Diplomarbeit, 2011
90 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemhintergrund
1.2 Forschungsziel und erkenntnisleitende Fragestellungen
1.3 Forschungsstand, Untersuchungsmethodik, Vorgehensweise
2 Die Stellung der Physiotherapie innerhalb des Gesundheitswesens der DDR
2.1 Übersicht über die Berufsgruppen und deren Aufgaben im physikalisch-therapeutischen Bereich der DDR
2.2 Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen
2.3 Die Entwicklung des Fachgebietes in der DDR
2.4 Definition der Physiotherapie und ihre Bedeutung im therapeutischen System
2.5 Teilgebiete der Physiotherapie
2.6 Schwerpunktsetzung bei physiotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen
2.7 Die Bedeutung der Physiotherapie in den verschiedenen medizinischen Betreuungsbereichen
2.7.1 Ambulanter Betreuungsbereich
2.7.2 Stationärer Betreuungsbereich
2.7.3 Kur- und Bäderwesen
2.8 Das Forschungsprofil der Wissenschaftsdisziplin Physiotherapie
3 Physiotherapieausbildung in der DDR
3.1 Veränderungen in der Sowjetischen Besatzungszone bis zur Gründung der DDR (1945-1949)
3.2 Die Ausbildung von Krankengymnasten an Medizinischen Fachschulen (1950-1960)
3.3 Die Einführung des Facharbeiterberufs „Physiotherapeut“ und dessen Eingliederung in die Systematik der Ausbildungsberufe (1961-1973)
3.4 Die Reintegration der Physiotherapieausbildung in das staatliche Fachschulsystem (1974-1990)
3.5 Gegenüberstellung der Lehrprogramme für die Fachrichtung Physiotherapie
3.6 Qualifizierungsmöglichkeiten durch Fort- und Weiterbildung für Physiotherapeuten
4 Diskussion
4.1 Diskussion der Untersuchungsergebnisse
4.2 Methodendiskussion
5 Zusammenfassung
6 Summary
Diese Diplomarbeit untersucht die historische Entwicklung der Physiotherapie in der DDR, mit besonderem Fokus auf die Ausbildung von Physiotherapeuten sowie die gesundheitspolitische Bedeutung und Positionierung des Fachgebietes innerhalb des DDR-Gesundheitswesens. Ziel ist es, die Entwicklungslinien aufzuzeigen, Forschungslücken in der Geschichte der Physiotherapie zu schließen und einen Beitrag zur Identitätsbildung des Fachbereichs zu leisten, insbesondere durch die kritische Beleuchtung der DDR-spezifischen Ausbildungsstrukturen.
1.1 Problemhintergrund
Bereits seit einigen Jahren befindet sich die Physiotherapie in Deutschland auf dem Weg der Professionalisierung. Darunter kann ein Entwicklungsprozess verstanden werden, der für Berufe notwendig ist, sich dem Phänomen der Profession anzunähern. Der Begriff Profession wird von Büschges (2007, S. 514) als „ein für die Gesellschaft relevanter Dienstleistungsberuf mit hohem Prestige und Einkommen, der hochgradig spezialisiertes und systematisiertes, nur im Laufe langer Ausbildung erwerbbares, technisches und/oder institutionelles Wissen relativ autonom und kollektivitätsorientiert anwendet“ definiert.
Bezüglich der Verwissenschaftlichung des Fachwissens wurden in den letzten Jahren bereits große Fortschritte realisiert. Hierfür bildete die Einführung einer Dokumentation von Untersuchungsergebnissen sowie eines Behandlungsplanes und –verlaufes eine wichtige Voraussetzung, wodurch gleichzeitig die Therapiesteuerung verbessert und eine Erfolgskontrolle gesichert werden konnten. Ein weiterer bedeutsamer Schritt zur fachlichen Autonomie wurde dadurch erreicht, dass Physiotherapeuten bei der Entwicklung von Lehrbüchern nicht mehr bloß Koautoren von Ärzten sind, sondern nunmehr ihre Fachliteratur selbst schreiben.
