Diplomarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Geschichte der Ukraine im Überblick
2.1 Die Geschichte der Ukraine
2.2 Sprachliche Entwicklung
2.3 Ergebnisse der Volkszählung 2001
3 Politische Situation – Verhältnis Ukraine-Russland
3.1 Politische Situation
3.2 Verhältnis zu Russland
3.3 Regionale Politik
3.4 Sprachprestige
3.5 Religion
3.6 Bildungspolitik
4 Sprachvergleich – Sprachkontakt – Suržyk
4.1 Vergleich Ukrainisch – Russisch
4.1.1 Alphabet
4.1.2 Phonetik, Phonologie, Morphologie
4.1.3 Syntax
4.1.4 Lexik
4.2 Suržyk
4.2.1 Etymologie
4.2.2 Entwicklung
4.2.3 Definition, Einteilung
4.2.4 Suržyk in den Medien und in der Literatur
4.2.5 Beispiel für zeitgenössischen Suržyk
5 Medien in der Ukraine
5.1 Printmedien
5.2 Rundfunk
5.2.1 Fernsehsender
5.2.2 Radiosender
5.3 Werbesprache
6 Sprachsituation in den Regionen
6.1 Stadt Kiev und Zentralukraine
6.2 Halbinsel Krim
6.3 L’viv
6.4 Odesa
6.5 Ostukraine
6.6 Transkarpatien
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Sprachsituation in der Ukraine, die durch historische Entwicklungen, eine gespaltene politische Ausrichtung und den engen Kontakt zwischen den beiden dominierenden ostslawischen Sprachen Ukrainisch und Russisch geprägt ist. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Entstehung und Rolle der Mischsprache Suržyk sowie der regional unterschiedlichen Verbreitung der beiden Sprachen.
4.2.4 Suržyk in den Medien und in der Literatur
Während der Sowjetzeit war die öffentliche Verwendung des Suržyk tabuisiert und somit auch in den Medien nicht vertreten. Die einzige Ausnahme stellte in den 60er und 70er Jahren das Komikerduo Tarapun’ka i Štepsel’ dar. Die beiden Figuren wurden von den Schauspielern Jurij Tymošenko und Efim Berezin verkörpert, die sogar als Volkskünstler der UdSSR ausgezeichnet. Scheer und Serdyuk schreiben hierzu (2007, 33):
Der Klügere der beiden Figuren sprach Hochrussisch, während das Dummerchen ein fürchterliches Mischmasch aus Russisch und Ukrainisch von sich gab. Das Duo wurde geduldet, nicht nur, weil es für das Regime ein willkommenes Modell des ukrainisch-russischen Verhältnisses verkörperte, sondern weil es schlicht und einfach zum „totlachen“ war.
Das Duo kam der sowjetischen Führung also durchaus nicht ungelegen – es betonte das höhere Prestige der russischen Sprache und Kultur und das Klischee von der „Bauernsprache“ Ukrainisch, die dem Russischen jedenfalls unterlegen war. Jede Mischung der beiden Sprachen wurde als „Verunreinigung“ betrachtet, die nur ungebildete Menschen benutzten. Wollte man eine gewisse soziale Stellung erreichen, musste man jedenfalls „reines“ Russisch sprechen.
Während der Sowjetzeit schrieben die Satiriker Pavlo Hlazovyj (1922-2004) und Ostap Vyšnja (1889-1956) ebenfalls in Suržyk – die Mischsprache war also durchaus (wenn auch in eher geringem Ausmaß) in der Literatur vertreten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und sprachliche Relevanz der Ukraine ein und definiert die Forschungsziele sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Die Geschichte der Ukraine im Überblick: Ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Landes, die für das Verständnis der heutigen ethnischen und sprachlichen Verteilung essenziell ist.
3 Politische Situation – Verhältnis Ukraine-Russland: Analyse der politischen Geschehnisse seit der Unabhängigkeit, ihrer Auswirkungen auf das russisch-ukrainische Verhältnis sowie Aspekte von Religion und Bildungspolitik.
4 Sprachvergleich – Sprachkontakt – Suržyk: Linguistischer Vergleich der ostslawischen Sprachen und detaillierte Untersuchung der entstandenen Mischsprache Suržyk hinsichtlich ihrer Formen und Rollen.
5 Medien in der Ukraine: Untersuchung der ukrainischen Medienlandschaft und der Rolle der beiden konkurrierenden Sprachen in Massenmedien und Werbung.
6 Sprachsituation in den Regionen: Detaillierte Darstellung der sprachlichen Lage in ausgewählten Gebieten, um das regionale Ost-West-Gefälle zu verdeutlichen.
Ukraine, Russland, Ukrainisch, Russische Sprache, Suržyk, Sprachkontakt, Sprachsituation, Identität, Zweisprachigkeit, Bildungspolitik, Medienlandschaft, Ost-West-Gefälle, Krim, Zentralukraine, Politische Entwicklung
Die Diplomarbeit thematisiert die Sprachsituation in der Ukraine und beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen der ukrainischen und der russischen Sprache unter Berücksichtigung historischer und politischer Faktoren.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die politischen Beziehungen zu Russland, ein linguistischer Sprachvergleich, die Analyse der Mischsprache Suržyk sowie die Sprachsituation in spezifischen Regionen.
Das Ziel ist es, die Komplexität der Sprachsituation im Land zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie historische, politische und regionale Faktoren das heutige Sprachbild und die Dynamiken zwischen Ukrainisch und Russisch beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Untersuchung offizieller Zensus-Ergebnisse, Medienanalysen sowie qualitative Einblicke durch Fallbeispiele und linguistische Beschreibungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Situation, einen linguistischen Sprachvergleich inklusive Suržyk, eine Analyse der ukrainischen Medienlandschaft sowie eine regionale Differenzierung der sprachlichen Lage.
Die Arbeit lässt sich vor allem mit Begriffen wie Sprachkontakt, nationale Identität, Zweisprachigkeit, Suržyk und dem soziopolitischen Ost-West-Gefälle in der Ukraine charakterisieren.
Politische Akteure nutzen die Sprachfrage häufig als Instrument, etwa um Wählerstimmen zu gewinnen, indem sie pro-russische oder pro-ukrainische Positionen forcieren und den Status der jeweiligen Sprache in den Vordergrund stellen.
Suržyk ist eine Mischsprache, die Elemente aus dem Ukrainischen und dem Russischen kombiniert und vor allem im mündlichen Alltag weit verbreitet ist, wobei sie lange Zeit als sozial minderwertig galt.
Die Unterschiede resultieren aus der ungleichen historischen Zugehörigkeit der Gebiete zu verschiedenen Machtbereichen (z.B. Zarenreich vs. Österreich-Ungarn) sowie unterschiedlichen Industrialisierungs- und Russifizierungsprozessen.
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