Masterarbeit, 2011
114 Seiten, Note: 1,3
1 Bedeutung von Ratingagenturen für den Finanzmarkt
2 Begriffsklärung
2.1 Rating, Bonität und Ratingagentur
2.2 Formen und Ausprägungen des Ratings
2.3 Ratingprozess
3 Aktuelle Regulierung von Ratingagenturen innerhalb der EU
3.1 Erste Regulierungsansätze
3.1.1 IOSCO-Grundsätze 2004
3.1.2 Konsequenzen von Basel II für die Regulierung von Ratingagenturen
3.1.3 Stand der Regulierung von Ratingagenturen: Dezember 2005
3.2 IOSCO-Grundsätze 2008
3.3 EU-Verordnung Nr. 1060/2009 über Ratingagenturen
3.4 EU-Verordnung Nr. 513/2011 zur Änderung der EU-Verordnung Nr. 1060/2009 über Ratingagenturen
3.4.1 Vorschlag der Europäischen Kommission zur Änderungen der EU-Verordnung Nr. 1060/2009
3.4.2 Standpunkt des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates zur Änderung der EU-Verordnung Nr. 1060/2009
3.5 Gegenwärtiges Konsultationsverfahren
4 Ratingagenturen im Spannungsfeld der Prinzipal-Agenten-Theorie
4.1 Die Prinzipal-Agenten-Theorie als Teilbereich der Institutionenökonomik
4.2 Begriffsklärungen der Prinzipal-Agenten-Theorie
4.3 Informationsasymmetrien zwischen Prinzipal und Agent
4.4 Lösungsansätze von Agency-Problemen, Agency-Kosten und Prinzipal-Agenten-Modelle
4.5 Die Ratingagentur im Modell der Prinzipal-Agenten-Beziehung
4.5.1 Modellstufe 1
4.5.2 Modellstufe 2
4.5.3 Modellstufe 3
4.6 Resümee des Modells
5 Analyse aktueller Regulierungen von Ratingagenturen in der EU unter Verwendung erstellter Modellkriterien
5.1 Untersuchung der IOSCO-Grundsätze
5.1.1 Analyse der IOSCO-Grundsätze auf enthaltene Modellkriterien
5.1.2 Kontribution der IOSCO-Grundsätze zur geförderten Regulierung von Ratingagenturen
5.2 Untersuchung der ratingrelevanten Beschlüsse von Basel II
5.2.1 Analyse der ratingrelevanten Beschlüsse von Basel II auf enthaltene Modellkriterien
5.2.2 Kontribution der ratingrelevanten Beschlüsse von Basel II zur geforderten Regulierung von Ratingagenturen
5.3 Untersuchung der EU-Verordnung 1060/2009
5.3.1 Analyse der EU-Verordnung 1060/2009 auf enthaltene Modellkriterien
5.3.2 Kontribution der EU-Verordnung 1060/2009 zur geforderten Regulierung von Ratingagenturen
5.4 Untersuchung der EU-Verordnung Nr. 513/2011
5.4.1 Analyse der EU-Verordnung Nr. 513/2011 auf enthaltene Modellkriterien
5.4.2 Kontribution der EU-Verordnung Nr. 513/2011 zur geforderten Regulierung von Ratingagenturen
5.5 Untersuchung des gegenwärtigen Konsultationsverfahrens
5.5.1 Analyse des gegenwärtigen Konsultationsverfahrens auf enthaltene Modellkriterien
5.5.2 Kontribution des gegenwärtigen Konsultationsverfahrens zur geforderten Regulierung von Ratingagenturen
6 Analyse der Regulierung von Ratingagenturen in den USA unter Verwendung erstellter Modellkriterien
6.1 Status quo der Regulierung von Ratingagenturen in den USA
6.2 Analyse der Regulierung von Ratingagenturen in den USA auf enthaltene Modellkriterien
6.3 Kontribution der Regulierung von Ratingagenturen in den USA zur geforderten Regulierung von Ratingagenturen
7 Vergleich der Regulierungen von Ratingagenturen in der EU und den USA
8 Ansichten des Verfassers zur Regulierung von Ratingagenturen
9 Thesenartige Zusammenfassung
Diese Master-Thesis analysiert die regulatorischen Rahmenbedingungen für Ratingagenturen innerhalb der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Ziel ist es, auf Basis eines theoretisch fundierten Prinzipal-Agenten-Modells die Angemessenheit und Wirksamkeit aktueller sowie geplanter gesetzlicher Anforderungen an Ratingagenturen kritisch zu bewerten.
