Magisterarbeit, 2009
106 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen und historische Begründungen für Russlands Sicherheitsperzeption
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Die Bedeutung des Raumes für Russland – eine historische Begründung
2.2.1 Die Expansion des Russischen Reiches vom 15. bis 18. Jahrhundert
2.2.2 Der Aufstieg Russlands zum Hegemon Kontinentaleuropas
2.2.3 Russische Geopolitik im 20. Jahrhundert
2.3 Schlussfolgerungen für das russische Sicherheitsverständnis
3. Russland und die erste NATO-Osterweiterung
3.1 Die sicherheitspolitische Bedeutung der osteuropäischen Staaten
3.2 Russische Großmachtsansprüche und die NATO-Osterweiterung
3.3 Von der Selbstisolation zu einer eingeschränkten Kooperation
3.4 Der Kosovo-Konflikt und die NATO-Russland-Beziehungen
3.5 Zwischenfazit
4. Russland und die zweite NATO-Osterweiterung
4.1 Die Bedeutung der baltischen Staaten für Russland
4.1.1 Die russischsprachigen Minderheiten
4.1.2 Die sicherheitspolitische Dimension
4.2 Russlands Politik gegenüber den baltischen Staaten und der NATO bis 1999
4.3 Das Verhältnis zwischen Russland und der NATO von 1999 bis 2004
4.3.1 Distanzierung von der NATO und Annäherung an die EU
4.3.2 Wiederbelebung der NATO-Russland-Beziehungen
4.4 Zwischenfazit
5. Der Kaukasus als Schauplatz geopolitischer Machtkämpfe zwischen Russland und der NATO unter besonderer Berücksichtigung Georgiens
5.1 Die geostrategische Bedeutung des Kaukasus
5.2 Die Rolle Russlands in den regionalen Konflikten im Kaukasus
5.2.1 Russland und der georgisch-südossetische Konflikt
5.2.2 Russland und der georgisch-abchasische Konflikt
5.2.3 Russland und der Berg-Karabach Konflikt
5.3 Russlands außenpolitische Strategie gegenüber dem Südkaukasus in den 1990er Jahren
5.3.1 Die Ziele der russischen Außenpolitik
5.3.2 Die Erfolge der russischen Außenpolitik
5.4 Georgiens Annäherung an die NATO unter Schewardnadse und die Reaktionen Russlands
5.5 Die Eskalation der eingefrorenen Konflikte
5.6 Die NATO, Russland und Georgien nach der Eskaltion – bisherige Konsequenzen und Ausblick
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Haltung Russlands zur Erweiterung der NATO seit 1999 und analysiert, ob Moskaus Einstellung eine Kontinuität aufweist oder einem Wandel unterworfen war. Dabei wird insbesondere der Zusammenhang zwischen dem russischen Sicherheitsverständnis, das stark durch Geopolitik und das Denken in Einflusssphären geprägt ist, und den NATO-Erweiterungsprozessen sowie der NATO-Osterweiterung in Bezug auf Georgien beleuchtet.
2.2.1 Die Expansion des Russischen Reiches vom 15. bis 18. Jahrhundert
Mit Blick auf die Geschichte Russlands wird schnell deutlich, dass Expansion und Eroberung von Einflusssphären in der Peripherie des Landes Konstanten in der Politik der Herrscher waren. Nachdem es im 14. Jahrhundert gelungen war, sich von der mongolischen Herrschaft zu befreien, folgte die territoriale Ausdehnung des russischen Reiches. Zunächst wurden die verbliebenen Stämme unterworfen und geeint. Iwan III., der von 1462 bis 1505 regierte, führte den Titel Autokrator und war gleichzeitig Großfürst und Zar Russlands.
Bei der ständigen Ausweitung des Herrschaftsgebietes waren zu keiner Zeit festgelegte Grenzen vorhanden. Vielmehr gab es ein so genanntes Kerngebiet, von dem aus die weitere Ausdehnung in alle Richtungen vollzogen wurde. Anstatt von fest abgesteckten Territorien sollte von einer Frontier gesprochen werden. Was ist unter einer Frontier zu verstehen? Dabei handelt es sich um eine Reihe von aufeinander folgenden Zonen, die keine eindeutigen Grenzen aufweisen. Die Trennung ist in solchen Fällen meist auf wirtschaftliche, kulturelle, ökologische oder auch physische Unterschiede zurückzuführen. Das Besondere ist, dass die Charakteristik solcher Gebiete von Zeit zu Zeit variieren kann.
