Diplomarbeit, 2010
120 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. METHODISCHES VORGEHEN
3. MANAGERKARRIEREN VOR DEM HINTERGRUND DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG
3.1. DAS DEUTSCHE WIRTSCHAFTSMODELL IN DEN 70ER UND 80ER JAHREN
3.1.1. Die „Deutschland AG“: Personal- und Kapitalverflechtungen
3.1.2. Das deutsche System der Unternehmenskontrolle
4. DIE TRADITIONELLEN KARRIEREMUSTER DEUTSCHER FÜHRUNGSKRÄFTE
4.1. DER AUSBILDUNGSWEG
4.1.1. Die Hochschulausbildung
4.1.2. Betriebliche Ausbildungen: Stellenwert und inhaltliche Schwerpunkte
4.1.3. Die Besonderheiten des Ausbildungssystems vor dem Hintergrund der deutschen Wirtschaftsordnung
4.2. DER KARRIEREWEG IM UNTERNEHMEN
4.2.1. Die Kaminkarriere
4.2.2. Die Hauskarriere
4.2.3. Vorherrschende Fachbereiche
4.3. ERGEBNISSE
5. VERÄNDERUNGEN DER WIRTSCHAFTSORDNUNG
5.1. DIE DEBATTE ÜBER DIE AUFLÖSUNG DER „DEUTSCHLAND AG“
5.1.1. Entflechtungen
5.1.2. Shareholder-Value-Orientierung
6. DIE GEWANDELTEN KARRIEREMUSTER DEUTSCHER FÜHRUNGSKRÄFTE SEIT DEN 90ER JAHREN
6.1. VERÄNDERTE AUSBILDUNGSHINTERGRÜNDE
6.1.1. Die Hochschulausbildung: Von der Technik zur Betriebswirtschaft?
6.1.2. Betriebliche Ausbildungen: Bedeutungsverlust und „Sieg der Kaufmänner?“
6.2. VERÄNDERTE LAUFBAHNEN IM UNTERNEHMEN
6.2.1. Die Kaminkarriere: Vom Spezialisten zum General-Manager?
6.2.2. Die Hauskarriere: Verlust oder Beständigkeit?
6.2.3. Fachbereiche: Vom Produktions- zum Finanzmanager?
6.2.4. Internationalisierung des Managements?
6.3. ERGEBNISSE
7. DISKUSSION UND AUSBLICK
7.1. EINFLÜSSE DER WIRTSCHAFTSKRISE
7.2. GESAMTABWÄGUNG: WANDEL ODER STABILITÄT DER KARRIEREMUSTER?
7.3. ANREGUNGEN UND NEUE FORSCHUNGSANSÄTZE
Die Arbeit verfolgt das Ziel, aus einer managementsoziologischen Perspektive zu klären, ob und in welchem Ausmaß sich die Karriereverläufe deutscher Führungskräfte seit den 90er Jahren verändert haben. Dabei wird untersucht, inwieweit diese Veränderungen in Zusammenhang mit dem Wandel des deutschen Wirtschaftsmodells und der zunehmenden Annäherung an angloamerikanische Prinzipien stehen.
1. Einleitung
Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise stehen Manager und ihre Entscheidungen zunehmend in der gesellschaftlichen Kritik. Die Rede ist von der rücksichtslosen Verfolgung kurzfristiger Unternehmensgewinne, fehlender fachlicher Kompetenz, zu hohen Gehältern und zu wenig gesamtgesellschaftlicher Verantwortung.
Werden diese, angeblich seit den 90er Jahren veränderten Entscheidungsmuster und Handlungsrationalitäten durch einen Wandlungsprozess im deutschen Management verursacht? Und inwieweit steht dies mit den Ausbildungs- und Karrieremustern der Manager in Zusammenhang? Verändern sich die für die 70er und 80er Jahre typischen Laufbahnen durch gesellschaftliche und ökonomische Einflussfaktoren seit Beginn der 90er Jahre, oder bleiben sie im Zeitverlauf stabil?
Wie nun ein (Top)Manager zu dem wird, was er ist, soll in der vorliegenden Arbeit beantwortet werden. Erörtert werden dazu die typischen Eigenschaften einer deutschen Führungskraft, die mit ihrer Karriere in Verbindung stehen. Die Frage, warum diese besonders interessant sind, lässt sich schnell beantworten: Sie sind es, die die Reproduktion eines bestimmten Typus Managers prägen, der mit seinen beruflichen Haltungen und Orientierungen Entscheidungen mit Konsequenzen für Wirtschaft, Gesellschaft und Unternehmen trifft. Herauszufinden gilt es in diesem Zusammenhang außerdem, ob sich jene Charakteristika im Laufe der Zeit veränderten und damit bspw. auch die Fehlentscheidungen der Manager beeinflussten, die die aktuelle Wirtschaftskrise bedingten. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist der gewandelte Typ Manager nun wirklich der „Bessere“? Oder zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die klassische deutsche Führungskraft diejenige mit den überlegenen Entscheidungsrationalitäten ist? Die Rolle der Karrierehintergründe scheint folglich eine wichtige zu sein. Aus diesem Grund behandelt die vorliegende Arbeit den in der Literatur vielfach diskutierten Wandel der Karriereverläufe deutscher Führungskräfte aus einer managementsoziologischen Perspektive. Sie sollen sich insbesondere seit den 90er Jahren verändert haben. Unter Berücksichtigung verschiedener Erklärungsansätze soll am Ende über Stabilität oder Wandel diskutiert und entschieden werden.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert den managementsoziologisch diskutierten Wandel der Karriereverläufe deutscher Führungskräfte seit den 90er Jahren vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Umbrüche.
