Fachbuch, 2011
77 Seiten
1 Das Grüne Gold
2 Die Integration Brasiliens in die globale Wirtschaft
2.1 Definitorische Abgrenzung von Globalisierung
2.2 Aspekte der Globalisierung in Brasilien
2.2.1 Nationale Wirtschaftspolitik und Tendenzen des Außenhandels
2.2.1.1 Die 80er Jahre – Das verlorene Jahrzehnt
2.2.1.2 Die 90er Jahre – Die wirtschaftspolitische Wende
2.2.1.3 Das 21. Jahrhundert – Die Regierung unter Präsident Lula
2.2.2 Wirtschaftsbeziehungen und Frei-Handelsbündnisse
2.2.2.1 Die World Trade Organisation (WTO)
2.2.2.2 Der gemeinsame Markt Südamerikas (Mercosur)
2.2.2.3 Die Gesamtamerikanische Freihandelszone (ALCA)
2.2.2.4 Das EU-Mercosur-Assoziierungsabkommen
3 Wirtschaftliche Entwicklung und Armut in Brasilien
3.1. Das wirtschaftliche Entwicklungsniveau Brasiliens
3.2 Definitorische Abgrenzung von Armut
3.3 Ein wirtschaftliches Armutskonzept - Einkommensarmut
3.3.1 Absolute und relative Armut
3.3.2 Armutskennzahlen
3.4 Brasiliens Armutsprofil
3.4.1 Pro-poor growth
3.4.2 Einkommensungleichheit
3.4.3 Globalisierung und neue Armut
4 Brasiliens Zucker- und Bioethanolmarkt
4.1 Der Zuckermarkt
4.2 Das Pró-Álcool Programm
4.2.1 Auslöser und Ziele des Pró-Álcool Programms
4.2.2 Entwicklungsphasen des Pró-Álcool Programms
4.2.2.1 Die Anfänge des Pró-Álcool Programms, 1975-1979
4.2.2.2 Ausbau und Konsolidierung des Pró-Álcool Programms, 1979-1996
4.2.2.3. Liberalisierung und Pró-Álcool II, 1996 bis heute
4.3. Bioethanol im globalen Zusammenhang und Trends
5 Chancen und Risiken des Pró-Álcool Programms
5.1 Ökonomische Faktoren
5.1.2 Technologie und komparativer Kostenvorteil von Bioethanol
5.1.3 Komparativer Kostenvorteil von Zucker
5.2 Sozioökonomische Faktoren
5.2.1 Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen
5.2.2 Einkommen
5.2.3 Ernährungssicherung
5.2.3.1 Flächenkonkurrenz und Nahrungsmittelproduktion
5.2.3.2 Nahrungsmittelpreise
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des brasilianischen Pró-Álcool Programms auf die sozioökonomische Entwicklung und die Armutsbekämpfung des Landes. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob eine steigende Produktionsausweitung von Bioethanol zur Reduzierung der Armut in Brasilien beitragen kann und welche Chancen und Risiken sich daraus für die arme Bevölkerung ergeben.
3.4.1 Pro-poor growth
Ravallion (2004) definiert pro-poor growth als ein steigendes wirtschaftliches Wachstum, das mit einer Armutsreduktion einhergeht. Diese absolute Definition fokussiert die aktuelle Armutsrate und das Ausmaß der Veränderung durch das wirtschaftliche Wachstum. Jedoch wird hierbei davon ausgegangen, dass eine Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums in jedem Fall pro-poor wirkt, auch wenn die Armut nur langsam sinkt und sich die Einkommensverteilung während einer Phase starken Wachstums verschlechtert. Demnach ist diejenige Definition angemessener, die pro-poor growth als ein wirtschaftliches Wachstum beschreibt, welches gleichzeitig die Armut und die Ungleichheit reduziert. Nach dieser relativen Definition ist Wachstum pro-poor, wenn das Einkommen der Armen um eine größere Rate steigt als das der Nicht-Armen (RAVALLION 2004, S. 1-36, S. 4-7; ZEPEDA 2004).
