Examensarbeit, 2011
130 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung Kultur
3. Begriffsbestimmung Interkulturalität
4. Die individualtheoretische Perspektive des Handelns
4.1 Abgrenzung unterschiedlicher sozialisationstheoretischer Perspektiven
4.2 Begriffsbestimmung Sozialisation
4.3 Prozesse und Besonderheiten der Sozialisation
4.3.1 Kulturelle Identität als Ergebnis der Sozialisation
4.3.2 Der Einfluss der Primärsozialisation auf die Entwicklung der (kulturellen) Identität
4.3.3 Möglichkeiten des Einstellungserwerbs
4.4 Charakterisierung von kollektivistischen und individualistischen Kulturen und daraus resultierende Unterschiede in der Sozialisation
4.5 Die Lebenswelt-Theorie von Alfred Schütz zur Beschreibung des Konflikt-Potentials unterschiedlich sozialisierter Welten
5. Die Strukturtheoretische Perspektive des Handelns
5.1 Der ‚Social Identity Approach‘
5.1.1 Die Theorie der sozialen Identität nach Tajfel und Turner
5.1.2 Die Theorie der Selbstkategorisierung von Turner und Stereotypisierung als Folge
5.2 Vorurteile und soziale Diskriminierungen
6. Die Handlungstheoretische Perspektive des Handelns
6.1 Situative Faktoren
6.2 Persönlichkeitsdispositionen
6.3 Der Einfluss der Medien
7. Kinder- und Jugendliteratur
7.1 Begriffsbestimmung Kinder- und Jugendliteratur
7.2 Die realistische Kinder- und Jugendliteratur
7.3 Die problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur
7.4 Die interkulturelle Kinder- und Jugendliteratur
7.5 Themen, Motive und Schwerpunkte der interkulturellen Kinder- und Jugendliteratur
8. Die Untersuchung des Themas ‚Interkulturalität‘ an ausgewählten Beispielen der Kinder- und Jugendliteratur
8.1 Begründung der Auswahl der analysierten Bücher
8.2 Vorstellung der Analysekriterien
8.3 Analyse und Interpretation ausgewählter Beispiele
8.3.1 Analyse und Interpretation von Marokko am See von Karlijn Stoffels
8.3.2 Analyse und Interpretation von Die Reise nach Tamerland von Angelika Mechtel
8.5 Fazit
Die Arbeit untersucht das Aufeinandertreffen von Menschen mit unterschiedlicher kultureller Identität. Das zentrale Ziel besteht darin, die Frage zu beantworten, wie das Aufeinandertreffen verschiedenartiger kultureller Erfahrungen in der Kinder- und Jugendliteratur aufgearbeitet wird, wobei psychologische und soziologische Theorien zur Erklärung menschlichen Handelns herangezogen werden.
Die individualtheoretische Perspektive des Handelns
Zur Untersuchung menschlichen Handelns gibt es nach Manfred Markefka drei Ansätze, die dafür Erklärungen liefern: Die Individualistische Perspektive, die Strukturtheoretische Perspektive und die Handlungstheoretische Perspektive. Während die strukturtheoretische Perspektive davon ausgeht, dass „[…] Menschen […] in gesellschaftlichen Strukturen (wie Gruppen, Schichten, Organisationen usw.) [leben-A.H.], die für menschliches Handeln (mit-) verantwortlich gemacht werden […]“32, besagt die handlungstheoretische Perspektive, dass Menschen nach ihren persönlichen Befindlichkeiten beziehungsweise wahrgenommenen Situationsgegebenheiten entscheiden.33 Auf beides, sowohl auf gruppenmotiviertes Handeln als auch auf situative Einflussfaktoren soll im Laufe der Arbeit noch Bezug genommen werden.
