Examensarbeit, 2011
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter
2.1 Definition und Klassifikation kindlicher und jugendlicher Adipositas
2.2 Body Mass Index: Diagnoseverfahren zur Bestimmung von Adipositas im Kindes- und Jugendalter
2.3 Prävalenz von Adipositas im Kindes- und Jugendalter
2.4 Folgebelastungen
2.4.1 Medizinische Folgen
2.4.2 Psychosoziale Folgen
2.4.3 Sozioökonomische Folgen
3 Ätiologie von Übergewicht und Adipositas – ein weitreichendes Ursachengeflecht
3.1 Energiehaushalt
3.1.1 Energieaufnahme
3.1.1.1 Physiologische Mechanismen der Hunger-/Sättigungsregulation
3.1.1.2 Makronährstoffe – Fette, Kohlenhydrate und Proteine
3.1.2 Energieverbrauch
3.2 Genetische Faktoren
3.2.1 Formalgenetische Studien
3.2.2 Monogene Adipositas
3.2.3 Polygene Adipositas
3.3 Soziokulturelle Faktoren
3.3.1 Perinatale Programmierung
3.3.2 Körperliche Aktivität
3.3.3 Medienkonsum
3.3.4 Sozialer Status
3.3.5 Familiäres Umfeld
4 Portionsgrößen – eine komplexe Ursache
4.1 Forschungsstand zu Portionsgrößen und der Adipositasentwicklung
4.1.1 Entwicklung steigender Portionsgrößen
4.1.2 Komplexität steigender Portionsgrößen
4.1.2.1 Energieaufnahme
4.1.2.2 Energiedichte
4.1.2.3 Personengruppen
4.1.2.4 Außer-Haus Verzehr
4.1.2.5 Snack-Food
4.1.2.6 Fast-Food
4.2 Portionsgrößen in Deutschland
4.2.1 Portionsgrößenentwicklung in Deutschland
4.2.2 Portionsgrößenvarianz und Energiegehalt verschiedener Snack-Foods
5 Therapie und Prävention von Adipositas
5.1 Therapie- und Prävention
5.2 Diskussion präventiver Faktoren zur Reduktion des gesteigerten Portionsgrößenkonsums und -verzehrs
6 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Portionsgrößen bei Lebensmitteln und Gerichten als treibenden Faktor für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas, mit einem spezifischen Fokus auf das Kindes- und Jugendalter, um gesundheitspolitische und präventive Strategien abzuleiten.
3.1.1.1 Physiologische Mechanismen der Hunger-/Sättigungsregulation
In der gegenwärtigen Forschung ist es durchaus bekannt, dass die Erziehung unsere Nahrungsaufnahme beeinflusst. Die Regulation der Nahrungsaufnahme ist ein vielschichtiger psychophysiologischer Prozess und hat in den letzten 50 Jahren aufgrund der steigenden Prävalenz von Adipositas zunehmend an Bedeutung gewonnen (vgl. Schusdziarra und Erdmann, 2010, S. 47). Das Gebiet der Nahrungsaufnahme ist sehr komplex. Somit stellen die genannten Aspekte in diesem Kapitel keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Für die Regelung der Nahrungsaufnahme sind Begriffe wie Appetit, Hunger und Sättigung von signifikanter Bedeutung. Appetit ist „eine eher lustvolle Motivation zu essen, die häufig auch auf bestimmte Nahrungsmittel ausgerichtet ist“ (Pudel und Westenhöfer, 2003, S. 85), Hunger hingegen stellt ein eher „unbehagliches, schmerzhaftes Verlangen dar, etwas zu essen, wobei dieses Verlangen zumeist nicht auf ein spezifisches Lebensmittel abzielt“ (Pudel und Westenhöfer, 2003, S. 85). Hunger und Appetit führen somit zum Antrieb der Nahrungsaufnahme, während die Sättigung als Prozess der Beendigung einer Mahlzeit bezeichnet werden kann, der durch die Nahrungsaufnahme ausgelöst wird. Die Sättigung tritt erst nach der Nahrungsaufnahme ein und beschreibt die Zeitdauer bis zum nächsten Hungergefühl (vgl. Winkler et al., 2010, S. 681; Grünewald-Funk, 2002; S. 12; Pudel und Westenhöfer, 2003, S. 85f.).
