Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Vorwort
2 Einleitung
2.1 Die Hürden der Bewertung kreativer Texte
2.2 Die Relevanz der Bewertung kreativer Texte
2.3 Ziele und Grundlagen dieser Arbeit
3 Die Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zur Bewertung kreativer Texte
3.1 Der Gegenstand der Bewertung
3.1.1 Das Textprodukt mithilfe geeigneter Kriterien bewerten
3.1.2 Den Kriterienkatalog an die Schüler vermitteln
3.1.3 Den Schreibprozess berücksichtigen
3.1.4 Die Textfunktion berücksichtigen
3.1.5 Die theoretischen Forderungen in die Praxis umsetzen
3.2 Strategien der Bewertung durch den Lehrer
3.2.1 Eine geeignete Methode der Bewertung wählen
3.2.2 Den Schüler in einem schriftlichen Kommentar beurteilen
3.2.3 Die subjektive Bewertung als Chance nutzen
3.3 Alternativen zur externen Lehrerbewertung
3.3.1 Die Schüler in die Fremdbeurteilung einbeziehen
3.3.2 Die Fähigkeit zur realistischen Selbstbeurteilung fördern
4 Die Analyse der Bewertung kreativer Schülertexte in der Praxis
4.1 Kreatives Schreiben als Klausuraufgabe
4.2 Der Lehrerkommentar zu Schülergedichten
4.3 Die Überarbeitung eines kreativen Textes im Unterricht
4.4 Schlussfolgerungen
5 Schluss
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines umsetzbaren Bewertungssystems für kreative schriftliche Erzeugnisse im Deutschunterricht. Die Autorin untersucht dabei, wie der Lehrer trotz der Herausforderungen hinsichtlich Objektivität und Vergleichbarkeit eine fördernde und transparente Beurteilung gewährleisten kann, die nicht nur das Endprodukt, sondern auch den individuellen Lernprozess des Schülers würdigt.
3.1.1 Das Textprodukt mithilfe geeigneter Kriterien bewerten
Ein Kriterienkatalog ist zweifelsohne unentbehrlich, um im Schreibunterricht Objektivität, Reliabilität und Validität bei der produktorientierten Bewertung herzustellen, auch wenn ein Raster nicht immer alle Eigenheiten eines kreativen Textes zu erfassen vermag. Je nach Schreibaufgabe verändern sich die Gesichtspunkte des Kriterienkatalogs.
Für die Beurteilung kreativer Texte dürfen nicht einfach die normativen Kriterien aus dem Aufsatzunterricht übernommen werden. Um neben der sachlichen die individuelle Bezugsnorm mehr in den Fokus zu nehmen, bedürfen die Kriterien einer Anpassung, indem sie von der Besonderheit des vorliegenden Schülerproduktes ausgehen. Mit diesem Ansatz verschiebt sich der Fokus der Korrekturhandlung, die neben Fleiß, Wissen und kognitiver Leistung nun mehr Wert auf den Einfall, die emotionale Durchdringung, das handelnde Engagement und die produktive Beschäftigung mit der Sache legt.
An dem Bewertungsraster von Ulrich Liebnau lässt sich exemplarisch darstellen, wie ein ungeeignetes Anforderungsmuster aussieht. Er formuliert drei Fragen für kreative Produktionsaufgaben mit verbindlichen Inhalten: „1. Sind die gestellten Forderungen erfüllt?“, „2. Wie wird der vorgegebene Rahmen genutzt?“, „3. Gibt es qualitätsmindernde Faktoren?“. Die Fragen eins und zwei sind ausschließlich normativ. Sie berücksichtigen keine individuellen Unterschiede, die selbst bei Texten mit verbindlichen Inhalten, zum Beispiel hinsichtlich ihrer Sprache, aufkommen.
1 Vorwort: Die Autorin begründet ihre Arbeit mit den im Praktikum erlebten Schwierigkeiten bei der Bewertung kreativer Schreibaufgaben und dem Mangel an fachdidaktischen Lösungsangeboten.
2 Einleitung: Hier werden die Hürden der Bewertung (z.B. mangelnde Objektivität) sowie die Relevanz der Benotung diskutiert und das Ziel definiert, ein eigenes Bewertungssystem zu erarbeiten.
3 Die Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zur Bewertung kreativer Texte: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung zu Bewertungskriterien, Lehrerstrategien und alternativen Feedbackmöglichkeiten durch Schüler und Selbstreflexion.
4 Die Analyse der Bewertung kreativer Schülertexte in der Praxis: Anhand von drei Fallbeispielen reflektiert die Autorin die Anwendung theoretischer Forderungen im Schulalltag und deckt typische Defizite auf.
5 Schluss: Die Arbeit resümiert, dass eine gelungene Bewertung umfassender Planung bedarf und das Ziel der kontinuierlichen Förderung des Schreiblernprozesses stets im Vordergrund stehen muss.
Kreatives Schreiben, Deutschunterricht, Leistungsbewertung, Zensierung, Kriterienkatalog, Lernprozess, Schreibdidaktik, Schülertext, Feedback, Lehrerkommentar, Selbstevaluation, Fremdbeurteilung, prozessorientierte Bewertung, Objektivität, pädagogische Sensibilität.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, wie kreative Leistungen von Schülern im Deutschunterricht fair und sinnvoll bewertet werden können, ohne die Kreativität durch zu starre normative Kriterien zu ersticken.
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Kriterien für kreative Texte, die Bedeutung des Schreibprozesses gegenüber dem bloßen Produkt und die Rolle des Lehrers als fördernder Begleiter statt als rein exekutiver Bewerter.
Das Hauptziel ist die Erstellung eines praxisnahen Bewertungssystems, das dem Lehrer hilft, individuellen Lernfortschritt und kreative Eigenleistungen angemessen zu würdigen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands mit einer retrospektiven Analyse eigener praktischer Erfahrungen (Fallbeispiele aus Abiturprüfung, Mittelschule und Nachhilfe).
Der Hauptteil analysiert, wie Kriterienkataloge angepasst werden müssen, welche Rolle der Lehrerkommentar einnimmt und wie alternative Formen wie die Mitschülerbewertung oder Selbstevaluation zur Förderung der Schreibkompetenz beitragen können.
Wichtige Begriffe sind Kreatives Schreiben, prozessorientierte Bewertung, Kriterienkataloge, individuelle Bezugsnorm, förderndes Beurteilen und Schreiblernprozess.
Die Autorin argumentiert, dass Ziffernnoten oft nur Vergleichbarkeit schaffen, aber dem Schüler keine Hinweise zur Verbesserung geben oder seine individuelle Lernentwicklung vernachlässigen.
Sie empfiehlt, den Fokus nicht ausschließlich auf Rechtschreibung und Grammatik zu legen, da dies Schreibblockaden auslösen kann, sondern diese Aspekte vom eigentlichen kreativen Inhalt zu trennen.
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