2. METHODISCHES VORGEHEN: Es werden empirische Studien und Arbeiten mittels Sekundäranalyse ausgewertet, wobei der Fokus auf männlichen Führungskräften im industriellen Sektor liegt.
3. MANAGERKARRIEREN VOR DEM HINTERGRUND DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG: Das Kapitel beschreibt das deutsche Wirtschaftsmodell der 70er und 80er Jahre als koordinierten Kapitalismus ("Deutschland AG") mit engen Verflechtungen.
4. DIE TRADITIONELLEN KARRIEREMUSTER DEUTSCHER FÜHRUNGSKRÄFTE: Es werden die Merkmale des klassischen deutschen Managements, wie Techniklastigkeit, Kaminkarriere und Hauskarriere, als Ergebnis institutioneller Rahmenbedingungen erläutert.
5. VERÄNDERUNGEN DER WIRTSCHAFTSORDNUNG: Das Kapitel analysiert die Debatte um die Auflösung der "Deutschland AG" durch Liberalisierung, Entflechtung und Shareholder-Value-Orientierung seit den 90er Jahren.
6. DIE GEWANDELTEN KARRIEREMUSTER DEUTSCHER FÜHRUNGSKRÄFTE SEIT DEN 90ER JAHREN: Hier wird untersucht, ob sich die Karrierepfade parallel zu den wirtschaftlichen Veränderungen gewandelt haben, insbesondere bezüglich Ausbildung und Laufbahnmodellen.
7. DISKUSSION UND AUSBLICK: Es erfolgt eine Gesamtabwägung zwischen Wandel und Stabilität der Karrieremuster unter Berücksichtigung der jüngsten Wirtschaftskrise sowie Anregungen für künftige Forschung.
Managerkarrieren, Deutschland AG, Karrieremuster, Kaminkarriere, Hauskarriere, Wirtschaftsordnung, Führungskräfte, Unternehmensführung, Spezialisierung, Managementsoziologie, Wandel, Stabilität, Shareholder-Value, Ausbildung, Industriesektor.
Die Arbeit analysiert managementsoziologisch, wie sich die Karriereverläufe deutscher Führungskräfte seit den 90er Jahren verändert haben und inwieweit dies auf den Wandel des deutschen Wirtschaftsmodells zurückzuführen ist.
Die zentralen Themen sind das deutsche Wirtschaftsmodell (Deutschland AG), traditionelle und gewandelte Karrieremuster (Haus- und Kaminkarriere), Ausbildungshintergründe, das Management-Leitbild sowie die Frage nach Kontinuität oder Bruch seit den 90er Jahren.
Das Ziel ist es zu beurteilen, ob sich der "klassische" Typ des deutschen Managers (hochspezialisierter Techniker, Hauskarriere) in den 90er Jahren in Richtung eines "angloamerikanischen" Modells (Generalist, höhere Mobilität) entwickelt hat.
Die Autorin nutzt eine Sekundäranalyse bestehender empirischer Studien und wissenschaftlicher Arbeiten, um die Karriereverläufe und deren Einbettung in die Wirtschaftsordnung zu untersuchen.
Im Hauptteil werden zunächst die traditionellen deutschen Karrieremuster der 70er und 80er Jahre hergeleitet. Darauf folgen Analysen zur Veränderung der deutschen Wirtschaftsordnung und schließlich die Untersuchung der "gewandelten" Karrieremuster seit den 90er Jahren.
Wichtige Begriffe sind Managerkarrieren, Deutschland AG, Karrieremuster, Kaminkarriere, Hauskarriere, Managementsoziologie, Wandel, Stabilität sowie Shareholder-Value-Orientierung.
Sie gilt als eigentümliches Merkmal, bei dem Führungskräfte lange Zeit oder ihr gesamtes Berufsleben bei demselben Arbeitgeber verbringen und unternehmensintern aufsteigen; die Arbeit zeigt, dass dieses Merkmal erstaunlich beständig geblieben ist.
Die Arbeit relativiert das Bild, dass deutsches Management rein technisch geprägt ist, zeigt jedoch, dass technische Ausbildungshintergründe insbesondere im industriellen Sektor bis in die Gegenwart eine hohe Relevanz und Beständigkeit aufweisen.
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