Mit dem Beginn der Nahrungsaufnahme entwickelt sich ein Sättigungsgefühl, dass etwa nach 30 bis 40 Minuten seinen Höhepunkt erreicht hat und zu einer Unterbrechung der Nahrungsaufnahme von mehreren Stunden führen kann (vgl. Schusdziarra und Erdmann, 2010, S. 47). Dabei ist das Sättigungsgefühl nicht als „automatische Essbremse“ zu verstehen, die einer zu hohen Energieaufnahme entgegenwirkt. Eine Unterbrechung der Nahrungsaufnahme findet vielmehr aufgrund von Verdauungs- und Rezeptionsprozessen statt, die eine entsprechende Aufbereitung der aufgenommenen Nahrungsbestandteile ermöglichen. Die Unterbrechung der Nahrungsaufnahme unterstützt diese Aufbereitung und führt zu einer qualitativ und quantitativ möglichst optimalen Aufnahme in die Blutbahn.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den globalen Anstieg von Übergewicht und Adipositas, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und stellt die Bedeutung der Portionsgrößen als zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit vor.
2 Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert Adipositas, erläutert Diagnoseverfahren mittels BMI-Perzentilen und diskutiert die medizinischen, psychosozialen und sozioökonomischen Folgebelastungen.
3 Ätiologie von Übergewicht und Adipositas – ein weitreichendes Ursachengeflecht: Es wird das multifaktorielle Ursachengeflecht untersucht, wobei der Energiehaushalt (Hunger-/Sättigungsregulation), genetische Faktoren (monogene vs. polygene Adipositas) und soziokulturelle Einflussfaktoren fokussiert werden.
4 Portionsgrößen – eine komplexe Ursache: Dieses Kapitel stellt den Kern der Arbeit dar, analysiert den Forschungsstand zu steigenden Portionsgrößen im In- und Ausland sowie deren spezifische Auswirkungen in Deutschland, insbesondere im Bereich Snack-Food und Fast-Food.
5 Therapie und Prävention von Adipositas: Das Kapitel evaluiert bestehende Therapie- und Präventionsstrategien und diskutiert, wie durch veränderte Portionsgrößen, politische Rahmenbedingungen und Bildungsarbeit Adipositas effektiv entgegengewirkt werden kann.
6 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen gegen das epidemische Ausmaß von Adipositas und hebt die Bedeutung des frühen Erlernen natürlicher Hunger- und Sättigungssignale hervor.
Adipositas, Übergewicht, Kindes- und Jugendalter, Portionsgrößen, Energieaufnahme, Energiedichte, Prävention, Fast-Food, Snack-Food, Energiebilanz, genetische Faktoren, Sättigungsregulation, Ernährungsverhalten, Gesundheitssystem, Lebensmittelindustrie
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen zunehmenden Portionsgrößen bei Lebensmitteln und der Entstehung von Übergewicht sowie Adipositas, mit einem Fokus auf Kinder und Jugendliche.
Die Arbeit behandelt die Klassifizierung und Epidemiologie von Adipositas, die physiologischen und genetischen Ursachen, den Einfluss soziokultureller Faktoren sowie die Auswirkungen von Portionsgrößen durch Marketing und Verzehrgewohnheiten.
Das Ziel ist es, die Problematik wachsender Portionsgrößen aufzuzeigen, deren Einfluss auf die Adipositasentwicklung zu analysieren und präventive Ansätze zu diskutieren.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes, ergänzt durch eigene Recherchen zu Portionsgrößen und Energiegehalten von Snack-Produkten in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (Energiehaushalt, Genetik, Umwelteinflüsse) sowie eine vertiefte Betrachtung der Rolle von Portionsgrößen in Deutschland unter Einbeziehung von Fast-Food und Snack-Food.
Kernbegriffe sind Adipositas, Kindesalter, Portionsgrößen, Energieaufnahme, Energiedichte und Prävention.
Ein frühzeitiger Anstieg des Körperfettanteils, bekannt als "Adiposity Rebound", dient als guter Prädikator für ein späteres Adipositasrisiko und ist somit ein wichtiger diagnostischer Hinweis.
Die Arbeit zeigt, dass größere Verpackungen zu einem höheren Verzehr führen, da Probanden ihre Nahrungsaufnahme verstärkt an der Portion orientieren und nicht an internen Hunger-Sättigungssignalen.
Die Politik wird als Akteur gesehen, der durch Gesetze die Kostenverhältnisse zwischen kleinen und großen Portionen neutralisieren und Standards für Portionsangaben definieren sollte.
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