Diplomarbeit, 2009
103 Seiten, Note: 1
0 Einleitung
1 Erklärung des Phänomens Intuition
1.1 Definition von Intuition
1.2 Geschichtliches zur Intuition
1.3 Verschiedene Arten der Intuition und ihre Funktionen
1.3.1 Intuition als Gefahrensignal
1.3.2 Intuition als „Werkzeug“ für wissenschaftliche Entdeckungen
1.3.3 Intuition als Eingebung oder Geistesblitz
1.3.4 Intuition als Hilfe bei einer Entscheidungsfindung
2 Grenzen der Intuition
2.1 Abgrenzung von Intuition zu anderen Begriffen
2.2 Faktoren, die das Wirken der Intuition beeinträchtigen können
2.2.1 Berne`s Theorie der Ich-Zustände
2.2.2 Gewohnheiten und Tabus
2.2.3 Angst vor Intuition
2.2.4 Verstand und Sprache
2.3 Intuitive Typen
2.3.1 Weibliche Intuition
2.3.2 Kindliche Intuition
2.3.3 Menschen aus fernöstlichen Kulturen
2.3.4 Intuitive Persönlichkeiten
2.4 Intuition – angeboren oder anerzogen?
3 Ergebnisse aus der Gehirnforschung und der Neurobiologie
3.1 Linke und rechte Gehirnhälfte
3.2 Explizites und implizites Wissen
3.3 Somatische Marker von Antonio Damasio
3.4 Spiegelneuronen
3.5 Das “Bauchhirn”
4 Intuition in der Sozialen Arbeit
4.1 Die Relevanz von Intuition innerhalb der Sozialen Arbeit
4.2 Aspekte von Intuition in der Sozialen Arbeit
4.2.1 Mangelnde Literatur und Lehre
4.2.2 Professionalisierungsdebatte
4.3 Ansätze intuitiven Arbeitens in der Sozialen Arbeit
4.3.1 Intuitive Bilder als Ausdrucksform
4.3.2 Aspekt der Intuition in der Waldorfpädagogik
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Nutzbarkeit von Intuition als wertvolle Ressource innerhalb der Sozialen Arbeit, um in komplexen und unklaren Situationen adäquat und ganzheitlich handeln zu können, anstatt sich rein auf rationale Analyse unter Zeitdruck zu verlassen.
1.3.1 Intuition als Gefahrensignal
Die Intuition ist laut der Psychologin und Intuitionstrainerin Gail Ferguson hauptsächlich als angeborener Überlebensschutz zu beurteilen, der über komplexe innere Kontroll- und Regulationsmechanismen dafür sorgt, dass das Funktionieren des Organismus sichergestellt und damit das Leben gemeistert werden kann (vgl. Häring et al. 2007, S. 18).
Es gibt Situationen, in denen Menschen mit einem Gefühl der Bedrohung in Kontakt kommen. Oft können sie sich dieses Gefühl in dem Moment nicht erklären, da keine offensichtlichen Gründe dafür erkennbar sind und dennoch spüren sie intuitiv, dass etwas nicht stimmt.
So erging es auch Robert eines Tages, als er einen Laden betrat, um sich ein paar Zeitschriften zu kaufen. Plötzlich bekam er jedoch aus – in diesem Moment – unerklärlichen Gründen Angst und verließ den Laden sofort wieder. Später erfuhr er, dass es dort kurz darauf Schießerei gegeben hatte (vgl. de Becker, 1997; S. 42).
