Examensarbeit, 2011
34 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Englisch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
1. Theoretische Vorbetrachtung
1.1 Grammatikvermittlung im Wandel der Zeit
1.2 Bewegte Grammatik
1.2.1 Bewegte Schule
1.2.2 Bewegter Grammatikunterricht
1.2.3 Theaterpädagogische Mittel
2. Planung der Unterrichtseinheit
2.1 Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen
2.2 Organisatorische Voraussetzungen
2.3 Lehrplanbezug und Sachanalyse
2.4 Didaktische Analyse
2.5 Lern- und Lehrzielanalyse
2.6 Methodische und mediale Überlegungen
3. Durchführung der Unterrichtseinheit
3.1 Erste Doppelstunde am 23.11.2010
3.2 Zweite Doppelstunde am 24.11.2010
3.3 Dritte Doppelstunde am 30.11.2010 und Lernstandsüberprüfung am 1.12.
4. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, durch den Einsatz von bewegungsorientierten und theaterpädagogischen Methoden einen modernen und schülernahen Grammatikunterricht für eine zweijährige Berufsfachschulklasse zu gestalten, um die Motivation zu steigern und grammatikalische Strukturen durch ganzheitliches Lernen nachhaltiger zu vermitteln.
1.1 Grammatikvermittlung im Wandel der Zeit
„Vor einiger Zeit erkundete Zimmermann (1984, 1990), dass Fremdsprachenlehrer 40% bis 60% ihrer gesamten Unterrichtszeit für Grammatikvermittlung verwenden und über 80% dies für angemessen, eher für zu wenig halten. Ob sich diese Zahlen sehr geändert haben? Man kann nur vermuten, dass das nicht zutrifft.“
Diese Vermutung Raabes, welche er im Rahmen seines 2007 erschienenen Beitrags „Wie viel Grammatik braucht der Mensch?“ in PRAXIS Fremdsprachenunterricht äußert, soll verdeutlichen, welchen Stellenwert Grammatikvermittlung heutzutage nach wie vor hat bzw. wieder hat. Wie genau Grammatik aber vermittelt wird bzw. wie sie der gängigen fachdidaktischen Meinung nach vermittelt werden sollte, hat sich innerhalb der vergangenen 50 Jahre durchaus drastisch verändert.
Bis zur kommunikativen Wende, die spätestens zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einsetzte, fand Fremdsprachenunterricht vorrangig nach der Grammatik-Übersetzungsmethode statt, die für das Beherrschen einer Fremdsprache vom Primat der kombinierten Kenntnis von Wörtern und grammatischen Strukturen ausging. Die Kommunikative Wende „was a reaction to the lack of fluency and ease with the foreign language, experienced by many of those taught by grammar-translation“ und ist als Paradigmenwechsel zu verstehen, der eine Abkehr von der Annahme bedeutete, dass Strukturen um ihrer selbst erlernt werden müssten bzw. schlicht weil es sie in der Fremdsprache gibt. Die Auswirkungen dieser Wende zeigen sich bis heute (und dies nicht beschränkt auf die Vermittlung von Grammatik) deutlich in den einschlägigen fachdidaktischen Werken. So fordert zum Beispiel Haß, dass moderner Fremdsprachenunterricht eine deutliche Anreizstruktur zeigen muss, „die sich in einer realsituativen Anwendung der erworbenen Redemittel zum Abdecken alltagsspezifischer Kommunikationsabsichten manifestiert.“
1. Theoretische Vorbetrachtung: Das Kapitel beleuchtet den Wandel der Grammatikvermittlung von traditionellen Methoden hin zu kommunikativen, bewegungsorientierten Ansätzen unter Einbeziehung theaterpädagogischer Aspekte.
2. Planung der Unterrichtseinheit: Hier werden die anthropogenen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Berufsfachschulklasse sowie der Lehrplanbezug und die didaktisch-methodische Strategie der Unterrichtseinheit dargelegt.
3. Durchführung der Unterrichtseinheit: Dieser Teil beschreibt die konkrete Umsetzung in drei Doppelstunden, fokussiert auf die Anwendung von Bewegungsspielen und theaterpädagogischen Mitteln zur Vermittlung der Zeitformen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet den Erfolg der gewählten Methoden hinsichtlich der Lernziele und reflektiert über notwendige Verbesserungen für künftige Unterrichtsvorhaben.
Grammatikvermittlung, Bewegte Schule, Fremdsprachenunterricht, Theaterpädagogik, Present Progressive, Simple Past, Going-to Future, handlungsorientiertes Lernen, Didaktik, Berufsfachschule, Sprachkompetenz, Methodik, Lernpsychologie, totale physische Reaktion, Kommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und praktischen Umsetzung eines bewegungsorientierten Grammatikunterrichts in einer Berufsfachschulklasse, um die Sprachvermittlung abwechslungsreicher und effektiver zu gestalten.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des "bewegten Lernens", die Verbindung von Theaterpädagogik und Grammatikvermittlung sowie die praktische didaktische Planung für den Englischunterricht.
Das Hauptziel ist es, grammatikalische Strukturen (Present Progressive, Simple Past, Going-to Future) durch ganzheitliche, theaterpädagogisch motivierte Übungen bei Schülern mit unterschiedlichem Leistungsstand nachhaltig zu etablieren.
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Unterrichtsplanung und -durchführung, die auf fachdidaktischen Konzepten des Fremdsprachenunterrichts basiert und durch eine kontinuierliche Reflexion der Praxisphasen ergänzt wird.
Im Hauptteil werden die theoretischen Begründungen für bewegtes Lernen, die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit (Anthropogene Voraussetzungen, Lehrplanbezug) sowie die Auswertung der durchgeführten Doppelstunden detailliert dokumentiert.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Bewegte Schule, Grammatikvermittlung, Handlungsorientierung, Fremdsprachenunterricht und theaterpädagogische Mittel aus.
Die Bewegungsübungen und theaterpädagogischen Elemente wirkten laut der Reflexion des Autors stark motivierend und ermöglichten es, grammatikalische Inhalte mit Spaß zu verknüpfen, was zu einer deutlich höheren Beteiligung als in rein kognitiven Phasen führte.
Der „Magic Pen“ diente als methodisches Instrument zur situativen Einführung und Übung des Present Progressive, um den Schülern einen niedrigschwelligen Einstieg in die Anwendung der Struktur zu ermöglichen, ohne sie sofort durch freie Sprechsituationen vor der Klasse zu überfordern.
Durch die Erarbeitung von „Rule Books“ im Rahmen des „Self Study Materials“ wurde den Schülern eine strukturierte Hilfestellung gegeben, die bei Fehlern gezielte Rückgriffe ermöglichte und auch den schwächeren Lernenden eine schrittweise Annäherung an die korrekte Bildung der Zeitformen erlaubte.
Ja, der Autor merkt kritisch an, dass die didaktische Reduzierung teilweise zu stark gewählt war, was bei speziellen grammatikalischen Fällen (z.B. Fragen mit dem Verb "to be") zu Improvisationsbedarf führte, und reflektiert zudem über die zeitliche Belastung durch komplexe Szenenbilder.
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