Bachelorarbeit, 2011
72 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Das Frauenbild in Tucholskys Prosa
2.1 Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
2.2 Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte
2.3 „Sie war bei mir. Sie gehörte dazu. Sie sorgte für mich.“ - Zwischenfazit
3 Tucholskys Frauenbild in ausgewählten Gedichten
3.1 „[...] du meine kleine Unterwelt.“ - Gedichte aus der Sicht von Frauen
3.1.1 „Wir singen allein im Duett“ - Zusammenfassung von Die Frau spricht
3.1.2 „Bube sticht“ - Verweise auf andere Gedichte
3.2 „Wie wirds künftig mit den Frauen sein?“ - Zeitgeschichtliche Gedichte
3.3 „Woll mit die Pauke jepiekt?“ - Frauenfiguren in Tucholskys Lyrik
3.4 „Liegt nicht draußen das Allerbeste?“ - Verweise auf weitere Gedichte
3.4.1 „Die Milch looft üba.“ - Die Darstellung von Beziehungen
3.4.2 „Immer nur eine Glocke läutend?“ - Tucholsky als Frauenheld
3.5 Zwischenfazit zu Tucholskys Lyrik
4 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Frauenbild im literarischen Werk von Kurt Tucholsky, mit besonderem Fokus auf ausgewählte Prosa-Werke und Lyrik. Ziel der Untersuchung ist es, das durch Tucholsky vermittelte Bild der Frau im Kontext der Weimarer Republik zu analysieren, dabei Klischees und Rollenbilder zu hinterfragen und die literarische Darstellung mit biographischen Aspekten in Verbindung zu setzen, ohne dabei eine rein biographische Interpretation zu erzwingen.
2.1. Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
Kurt Tucholsky veröffentlichte 1912 seinen ersten Roman Rheinsberg. In diesem Roman erlebt das Berliner Pärchen Wolfgang und Claire drei idyllische Ferientage in Rheinsberg. Es vertreibt sich die Zeit unter anderem mit Spaziergängen und genießt seine Freizeit. Die Veröffentlichung des Romans wurde zunächst von vielen Verlagen abgelehnt, da die erotische Offenheit des Textes zu gewagt schien. Die freizügige Beziehung zwischen Wolfgang und Claire, die als unverheiratetes Pärchen in einem Bett schlafen und auch sonst sexuell sehr aufgeschlossen sind, erschien in der noch traditionell-konservativen Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg anstößig, wenn nicht sogar als „erotische Rebellion“. Der Roman wurde schließlich von dem Verleger Axel Juncker publiziert und zu einem großen Erfolg. Im Jahr 1921 wurde die zweite Auflage mit 50.000 Exemplaren, im Jahr 1931 bereits die vierte Auflage mit 100.000 Exemplaren veröffentlicht. Selbst Tucholsky erkannte den Erfolg seines Erstlingsromans, denn in seinem 1921 erschienenen Text zur zweiten Auflage bezeichnete er es als das Buch, „nach dem später generationsweise vom Blatt geliebt wurde“.
In Rheinsberg wird vordergründig die Unbeschwertheit und Leichtigkeit einer Liebe nachgezeichnet. Das Pärchen Wolfgang und Claire verbringt wenige Tage in Rheinsberg, es genießt die umgebene Idylle und gönnt sich Entspannung. Die weibliche Protagonistin ist Claire. Ihre auszeichnendste Eigenschaft ist ihre „Sprache“:
[...] sie wirbelte die Worte so lange herum, bis sie halb unkenntlich geworden waren, ließ hier ein „T” aus, fügte da ein „S” ein, vertauschte alle Artikel, und man wußte (sic!) nie, ob es ihr beliebe, sich über die Unzulänglichkeit der Phrase oder über die andern (sic!) lustig zu machen. (S. 97)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert den Forschungsstand zur literarischen Darstellung des Frauenbildes bei Tucholsky und definiert das Ziel, die Prosa und Lyrik des Autors unter Berücksichtigung zeithistorischer Aspekte zu untersuchen.
2 Das Frauenbild in Tucholskys Prosa: In diesem Kapitel werden die Romane Rheinsberg und Schloß Gripsholm hinsichtlich der Darstellung ihrer weiblichen Protagonisten und der Geschlechterrollen analysiert.
3 Tucholskys Frauenbild in ausgewählten Gedichten: Dieser Abschnitt widmet sich der Lyrik Tucholskys, unterteilt in fünf Kategorien, um das Frauenbild in verschiedenen Facetten, wie Rollenlyrik und Zeitkritik, zu beleuchten.
4 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Tucholsky ein sowohl sensibles als auch avantgardistisches, wenngleich von zeitgenössischen Rollenbildern geprägtes Frauenbild in seinen Werken zeichnete.
Kurt Tucholsky, Frauenbild, Weimarer Republik, Geschlechterverhältnis, Rollenbilder, Rheinsberg, Schloß Gripsholm, Lyrik, Emanzipation, Geschlechterrolle, Literaturanalyse, Erotik, Frauenbild in der Literatur, Geschlechterforschung, Frauenerwerbstätigkeit
Die Arbeit analysiert das Frauenbild in Kurt Tucholskys literarischem Werk, wobei der Fokus auf den Romanen sowie ausgewählten Gedichten liegt, um Tucholskys Umgang mit Geschlechterrollen in der Weimarer Republik zu untersuchen.
Zentrale Themen sind die Darstellung von Frauen als "Geliebte", "Mutter" oder "Freund", die Auswirkungen gesellschaftlicher Konventionen auf die Geschlechterrollen und die Spannung zwischen monogamer Beziehung und polygamen Trieben.
Das Ziel ist die literaturwissenschaftliche Untersuchung des Frauenbildes bei Tucholsky, um aufzuzeigen, inwieweit er emanzipatorische Tendenzen darstellte oder traditionellen Rollenbildern verhaftet blieb.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der Tucholskys Texte textnah interpretiert und in den zeithistorischen sowie biographischen Kontext der Weimarer Republik eingeordnet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Romane Rheinsberg und Schloß Gripsholm sowie eine systematische Auswertung ausgewählter Gedichte in verschiedenen Kategorien wie Zeitkritik und Rollenlyrik.
Schlüsselwörter sind unter anderem Kurt Tucholsky, Frauenbild, Weimarer Republik, Geschlechterverhältnis, Emanzipation und Rollenbilder.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Tucholsky zwar Widmungen und Charaktereigenschaften realer Personen in seine Romane einfließen ließ, die fiktiven Frauenfiguren jedoch nicht eins zu eins mit den realen Vorbildern gleichgesetzt werden dürfen.
Die Autorin stellt fest, dass Tucholsky die neuen Frauenrollen der Weimarer Zeit (wie das "Girl" oder die emanzipierte Medizinerin) aufgriff, diese jedoch häufig in ein traditionelles männliches Deutungsschema einbettete, das die Überlegenheit des Mannes oder die Notwendigkeit von Unterordnung betonte.
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