Magisterarbeit, 2015
72 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
1.1 Hinführung zum Forschungsgegenstand
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung und Methodik
1.4 Quellen
2. DIE THEORETISCHEN GRUNDLAGEN ZU MEDIEN, MEDIZIN UND KOMMUNIKATION
2.1 Medienforschung und Rezeption
2.2 Medien in der Türkei
2.3 Kommunikationswissenschaft i.e.S. Gesundheitskommunikation
2.4 Exkurs: Was ist das TMU-Verfahren?
2.5 Zwischenfazit
3. DAS VERHÄLTNIS VON DEPRESSION UND MEDIUM
3.1 Geschichte der Depression
3.2 Depression aus globaler Perspektive
3.3 Blick auf die Depression aus nationaler Sicht
3.4 Ülke TV, Psikoyorum.tv, Üsküdar Universität, NPGRUP & Memory Center
3.5 Zwischenfazit
4. DIE ALLGEMEINEN THEORETISCHEN GRUNDLAGEN DER INHALTSANALYSE
4.1 Inhaltsanalyse der Videos
4.1.1 Zeitliche Überschneidungen der Videos & Ähnlichkeiten in den Namen der Videos
4.1.2 Inhaltsanalyse der Videos der NPGRUP (Psikoyorum.tv)
4.1.3 Inhaltsanalyse der Videos von Ülke TV (Psikoyorum.tv)
4.1.4 Inhaltsanalyse der Videos der Üsküdar Universität
4.2 Zwischenfazit
5. SCHLUSSBEMERKUNG
Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Frage, wie das Krankheitsbild der Depression in türkischen Medien dargestellt und vermittelt wird. Im Mittelpunkt steht die kritische Beleuchtung des Spannungsverhältnisses zwischen sachlicher Aufklärung und kommerziellen Interessen im Rahmen der Gesundheitskommunikation. Dabei wird analysiert, inwieweit depressive Rezipienten nicht primär als Hilfesuchende, sondern als ökonomische Zielgruppe adressiert werden und welche Rolle personelle und institutionelle Verflechtungen zwischen Medienplattformen, Kliniken und Bildungseinrichtungen spielen.
2.4 Exkurs: Was ist das TMU-Verfahren?
Zum Verständnis welche Rolle die TMU in dieser Arbeit spielt, wird hier ein Exkurs erstellt. Dieser erklärt, was die Technologie im Besonderen so interessant macht für diese Untersuchung. Es geht über materielle Absichten hinaus auch um machtpolitische Absichten, die es nachzuweisen gilt. Die Vorteile der Technik werden stets mit Nachdruck betont. Durch die Schaffung eines magnetischen Feldes um das Gehirn wird eine Änderung der Gehirnfunktionen beabsichtigt. Mit der Befestigung von Spulen am Kopf werden elektrische Ströme ausgestoßen, die in elektromagnetische Impulse übergehen. Das ändert die unter der Schädelkappe in den Nervenzellen befindlichen ausgestoßenen elektrischen Aktivitäten. In einer Séance werden 500-1.000 Stöße vollzogen. Diese werden 15-20 Tage durchgeführt. Dieses kann Kopfschmerzen verursachen. Personen mit Epilepsie und metallischen Gegenständen im Körper sind nicht geeignet für die TMU-Behandlung. Ein Anstieg an Patienten ist zu verzeichnen. Die U.S. Food and Drug Administration hat diese Methode als Class II klassifiziert und zum Verkauf freigegeben. Zudem sei sie eine Möglichkeit, Patienten, die gegen Medikamente resistent sind, zu behandeln.
Für Betroffene, die auf Antidepressiva resistent sind und einer Depression leiden, wurde TMU als Verfahren anerkannt. Dies ist nachweislich auf e-psikiyatri.com von der FDA belegt. 2007 war das Gerät noch nicht genehmigt. Der Beirat der FDA beschloss die Zulassung 2009 dann jedoch. Obwohl die TMU doppelt so hohe Ergebnisse wie andere Geräte erzielt, wird im Hinblick auf ihre Wirksamkeit von einigen Ausschüssen dennoch als zu gering und darüber hinaus marginal empfunden und bleibt somit umstritten. Risiken und Nutzen wurden gegeneinander abgewogen. Hinsichtlich des Anerkennungsprozesses spielt Michael Thase von der Pennsylvania University eine überaus bedeutende Rolle. Er führte den Beleg für eine tatsächliche Wirksamkeit im Wettstreit zwischen TMU und EKT an.
