Masterarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Wunsch und Wunschvorstellungen - Theoretische Überlegungen zum Gegenstand
2.1 Klärungsversuche des philosophischen Begriffes
2.2 Differenzierung und Abgrenzung des Begriffes von verwandten Sachverhalten des menschlichen Verhaltens
2.3 Arten und Formen von Wünschen
2.4 Geschichtlicher Abriss über die Wunschvorstellungen ausgewählter Autoren
3 Empirische Untersuchung über die Wunschvorstellungen von Grundschülern
3.1 Gegenstand und Zielsetzung der Untersuchung
3.2 Darstellung der eingesetzten empirischen Methode
3.3 Umsetzung des Verfahrens in der Grundschule
4 Auswertung der eingesetzten empirischen Untersuchung zu den Wunschvorstellungen
4.1 Beschreibung der Vorgehensweise zur Auswertung der Fragestellungen
4.2 Momentane Wunschvorstellungen
4.3 Zukünftige Wunschvorstellungen
4.4 Wissen über die Erfüllbarkeit und Unerfüllbarkeit der Wünsche
4.5 Selbstreflexion für notwendige Handlungen zur Wunschrealisierung
4.6 Moralische Wünsche
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht empirisch die Wünsche und Wunschvorstellungen von Grundschulkindern der dritten und vierten Klassenstufe im 21. Jahrhundert und setzt diese in Beziehung zu theoretischen philosophischen Konzepten.
2.1 Klärungsversuche des philosophischen Begriffes
Um den Begriff des Wunsches theoretisch zu fassen, bietet es sich an, sich zunächst die Frage zu stellen: „Was heißt es eigentlich, sich etwas zu wünschen?“ Im Deutschen Wörterbuch wird wünschen verstanden als einen Wunsch haben, ihn in sich tragen, etwas verwirklicht zu sehen oder etwas zu bekommen. Das Wünschen wird darin gleichgesetzt mit dem Verlangen und Fordern.1 Insgesamt lassen sich der Literatur vielfältige Begriffumschreibungen vorfinden, die im Grunde genommen den Sachverhalt des Wünschens meinen, wie beispielsweise Begehren, Präferenzen, Nutzen, Neigungen, Vorlieben oder auch Erhoffen. Nach der Auffassung des Deutschen Wörterbuches können sich die Wünsche auf vielfältige Sachverhalte beziehen wie beispielsweise auf solche, auf die das Subjekt Einfluss nehmen kann oder auch auf Unbeeinflussbares sowie Unmögliches.
Um sich dem Begriff des Wunsches tiefer anzunähern, wird im Weiteren auf die Erläuterungen aus dem Historischen Wörterbuch der Philosophie zurückgegriffen. Darin wird der Gegenstand mit den englischen Begriffen desire, want sowie wish übersetzt und wie folgt definiert.
„Unter dem Wunsch nach einem Objekt wird eine positive Einstellung gegenüber diesem Objekt verstanden, wobei nähere Bestimmungen teils wechseln, teils ausbleiben. Oft ist ein Unterschied zu Begehren […] und Streben weder sprachlich noch sachlich auszumachen. Ohne dass es zu einem Bruch mit der Tradition der Begehrens- und Strebensbegriffe käme, erfährt der Wunschbegriff durch Tendenzen, das Wünschen als die zur Begründung oder Erklärung menschlichen Handelns maßgebliche subjektive Einstellung zu etablieren, eine eigene Färbung.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, begründet die Relevanz des Wünschens für das menschliche Leben und definiert das Ziel der Arbeit, eine empirische Untersuchung mit Grundschulkindern durchzuführen.
2 Wunsch und Wunschvorstellungen - Theoretische Überlegungen zum Gegenstand: Dieses Kapitel liefert eine philosophische Fundierung des Wunschbegriffs und grenzt diesen von verwandten Begriffen wie Willen oder Meinung ab.
3 Empirische Untersuchung über die Wunschvorstellungen von Grundschülern: Hier werden Gegenstand, Methode (Fragebogen) und die Durchführung der Untersuchung an zwei Grundschulen detailliert beschrieben.
4 Auswertung der eingesetzten empirischen Untersuchung zu den Wunschvorstellungen: Dieses Kapitel präsentiert und interpretiert die erhobenen Daten hinsichtlich momentaner und zukünftiger Wünsche, ihrer Erfüllbarkeit sowie der Selbstreflexion der Kinder.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die wesentlichen theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen und leitet daraus Anregungen für die pädagogische Praxis im Ethikunterricht ab.
Wünsche, Wunschvorstellungen, Grundschulkinder, praktische Philosophie, Empirische Untersuchung, Fragebogenmethode, Wunschrealisierung, Erfüllbarkeit, Selbstreflexion, Ethikunterricht, materielle Wünsche, ideelle Wünsche, moralische Wünsche, Harry Frankfurt, Arthur Schopenhauer.
Die Magisterarbeit befasst sich mit dem Thema Wünschen und Wunschvorstellungen von Kindern im Grundschulalter unter Einbeziehung philosophischer und empirischer Perspektiven.
Die zentralen Themenfelder sind die theoretische Bestimmung des Wunschbegriffs, die empirische Erhebung der Wünsche bei Dritt- und Viertklässlern sowie die pädagogische Bedeutung dieser Erkenntnisse für den Ethikunterricht.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, welche konkreten Wünsche und Vorstellungen Grundschulkinder heute besitzen und inwiefern sie diese reflektieren und kategorisieren können.
Die Autorin hat eine empirische Fragebogenuntersuchung mit 80 Probanden an zwei verschiedenen Grundschulstandorten durchgeführt und die Ergebnisse qualitativ und quantitativ ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Begriffsklärung, einen historischen Abriss, die methodische Darstellung der empirischen Studie sowie die detaillierte Auswertung der verschiedenen Wunscharten und Hypothesen.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Wunscharten, Erfüllbarkeit, Handlungskausalität, Selbstreflexion und die philosophischen Positionen von Autoren wie Frankfurt und Schopenhauer geprägt.
Materielle Wünsche beziehen sich auf Sach- oder Geldwerte und Konsumgegenstände, während ideelle Wünsche subjektive Wertvorstellungen und Interessen ohne direkten Geldbezug darstellen.
Die Autorin hebt hervor, dass der Ethikunterricht dazu beitragen kann, den Kindern zu helfen, eigene Wünsche zu reflektieren, zwischen erfüllbaren und unerfüllbaren Wünschen zu unterscheiden und eine Distanz zu den eigenen Wünschen aufzubauen.
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