Gavin de Becker, Chef einer Sicherheitsfirma, die sowohl die CIA als auch die Polizei von Los Angeles berät, erklärt in seinem Buch „Mut zur Angst – Wie Intuition uns vor Gewalt schützt“ (Frankfurt am Main, 1999), warum Robert dieses Gefühl überkam, das ihn am Ende davor bewahrte, während des Überfalls noch vor Ort zu sein. Roberts Geschichte ist nur eines von zahlreichen Beispielen, die Becker in seinem Buch aufführt. Es handelt sich jedoch bei allen Erfahrungsberichten um Gefahrensituationen, in denen die betroffenen Personen spürten, dass etwas nicht stimmt. Sie haben alle unbewusst Merkmale wahrgenommen, die auf die Gefahrenquelle hingewiesen haben. Gavin de Becker will seine Leser schulen auf Signale ihres Körpers zu hören, um Situationen anders einzuschätzen. Jeder besäße „einen hervorragenden inneren Schutzengel, der stets bereit ist, Sie zu warnen und Sie sicher durch riskante Situationen zu leiten“ (de Becker, 1997; S. 17).
0 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Intuition ein, beleuchtet deren Stellenwert in der modernen Gesellschaft und stellt die zentralen Fragestellungen und methodischen Ansätze der Arbeit dar.
1 Erklärung des Phänomens Intuition: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Intuition, skizziert deren historische Entwicklung und beschreibt verschiedene Erscheinungsformen sowie ihre lebensrettende und problemlösende Funktion.
2 Grenzen der Intuition: Das Kapitel grenzt die Intuition von anderen Phänomenen wie Instinkten oder Gewohnheiten ab und untersucht Faktoren wie Angst oder gesellschaftliche Tabus, die intuitives Handeln hemmen können.
3 Ergebnisse aus der Gehirnforschung und der Neurobiologie: Hier werden wissenschaftliche Erklärungsmodelle wie das implizite Wissen, somatische Marker, Spiegelneuronen und das enterische Nervensystem vorgestellt, die zeigen, wie Intuition physiologisch im Körper und Gehirn verankert ist.
4 Intuition in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis der Sozialen Arbeit und zeigt auf, wie intuitive Wahrnehmung die diagnostische, prognostische und methodische Arbeit mit Klienten unterstützen kann.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine stärkere Thematisierung und Legitimation von Intuition in der Ausbildung und Praxis der Sozialen Arbeit.
Intuition, Soziale Arbeit, Bauchgefühl, Spiegelneuronen, Implizites Wissen, Somatische Marker, Professionalisierung, Entscheidungsfindung, Ganzheitlichkeit, Neurobiologie, Reflexivität, Wahrnehmung, Handlungsansätze, Psychologie, Pädagogik
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Intuition unter wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten, insbesondere im Hinblick auf deren Rolle in der Sozialen Arbeit.
Die Themen umfassen die Definition und Geschichte der Intuition, die neurobiologischen Hintergründe, die Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen sowie deren spezifische Anwendung in helfenden Berufen.
Das Ziel ist es, Intuition aus der "Irrationalitäts-Ecke" zu holen und aufzuzeigen, wie sie als professionelle, unterstützende Ressource gezielt in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Erkenntnisse aus der Psychologie, Gehirnforschung, Neurobiologie und den Erziehungswissenschaften zusammenführt und diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Intuition, die Analyse neurobiologischer Mechanismen und die praktische Übertragung auf das Arbeitsfeld Sozialer Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Intuition, Bauchgefühl, Soziale Arbeit, Spiegelneuronen, implizites Wissen und professionelles Handeln.
Spiegelneuronen bilden die neurobiologische Basis für Empathie und intuitives Verstehen, indem sie uns erlauben, die Handlungen und Emotionen unseres Gegenübers unbewusst intern zu simulieren.
Sozialarbeiter sind oft mit komplexen, schnelllebigen und unklaren Situationen konfrontiert, in denen rein rationale Analysen nicht ausreichen, um das Wesentliche einer Situation oder die Motive eines Klienten zu erfassen.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Intuition eine grundlegende menschliche Fähigkeit ist, deren Ausprägung eher von der persönlichen Haltung und der Offenheit für die eigenen Körpersignale abhängt als von festen Persönlichkeitsmerkmalen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