Zunächst gilt es jedoch, den Einfluss persönlicher Einstellungen und der Persönlichkeitsstruktur auf (negative) Handlungen gegenüber Anderen zu klären. Diese Sichtweise nimmt die individualistische Perspektive ein, wenn sie danach fragt, wie sich „[…] interne Orientierungs- und Handlungsbereitschaften entsprechend der biographischen Sozialisation […]“34 herausbilden. Um also das Handeln von Menschen aufgrund persönlicher Einstellungen und Sichtweisen beurteilen zu können, muss zunächst auf seine Sozialisation eingegangen werden. Dies soll nachfolgend mit besonderem Blick auf die Sozialisation einer kulturellen Identität geschehen. Ein Augenmerk auf die kulturelle Identität einer Person zu richten, bietet sich vor allem deshalb an, weil für die zentrale Fragestellung dieser Arbeit das Aufeinandertreffen verschiedenhafter kultureller Erfahrungen in einem interkulturellen Kontext interessiert. Wie sich zeigen wird, können konflikthafte Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Kulturen häufig anhand ihrer kulturellen Identität geklärt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Integrationsdebatte ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den Kulturkontakt in der Kinder- und Jugendliteratur mittels psychologischer und soziologischer Perspektiven zu untersuchen.
2. Begriffsbestimmung Kultur: Dieses Kapitel kritisiert statische Kulturbegriffe und plädiert für eine dynamische, prozesshafte Definition von Kultur als Orientierungs- und Deutungsmuster.
3. Begriffsbestimmung Interkulturalität: Hier wird Interkulturalität als das Aufeinanderbezogensein verschiedener kultureller Kontexte definiert, begünstigt durch Globalisierung und Migration.
4. Die individualtheoretische Perspektive des Handelns: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss von Sozialisation, Einstellungen und der Entstehung kultureller Identität auf das menschliche Handeln.
5. Die Strukturtheoretische Perspektive des Handelns: Dieses Kapitel behandelt den 'Social Identity Approach' und erklärt, wie Gruppenzugehörigkeiten zu Stereotypisierung und Diskriminierung führen können.
6. Die Handlungstheoretische Perspektive des Handelns: Es werden situative Faktoren, Persönlichkeitsdispositionen und der Einfluss der Medien auf das Handeln und auf die Bildung von Fremdbildern analysiert.
7. Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel definiert Kinder- und Jugendliteratur und zeichnet die Entwicklung hin zur realistischen und problemorientierten Literatur nach.
8. Die Untersuchung des Themas ‚Interkulturalität‘ an ausgewählten Beispielen der Kinder- und Jugendliteratur: Den Abschluss bildet die Analyse zweier ausgewählter Werke, um die theoretischen Konzepte auf die literarische Praxis anzuwenden.
Interkulturalität, Sozialisation, Kulturelle Identität, Kinder- und Jugendliteratur, Gruppenprozesse, Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung, Migration, Integrationsdebatte, Kulturkontakt, Lebenswelt, Identitätskrise, Literaturanalyse, Individualität.
Die Arbeit untersucht den Kulturkontakt zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Identität, speziell unter dem Aspekt, wie dieses Aufeinandertreffen in der Kinder- und Jugendliteratur dargestellt wird.
Die zentralen Themen sind Sozialisation, die Entstehung kultureller Identität, Prozesse der Gruppenbildung (Ingroup/Outgroup), Stereotypisierung, Vorurteile, Diskriminierung sowie die historische und inhaltliche Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur.
Das primäre Ziel ist es, die Frage „Wie wird das Aufeinandertreffen verschiedenartiger kultureller Erfahrungen in der Kinder- und Jugendliteratur aufgearbeitet?“ theoretisch zu begründen und praktisch an zwei Romanbeispielen zu untersuchen.
Es werden psychologische und soziologische Theorien (u.a. Sozialisationstheorien, Social Identity Approach, Lebenswelt-Theorie von Schütz) zur theoretischen Fundierung genutzt, kombiniert mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse von zwei ausgewählten Romanen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen aus individual-, struktur- und handlungstheoretischer Perspektive, die Beschreibung der Entwicklung von Kinder- und Jugendliteratur sowie die konkrete Analyse der Werke "Marokko am See" und "Die Reise nach Tamerland".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interkulturalität, Sozialisation, kulturelle Identität, Migration, Stereotype und Kinder- und Jugendliteratur beschreiben.
Diese Unterscheidung dient der Erklärung unterschiedlicher Sozialisationsziele und Wertorientierungen, was wiederum hilft zu verstehen, warum beim Aufeinandertreffen dieser Welten Kulturkonflikte entstehen können.
Die Bücher dienen als Fallbeispiele, um zu zeigen, dass kulturelle Konflikte unterschiedlich literarisch verarbeitet werden – entweder realitätsnah oder durch abstrakte/fiktive Kontrastwelten – und dass Kinderfreundschaften trotz kultureller Schranken eine Brücke schlagen können.
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