Die Homepage von Nevzat Tarhan enthält dazu folgende Informationen, und zwar, dass die Technologie (TMU) seit 15 Jahren erforscht wird. Der Unterschied zur EKT ist, dass bei der EKT direkt per elektrische Stromstöße auf das Gehirn eingewirkt wird. Dort muss stationär behandelt werden im Gegensatz zur TMU, ohne dass es zum Beispiel einer Anästhesie bedarf. Für eine Sitzung braucht es je nach Patient eine Dauer von 5-30 Minuten.
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Problemstellung ein, skizziert den aktuellen Forschungsstand zur Medien- und Gesundheitskommunikation und benennt die qualitative Inhaltsanalyse als zentrale Forschungsmethode zur Untersuchung von Psikoyorum.tv.
2. DIE THEORETISCHEN GRUNDLAGEN ZU MEDIEN, MEDIZIN UND KOMMUNIKATION: Es werden medienwissenschaftliche Grundlagen der Rezeptionsforschung, die Spezifika der türkischen Medienlandschaft und Konzepte der Gesundheitskommunikation dargelegt sowie ein Exkurs zur Funktionsweise und Kontroverse des TMU-Verfahrens unternommen.
3. DAS VERHÄLTNIS VON DEPRESSION UND MEDIUM: Dieser Abschnitt beleuchtet die Historie des Depressionsbegriffs, globale und nationale epidemiologische Entwicklungen sowie die institutionellen Verflechtungen zwischen Sendern, Webportalen, Universitäten und privaten Kliniken.
4. DIE ALLGEMEINEN THEORETISCHEN GRUNDLAGEN DER INHALTSANALYSE: Neben der Darlegung der methodischen Prämissen nach Mayring und Berelson erfolgt hier die konkrete empirische Auswertung des Videomaterials aus Sendungen von Ülke TV, der NPGRUP und der Üsküdar Universität.
5. SCHLUSSBEMERKUNG: Das Abschlusskapitel synthetisiert die Ergebnisse, problematisiert die Instrumentalisierung von Patienten als ökonomische Zielgruppe und reflektiert medienethische Fragestellungen hinsichtlich Stigmatisierung und Heilungsversprechen.
Depression, Gesundheitskommunikation, Medienrezeption, Türkei, Psikoyorum.tv, Ülke TV, Inhaltsanalyse, TMU-Verfahren, Transkranielle Magnetstimulation, Nevzat Tarhan, NPGRUP, Stigmatisierung, Ökonomisierung der Medizin, Infotainment, Medizinethik
Die Untersuchung analysiert den medialen Umgang mit der Volkskrankheit Depression in der Türkei anhand exemplarischer Videoinhalte und hinterfragt die Schnittstellen zwischen Medien, Psychiatrie und ökonomischen Unternehmensinteressen.
Die Arbeit verbindet Medien- und Kommunikationswissenschaft mit medizinischen und ethischen Fragestellungen, insbesondere Medienwirkungsforschung, Rezeptionsverhalten psychisch Kranker und Gesundheitskommunikation im türkischen Rundfunk- und Internetsektor.
Ziel ist es herauszuarbeiten, ob depressive Rezipienten in medialen Formaten als mündige Patienten aufgeklärt oder vorrangig als wirtschaftliche Zielgruppe zur Vermarktung spezieller Therapieangebote wie der TMU adressiert werden.
Es kommt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring zur Anwendung, wobei transkribierte Videobeiträge systematisch kategorisiert, reduziert und auf latente Botschaften sowie Werbeabsichten hin überprüft werden.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Kommunikations- und Mediensysteme in der Türkei konkrete Videoinhalte der Plattform Psikoyorum.tv und der Sendung „İyi Bak Kendine“ (Ülke TV) hinsichtlich ihrer Aussagen zu Therapiemethoden und Expertenauftritten untersucht.
Wesentliche Begriffe sind Depression, Gesundheitskommunikation, Qualitative Inhaltsanalyse, TMU-Verfahren, Psikoyorum.tv, NPGRUP, Stigma und Ökonomisierung.
Die transkranielle Magnetstimulation (TMU/TMS) wird in zahlreichen Beiträgen als innovative, nebenwirkungsarme Alternative bei therapieresistenter Depression vorgestellt, wobei die wissenschaftliche Evidenz kontrovers bleibt und Werbeabsichten im Vordergrund stehen.
Die Analyse verdeutlicht eine enge personelle und unternehmerische Verknüpfung zwischen dem Moderator Uğur Canbolat, Experten wie Prof. Dr. Nevzat Tarhan, dem Sender Ülke TV, der Plattform Psikoyorum.tv, der privaten Klinikkette NPGRUP und der Üsküdar Universität.
Es wird konstatiert, dass betroffene Rezipienten oft durch unkritische Heilsversprechen und eine Vermischung von Information und kommerzieller Werbung in einer vulnerablen Lage ausgenutzt werden, anstatt einen tabufreien, objektiven Diskurs über psychische Erkrankungen zu fördern.
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