken präventiv zu schließen, anstatt lediglich bestehende Angebote zu verdoppeln.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign: Es wurden problemzentrierte Expertinnen-Interviews mit zentralen Akteurinnen aus Pflegepraxis, Verwaltung, Krankenversicherung und Wissenschaft geführt, die transkribiert, kategorienbasiert ausgewertet und mittels einer morphologischen Matrix nach Zwicky in systemische Umsetzungsvarianten überführt wurden.
Im Hauptteil werden nach einer Bestandsaufnahme der Pilotphase 2022–2024 die empirischen Interviewergebnisse zu Rollendefinition, Qualifikation und Finanzierung dargelegt. Daraus werden vier konkrete Varianten der Verankerung (Gemeindeebene, Primärversorgungseinheit, Pflegeberatung des Landes und Soziale Dienste/NGOs) abgeleitet und hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen gegenübergestellt.
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Community Health Nursing, Public Health Intervention Wheel, Pflegefondsgesetz, Primärversorgungseinheit (PVE), Case- und Care-Management, Gesundheitskompetenz, Prävention und Angehörigenentlastung.
Das Land Salzburg argumentierte nach dem Auslaufen der EU-Mittel mit Haushaltskonsolidierungen und verwies darauf, dass sich viele Angebote von Community Nurses mit bereits etablierten Angeboten wie der landeseigenen Pflegeberatung, mobilen Hilfsdiensten und Sozialbeauftragten überschneiden würden, weshalb die Finanzierung ab 2026 den Gemeinden überlassen wurde.
Wissenschaftliche Evaluierungen belegen, dass die häusliche Begleitung durch die Kombination aus mobilen Diensten und Community Nursing pro Person jährlich rund 20.000 Euro günstiger ist als ein Heimplatz. Zudem werden Spitalsaufenthalte und Hausarztbesuche verringert, da gesundheitliche Risiken vor allem bei den Pflegestufen 1 bis 3 frühzeitig abgefangen werden.
Zwar ist Community Nursing im Pflegefondsgesetz (PFG) und über § 14 GuKG verankert, es fehlt jedoch eine planmäßige Aufnahme in das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Ohne diese sozialversicherungsrechtliche Anerkennung können Leistungen derzeit nicht als Kassenleistung ärztlich verschrieben und refinanziert werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

