Bachelorarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Ziel dieser Arbeit
1.2. Historischer Hintergrund zum Nordirlandkonflikt
1.3. Grundlagen zu Murals
1.4. Untersuchungsgebiete und -methoden
2. Konstanten in der Symbolik am Beispiel von King William of Orange
2.1. Politischer Hintergrund
2.2. Gründe für das Bestehen über längere Zeit
3. Veränderungen in Motiven am Beispiel der Red Hand of Ulster
3.1. Entstehung des Motivs
3.2. Bisherige Abwandlungen
3.3. Gegenwärtige Abwandlungen des Motivs
3.4. Tendenzen und Veränderungen
4. Verschwinden von Motiven am Beispiel aggressiver IRA-Murals
4.1. Politischer Hintergrund
4.2. Gründe für das Verschwinden
5. Aufkommen neuer Motive und Symbole am Beispiel moderner Murals
5.1. Politischer Hintergrund
5.2. Kampagnen
5.3. Versöhnung
5.4. Politische und kulturelle Aufklärung
5.5. Modernes
5.6. Cross-community projects
6. Tendenzen und Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Nordirlandkonflikts und deren Spiegelung in der Volkskunst des Mural paintings, wobei der Fokus auf dem Wandel der verwendeten Symbole und Motive im Kontext politischer und sozialer Veränderungen liegt.
3.3 Gegenwärtige Abwandlungen des Motivs
Neben den allesamt paramilitärischen Darstellungen der Red Hand of Ulster als Faust, mit Stacheldraht umwickelt, mit Flügeln versehen oder vor verschiedenen Hintergründen, wirkt eine erst kürzlich entstandene Abwandlung im protestantischen Shankill besonders interessant.
Dieses Mural ist Teil eines größeren, etwa 2 Meter hohen und 12 Meter breiten Gesamtbildes (Abbildung 17). Es ist an der Kreuzung der Northumberland Street und Beverly Street in Belfast zu finden. Das Wandbild stellt eine Art Begrüßung auf einer Straße im Stadtteil Shankill dar, die eine Verbindungsstraße zum katholischen Stadtteil Falls ist.
Durch den himmelblauen Hintergrund und den comic-artigen Zeichenstil wirkt das Gesamterscheinungsbild eher freundlich. In großen goldenen Lettern steht der Schriftzug Welcome to the Shankill Road, der über fünf Einzelbildern im Stil von Polaroidfotos prangt. Das hier besprochene Bild ist das Zentrum des Gesamtbildes. Es wird auf eine interessante und moderne Weise mit Symbolen gespielt, wozu auch andere Murals selbst zählen. Von links nach rechts sieht der Betrachter eine Kriegsdarstellung mit der roten Mohnblume als Gedenkblume, ein Mitglied einer Marschkapelle und ein Mitglied des Oranierordens vor einem noch nicht entzündeten Bonfire, dann das zu besprechende Teilbild. Rechts davon folgt ein Bild mit kulturellen Tätigkeiten und Gegenständen wie etwa ein Fußball mit einer Aufschrift, die wahrscheinlich auf den traditionell protestantischen Linfield FC hinweist. Am äußeren rechten Rand sind Gebäude dargestellt, wovon eines ein Mural zu King William III von England trägt. Das Gesamtbild ist somit von großer Intertextualität geprägt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Arbeit dar, führt in den Nordirlandkonflikt sowie die Kultur der Murals ein und erläutert die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2. Konstanten in der Symbolik am Beispiel von King William of Orange: Das Kapitel befasst sich mit der historischen Bedeutung des Motivs King William of Orange und analysiert die Gründe für dessen Langlebigkeit in der loyalistischen Wandmalerei.
3. Veränderungen in Motiven am Beispiel der Red Hand of Ulster: Hier wird die Entwicklung der „Red Hand of Ulster“ beleuchtet, von der historischen Entstehung über paramilitärische Abwandlungen bis hin zu modernen, versöhnlicheren Darstellungsformen.
4. Verschwinden von Motiven am Beispiel aggressiver IRA-Murals: Das Kapitel analysiert den Rückgang und das Verschwinden aggressiver republikanischer Motive im Zuge des Friedensprozesses und der veränderten politischen Strategie der Sinn Féin.
5. Aufkommen neuer Motive und Symbole am Beispiel moderner Murals: Hier werden neue Tendenzen in der Wandmalerei betrachtet, wie soziale Kampagnen, Versöhnungsbotschaften, politische Aufklärung und moderne, teils abstrakte Motive sowie Cross-community-Projekte.
6. Tendenzen und Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Entwicklungen zusammen, bewertet die zunehmende ästhetische Qualität der Wandbilder und diskutiert deren Rolle im Kontext des anhaltenden Friedensprozesses.
Nordirlandkonflikt, Belfast, Murals, Wandmalerei, Loyalisten, Republikaner, King William of Orange, Red Hand of Ulster, Friedensprozess, Symbolik, politische Kommunikation, Cross-community, soziale Kampagnen, Volkskunst, Identität.
Die Arbeit untersucht, wie sich der Nordirlandkonflikt und der darauf folgende Friedensprozess in den politischen Wandbildern (Murals) in Belfast widerspiegeln und welche Bedeutung diese Kunstform im gesellschaftlichen Wandel einnimmt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Motiven von der Konfrontation hin zur Versöhnung, der Rolle der Wandbilder als Mittel für politische Kampagnen und der Bedeutung von Cross-community-Projekten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wandbilder als Medium der politischen Kultur den Wandel von einer durch Feindbilder geprägten Gesellschaft hin zu einem Friedensprozess dokumentieren und beeinflussen.
Der Autor nutzt eine Kombination aus systematischer Feldforschung (Fotografie und Kartierung von Wandbildern in Belfast), Bildanalyse unter Einbeziehung des historischen Kontextes sowie der Auswertung von Fachliteratur und Zeitzeugenberichten.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen von Symbolkonstanten (King William), Motivveränderungen (Red Hand of Ulster), das Verschwinden aggressiver Darstellungen und das Aufkommen neuer, zukunftsorientierter sowie versöhnlicher Motive.
Zentrale Begriffe sind neben Nordirlandkonflikt, Murals, Loyalisten und Republikaner vor allem Friedensprozess, Identität, Volkskunst sowie der Wandel der politischen Symbolik.
Loyalistische Murals fokussieren oft auf territoriales Abstecken und britische Tradition, während republikanische Bilder stärker den Unabhängigkeitskampf, Märtyrer und historische Ereignisse thematisierten, sich jedoch zunehmend in Richtung Gedenken und Versöhnung entwickeln.
Der Friedensprozess hat die Notwendigkeit für aggressive Abschreckung in Wandbildern verringert, was Malern den Raum für künstlerische Kreativität, soziale Kampagnen und gemeinschaftsübergreifende Projekte eröffnet hat.
Es handelt sich um Wandmalerei-Initiativen, bei denen Bewohner beider konfessioneller Lager gemeinsam Projekte gestalten, um Vorurteile abzubauen, sich als Menschen zu begegnen und ihren Wohnraum gemeinsam zu verschönern.
Der Autor schließt, dass Wandbilder zunehmend als Instrument für soziale Regeneration und interkulturellen Austausch dienen, anstatt nur die starren Ideologien der Vergangenheit zu reflektieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

