Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 2,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einleitung
1. Vorstellung der Einrichtung
1.1 Handlungskonzept der Therapeutischen Intensivgruppe
2. Autismus – Ein Einstieg
2.1 Das Asperger-Syndrom
3. Verschiedene theoretische Förderansätze
3.1 Diagnose
3.2 Medikation
3.3 Verhaltenstherapeutische Verfahren
3.4 Tier-Therapien
3.4.1 Delphintherapie
3.4.2 Heilpädagogisches Reiten
3.5 Förderung der Kommunikation
3.5.1 Sprachtherapie
3.5.2 Alternative Kommunikationsformen
3.5.3 Facilitated Communication
3.5.4 Musiktherapie
3.6 Beziehungsförderung
3.6.1 Aufmerksamkeits-Interaktionstherapie
3.6.2 Gentle Teaching
3.6.3 Option Methode
3.7 Therapie der auditiven Wahrnehmung
3.8 Therapie der visuellen Wahrnehmung
3.9 Körperbezogene Ansätze
3.9.1 Doman-Delacato
3.9.2 Sensorische Integration
3.9.3 Psychomotorik
3.9.4 Snoezelen
3.9.5 Festhaltetherapie
3.10 Förderung sozialer Fähigkeiten sowie der Selbstständigkeit
3.10.1 Theory-of-mind-training
3.10.2 Social stories
4. Die Methode TEACCH
4.1 Strukturierung
4.2 Visualisierung
5. Praktisches Fallbeispiel
6. Fazit
Die Arbeit untersucht theoretische Grundlagen und praktische Förderansätze für Kinder mit Asperger-Syndrom, insbesondere im Kontext einer vollstationären heilpädagogischen Einrichtung, mit dem Ziel, die Komplexität des Störungsbildes darzustellen und praxisnahe Interventionsmöglichkeiten zu beleuchten.
2. Autismus – ein Einstieg
Dieses fiktive Beispiel zeigt eine typische Begegnung mit einem Kind mit Asperger-Syndrom:
„Als der Postbote die Briefe für Haus Nr. 20 einstecken wollte, lief ihm ein junges Mädchen entgegen. Die Familie war erst vor kurzem eingezogen, und er war neugierig auf die Namen und den Hintergrund der neuen Bewohner. Doch bevor er guten Morgen sagen konnte, stellte das Mädchen ihm eine Frage: „Mögen Sie Deltics?“ Im Stillen rätselte der Mann, was dieses Wort wohl bedeuten könnte, ob ein Deltic etwa eine neue Schokoladenmarke oder eine Figur aus einer Fernsehserie sei. Ehe er antworten konnte, fuhr das Mädchen fort: „Das sind die stärksten Dieselzüge. Der 2 Uhr 30 von Kings Cross ist ein Deltic, ich habe 27 Fotos von Deltics.“ Der Mann war erleichtert zu wissen, worum es ging, aber er verstand nicht recht, warum sie sich damit an ihn wandte. Das Mädchen erging sich nun in einer Beschreibung der Eigenschaften dieser ihm gänzlich unbekannten Lokomotive. Ganz offenbar interessierte es sie überhaupt nicht, was er von solchen Zügen hielt, und sie schenkte seinen höflichen Hinweisen, er müsse in seiner Runde fortfahren, keinerlei Beachtung. Schließlich blieb ihm nichts anderes übrig, als sie ziemlich brüsk zu unterbrechen und mit einem raschen „auf Wiedersehen“ davon zu gehen. Er wunderte sich, dass dieses exzentrische Kind so viel über Züge wusste und fragte sich, während er seinen Weg fortsetzte: „Warum meinte sie, ich würde mich für Züge interessieren? Sie hat mich kaum angesehen und mich ständig unterbrochen. Kann sie über nichts anderes sprechen? Sie war wie ein wandelndes Lexikon.“ (Attwood (2005) S. 12)
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Unkenntnis über Autismus, die Herausforderungen für betroffene Familien und stellt das Arbeitsumfeld der Verfasserin in einer Therapeutischen Intensivgruppe vor.
1. Vorstellung der Einrichtung: Dieses Kapitel beschreibt die Stiftung „Die Gute Hand“, ihre Strukturen, Ziele und die pädagogische Arbeit in den verschiedenen stationären und ambulanten Angeboten.
2. Autismus – Ein Einstieg: Es wird eine Einführung in den Autismusbegriff gegeben, die Entstehung des Störungsbildes erläutert und das spezifische klinische Bild des Asperger-Syndroms definiert.
3. Verschiedene theoretische Förderansätze: Das Kapitel bietet eine umfassende Übersicht über diverse Therapie- und Förderformen, von Diagnostik und Medikation bis hin zu speziellen Ansätzen wie Tier-Therapien, Kommunikationstherapien und körperbezogenen Methoden.
4. Die Methode TEACCH: Hier wird der TEACCH-Ansatz detailliert vorgestellt, wobei besonders die Bedeutung der Strukturierung und Visualisierung für das Lernen autistischer Kinder im Fokus steht.
5. Praktisches Fallbeispiel: Basierend auf der Diagnose und der halbjährlichen Revision werden die Erziehungsziele und praktischen Maßnahmen für den 13-jährigen Joachim detailliert dargelegt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz einer individuellen, ganzheitlichen Förderung zusammen und betont die Notwendigkeit, autistischen Kindern Wege der sozialen Teilhabe zu ermöglichen.
Autismus, Asperger-Syndrom, Heilpädagogik, Therapeutische Intensivgruppe, Förderansätze, TEACCH, Wahrnehmungsstörungen, Sozialverhalten, Kommunikation, Verhaltensmodifikation, Inklusion, Diagnostik, Entwicklungsförderung, stationäre Betreuung, Selbstständigkeit
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Vorgehensweisen in der Förderung von Kindern mit Asperger-Syndrom im Rahmen einer stationären heilpädagogischen Wohngruppe.
Zentrale Themen sind das Verständnis des Autismus-Spektrums, die verschiedenen methodischen Therapieansätze sowie die praktische Umsetzung von Förderzielen im Alltag einer Intensivgruppe.
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über unterschiedliche Förderkonzepte zu geben und deren Anwendbarkeit in der Praxis kritisch zu reflektieren, um die Lebenssituation der Kinder nachhaltig zu verbessern.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Förderkonzepte sowie die praxisorientierte Fallstudie eines betreuten Kindes mit Asperger-Syndrom.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung verschiedener Förderansätze (z.B. Verhaltenstherapie, TEACCH, Psychomotorik) und deren praktische Anwendung im stationären Alltag.
Wichtige Begriffe sind Autismus, Asperger-Syndrom, stationäre heilpädagogische Förderung, Strukturierung und individuelle Entwicklungsziele.
Das TEACCH-Programm nimmt einen hohen Stellenwert ein, da seine Methoden zur Strukturierung und Visualisierung als besonders effektiv für die Lernbedürfnisse autistischer Kinder hervorgehoben werden.
Das Fallbeispiel des Jungen „Joachim“ dient dazu, konkrete Erziehungsziele wie Selbstsicherheit, Dialogfähigkeit und Alltagskompetenzen durch spezifische Fördermaßnahmen wie Abendreflexionen und Einkaufstraining zu veranschaulichen.
Methoden wie die Festhaltetherapie oder bestimmte Aspekte der Facilitated Communication werden kritisch hinterfragt, da sie ethische Fragen aufwerfen oder in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich kaum belegbar sind.
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