Bei einer derartigen Situation bieten sich unterschiedliche Vorgehensweisen beziehungsweise Politiken an. Auf der einen Seite besteht die Möglichkeit einer close-border policy, was nichts anderes bedeutet, als der Versuch das eigene Territorium abzusichern und eine Grenze zu ziehen. Dieser Fall tritt dann ein, wenn die weitere Expansion nicht mehr sinnvoll erscheint. Im Kontrast dazu steht die zweite Variante der so genannten forward policy. Hier wird es vermieden, klare Grenzen zu ziehen. Typisch ist das aktive Intervenieren in der Frontier-Zone. Damit sollen mögliche Gefahren, die in diesen Zonen für das Kernland entstehen könnten, abgewendet werden. Zusätzlich wird durch die aktive Beeinflussung das Handlungsfeld des Kernlandes erweitert.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein, indem sie die russische Haltung zur NATO-Osterweiterung seit 1999 anhand historischer Zitate und der Problematik der deutschen Wiedervereinigung einordnet.
2. Theoretische Grundlagen und historische Begründungen für Russlands Sicherheitsperzeption: Dieses Kapitel erläutert die geopolitischen Konzepte und historischen Erfahrungen Russlands, die das heutige Sicherheitsverständnis und das Denken in Einflusssphären maßgeblich beeinflussen.
3. Russland und die erste NATO-Osterweiterung: Es wird analysiert, wie Russland auf die erste Erweiterungsrunde reagierte, welche Rolle die osteuropäischen Staaten spielten und wie der Kosovo-Konflikt die Beziehungen belastete.
4. Russland und die zweite NATO-Osterweiterung: Der Fokus liegt hier auf den baltischen Staaten als ehemaligem Sowjet-Territorium, der russischen Einbürgerungspolitik und dem Wandel der Beziehungen von der Konfrontation zur Kooperation unter Wladimir Putin.
5. Der Kaukasus als Schauplatz geopolitischer Machtkämpfe zwischen Russland und der NATO unter besonderer Berücksichtigung Georgiens: Dieses Kapitel untersucht die geostrategische Bedeutung der Kaukasusregion, die eingefrorenen Konflikte und Georgiens Weg in Richtung NATO-Annäherung.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die eine starke Kontinuität in der russischen Sicherheitsperzeption trotz unterschiedlicher politischer Phasen belegen.
NATO-Osterweiterung, Russland, Sicherheitsperzeption, Geopolitik, Einflusssphären, Kaukasus, Georgien, Baltikum, Außenpolitik, Pufferzonen, Souveränität, Sicherheitsarchitektur, Sowjetunion, GUS, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert die Haltung der Russischen Föderation zur Erweiterung der NATO in Richtung Osten seit 1999 und untersucht, inwieweit diese durch historische Denkmuster und geopolitische Interessen begründet ist.
Zentrale Themen sind die russische Außenpolitik, die Entwicklung der NATO-Russland-Beziehungen, die Bedeutung der ehemaligen Sowjetrepubliken für das russische Sicherheitsverständnis sowie die Rolle des Kaukasus und der baltischen Staaten.
Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob die russische Haltung gegenüber der NATO-Osterweiterung über die Zeit hinweg eine Kontinuität aufweist oder ob ein signifikanter Wandel stattgefunden hat.
Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von Dokumenten, Reden, Verträgen sowie zeitgenössischen wissenschaftlichen Publikationen zur Geopolitik und den internationalen Beziehungen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des russischen Sicherheitsdenkens, die Analyse der ersten und zweiten NATO-Osterweiterung sowie eine detaillierte Betrachtung der Machtkämpfe im Kaukasus unter Einbeziehung Georgiens.
Wichtige Begriffe sind unter anderem NATO-Osterweiterung, Geopolitik, Einflusssphären, Sicherheitsperzeption, Kaukasus und Russland.
Die Wiedervereinigung Deutschlands dient als historischer Einstieg, da sie den Prozess der NATO-Osterweiterung aus russischer Sicht initiierte und die Grundlage für spätere russische Bedenken und Sicherheitsbedürfnisse legte.
Die Arbeit betrachtet den Kaukasus-Konflikt 2008 als Wendepunkt in den internationalen Beziehungen und als Ausdruck der russischen Emanzipation und des gestiegenen Selbstbewusstseins, ihre Einflusssphären militärisch zu verteidigen.
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