Wirtschaftliches Wachstum ist folglich ein fundamentaler Faktor zur Reduktion von Armut. Jedoch hängt die Rate, bei der Wachstum in eine geringere Armut übersetzt wird, gleichermaßen von dem Ausgangsniveau der Ungleichheit in der Einkommensverteilung sowie von der Veränderung der Verteilung über die Zeit ab (RAVALLION 2004, S. 1-36; WORLD BANK 2001, S. 31). Wachstum und seine Effizienz zur Armutsreduktion ist ebenso abhängig von einer soliden Politik. Die Liberalisierung von Märkten und Handel sowie Investitionen in die Infrastruktur und in grundlegende soziale Dienstleistungen können beispielsweise das Humankapital der armen Menschen steigern. Indem der sozioökonomischen Ungleichheit entgegengewirkt wird, kann eine sozial nachhaltige Basis zum Gesamtwachstum geschaffen werden. Gesamtwirtschaftliches Wachstum erhöht dann das Einkommen der armen Bevölkerung und reduziert über lange Sicht auch die Nicht-Einkommensarmut (WORLD BANK 2001, S. 35).
Inwieweit das wirtschaftliche Wachstum in Brasilien zur Armutsreduktion beiträgt, soll im Folgenden untersucht werden. Zu diesem Zweck wird zunächst die Entwicklung des wirtschaftlichen Wachstums aufgezeigt und im Anschluss zur Armutsentwicklung im Land in Bezug gesetzt.
1 Das Grüne Gold: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Ambivalenz des brasilianischen Bioethanolprogramms sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Die Integration Brasiliens in die globale Wirtschaft: Hier werden die historischen Phasen der brasilianischen Wirtschaftspolitik und deren Verflechtung mit globalen Handelsabkommen analysiert.
3 Wirtschaftliche Entwicklung und Armut in Brasilien: Dieses Kapitel verortet das Entwicklungsniveau des Landes und beleuchtet die multidimensionale Problematik von Armut und Einkommensungleichheit.
4 Brasiliens Zucker- und Bioethanolmarkt: Ein historischer Abriss der Entwicklung der Zuckerindustrie und des Pró-Álcool Programms unter Einbeziehung globaler Trends.
5 Chancen und Risiken des Pró-Álcool Programms: Untersuchung der ökonomischen und sozioökonomischen Auswirkungen, insbesondere hinsichtlich Beschäftigung und Ernährungssicherung.
6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und kritische Reflexion zur Wirksamkeit des Programms für die Armutsreduktion.
Armut, Bioenergie, Bioethanol, Brasilien, Ernährungssicherung, Globalisierung, Pró-Álcool, Proalcool, Pro-Poor Growth, Wirtschaftliche Entwicklung, Zuckerrohr, Einkommensungleichheit, Nachhaltigkeit, Agrarpolitik, Armutsreduktion.
Die Arbeit analysiert die sozioökonomischen Auswirkungen des nationalen brasilianischen Bioethanolprogramms, bekannt als Pró-Álcool Programm, im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.
Die Arbeit behandelt die Integration Brasiliens in die Weltwirtschaft, Konzepte der Armutsmessung, die historische Entwicklung des Zucker- und Bioethanolmarktes sowie die Chancen und Risiken für die arme Bevölkerung.
Das Ziel ist die Aufdeckung und Untersuchung der ökonomischen und sozioökonomischen Auswirkungen des Programms, um zu beurteilen, ob eine gesteigerte Produktion die Armut in Brasilien tatsächlich reduzieren kann.
Es handelt sich um eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die auf der Theorie des Armutskonzepts, dem Konzept des breitenwirksamen Wachstums sowie der Auswertung bestehender Statistiken und Fachberichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Globalisierungseffekte in Brasilien, die Darstellung des Armutsprofils, die Historie des Zuckersektors und die detaillierte Untersuchung der Chancen und Risiken des Pró-Álcool Programms.
Wichtige Begriffe sind Armut, Bioethanol, Brasilien, Pro-Poor Growth, Globalisierung, Pró-Álcool und soziale Ungleichheit.
Das Programm hat das Nord-Süd-Gefälle eher verstärkt, da staatliche Subventionen primär den bereits entwickelten Regionen zugutekamen, während der marginalisierte Nord-Osten weitestgehend vernachlässigt wurde.
Die Mechanisierung ersetzt verstärkt gering qualifizierte Arbeitskräfte durch eine kleinere Anzahl höher qualifizierter Personen, was die Problematik der Arbeitslosigkeit unter den Armen verschärft.
Das Wachstum wirkte nach absoluter Definition zwar pro-poor, jedoch ist dies mit einer geringen Wachstumselastizität der Armutsreduktion verbunden, da keine ausreichende Umverteilung des Einkommens zugunsten der Armen stattfand.
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