Im Gegensatz zu diesen positiven Entwicklungen blieb die berufliche Handlungsautonomie auf die Konzipierung und Ausdifferenzierung von neuen Behandlungstechniken beschränkt. Hierbei bestimmen jedoch die Spitzenverbände der Krankenkassen darüber, in wie weit eine Therapiemethode als „verordnungsfähig“ im Sinne der Heilmittelrichtlinien eingestuft werden kann. Ferner sind Physiotherapeuten, da sie dem Heilpraktikergesetz aus dem Jahr 1939 unterliegen, für die Durchführung von Behandlungsmaßnahmen im therapeutischen und rehabilitativen Sektor auf eine vorangegangene ärztliche Verordnung angewiesen.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Problemhintergrund der Professionalisierung der Physiotherapie, definiert das Forschungsziel der historischen Aufarbeitung in der DDR und legt die methodische Vorgehensweise fest.
2 Die Stellung der Physiotherapie innerhalb des Gesundheitswesens der DDR: Dieses Kapitel analysiert die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die Etablierung des Fachgebietes, dessen Definition, Teilgebiete sowie die Bedeutung in verschiedenen Betreuungsbereichen.
3 Physiotherapieausbildung in der DDR: Das Kapitel beschreibt chronologisch die verschiedenen Etappen der Ausbildung, von der SBZ bis zur Integration in das staatliche Fachschulsystem sowie Qualifizierungsmöglichkeiten durch Fort- und Weiterbildung.
4 Diskussion: Hier werden die Untersuchungsergebnisse zur Fachgebietsentwicklung, Versorgungs- und Ausbildungslage bewertet und die gewählte historisch-kritische Methode reflektiert.
5 Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen resümierenden Überblick über die zentralen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich Ausbildung und Stellung der Physiotherapie in der DDR.
6 Summary: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der Diplomarbeit.
Physiotherapie, DDR, Physiotherapieausbildung, DDR-Gesundheitswesen, Krankengymnastik, Fachschulausbildung, Medizinpädagogik, Physiotherapeut, Historische Analyse, Gesundheitspolitik, Berufliche Qualifizierung, Sozialistisches Bildungssystem, Profession, Physiotherapieforschung, Rehabilitation.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Physiotherapie in der ehemaligen DDR, wobei der Fokus auf den Ausbildungsstrukturen und der Position des Fachgebietes im dortigen Gesundheitssystem liegt.
Zentrale Themen sind die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Stadien der Berufsausbildung (z.B. vom Krankengymnasten zum Physiotherapeuten), die Rolle der Physiotherapie im ambulanten und stationären Sektor sowie die wissenschaftliche Professionalisierung.
Das Ziel ist es, die Entwicklungslinien der Physiotherapie in der DDR aufzuzeigen, die aktuelle Forschungslücke zu schließen und einen Beitrag zur Identitätsbildung des Fachbereichs zu leisten.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign und wendet die historisch-kritische Methode der Geschichtswissenschaft an, um Dokumente und Quellen systematisch zu erschließen und zu interpretieren.
Im Hauptteil werden neben der gesundheitspolitischen Einordnung und den Teilgebieten der Physiotherapie insbesondere die historischen Veränderungen der Ausbildungsprogramme, Lehrinhalte und Qualifizierungswege detailliert analysiert.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Physiotherapie, DDR-Gesundheitswesen, Medizinpädagogik, Fachschulausbildung, Professionalisierung und die historischen Lehrprogramme der Physiotherapie.
Die Arbeit zeigt, dass die Ausbildung durch die Integration in das staatliche Bildungssystem einheitlichen Standards unterlag, jedoch durch Fächer wie Marxismus-Leninismus politisch-ideologisch geprägt und durch planwirtschaftliche Vorgaben in ihrer beruflichen Freiheit eingeschränkt war.
Der Autor konstatiert, dass die DDR-Ausbildung durch die Integration des praktischen Jahres und die frühe fachliche Professionalisierung der Entwicklung in der BRD zeitweise voraus und in bestimmten Aspekten überlegen war, während die Entwicklung in der BRD als "Bildungssackgasse" bezeichnet wird.
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