2.3 Ratingprozess
Abbildung 1 stellt die Phasen des Ratingprozesses (auch als Ratingverfahren oder Ratingsystem bezeichnet) dar. Im Ratingprozess werden Ratingmethoden benutzt, um alle relevanten Informationen zu aggregieren und das Ergebnis in einer Ratingskala auszudrücken.41
Arbeitsabläufe des Ratingprozesses sind essentielle Bestandteile der Geschäftstätigkeit und somit wichtiges Unternehmensgeheimnis. Aus diesem Grund ist der allgemeine Ablauf des Ratingprozesses bekannt, dessen konkrete Gestaltung wird von Ratingagenturen indes nicht veröffentlicht. Im Hinblick auf den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist eine generelle Beschreibung des Ratingverfahrens jedoch ausreichend.
Zu Beginn des beauftragten externen Ratingverfahrens wählt der Emittent eine Ratingagentur für die Bewertung aus. Im ersten Schritt werden Auftragsbedingungen zwischen Ratingagentur und Unternehmen festgelegt. Anschließend findet ein Gespräch zwischen dem Analyseteam der Ratingagentur und dem Management des Unternehmens statt. Darauffolgend erhalten Ratinganalysten Einsicht in die Buchführung und andere für das Rating relevante Dokumente und Informationen des Unternehmens.42
Im Ratingprozess hat sich das Top-down-Prinzip durchgesetzt: Zunächst wird eine Länderanalyse durchgeführt, anschließend eine Branchenanalyse und als letzter Schritt die Unternehmensanalyse.43
1 Bedeutung von Ratingagenturen für den Finanzmarkt: Einführung in die Rolle von Ratingagenturen als zentraler Bestandteil globaler Finanzmärkte und deren Einfluss auf die Finanzmarktkrise.
2 Begriffsklärung: Definition zentraler Termini wie Rating, Bonität und Ratingagentur sowie Abgrenzung verschiedener Ratingformen.
3 Aktuelle Regulierung von Ratingagenturen innerhalb der EU: Chronologische Aufarbeitung der europäischen Regulierungsbemühungen, von frühen Standards bis zur EU-Verordnung 513/2011.
4 Ratingagenturen im Spannungsfeld der Prinzipal-Agenten-Theorie: Theoretische Fundierung durch die Prinzipal-Agenten-Theorie zur Untersuchung von Informationsasymmetrien und Agency-Problemen im Ratingsektor.
5 Analyse aktueller Regulierungen von Ratingagenturen in der EU unter Verwendung erstellter Modellkriterien: Kritische Untersuchung europäischer Regulierungsvorgaben anhand der zuvor erarbeiteten theoretischen Modellkriterien.
6 Analyse der Regulierung von Ratingagenturen in den USA unter Verwendung erstellter Modellkriterien: Untersuchung des US-amerikanischen Regulierungsrahmens (insb. Dodd-Frank Act) und dessen Wirkung.
7 Vergleich der Regulierungen von Ratingagenturen in der EU und den USA: Gegenüberstellung der beiden Regulierungsansätze zur Identifikation von Unterschieden und Gemeinsamkeiten.
8 Ansichten des Verfassers zur Regulierung von Ratingagenturen: Persönliche Bewertung des Autors hinsichtlich der Effektivität aktueller Regulierungen und Vorschläge für alternative Ansätze.
9 Thesenartige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse in Thesenform.
Ratingagenturen, Finanzmarkt, Regulierung, EU-Verordnung 1060/2009, Dodd-Frank Act, Prinzipal-Agenten-Theorie, Agency-Probleme, Informationsasymmetrie, Bonitätsbewertung, Ratingprozess, IOSCO, ESMA, Markteffizienz, Anlegerschutz, Finanzmarktaufsicht
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen für Ratingagenturen, um deren Einfluss auf die Finanzmärkte und die Qualität der Bonitätsbewertungen besser zu verstehen.
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Ratingbeziehungen, die Untersuchung der EU-Gesetzgebung sowie ein Vergleich mit den US-amerikanischen Regulierungsstandards.
Das Ziel ist die Evaluierung der Angemessenheit gesetzlicher Regulierungen von Ratingagenturen, basierend auf einem aus der Prinzipal-Agenten-Theorie abgeleiteten Modell.
Die Arbeit nutzt eine institutionenökonomische Analyse, insbesondere die Prinzipal-Agenten-Theorie, sowie eine qualitative Untersuchung von Gesetzestexten und Konsultationspapieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Modellbildung, die Analyse spezifischer EU-Regulierungen, eine entsprechende US-Analyse sowie den direkten Vergleich der beiden Systeme.
Wichtige Begriffe sind Ratingagenturen, Regulierung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Agency-Probleme, EU-Verordnung 1060/2009 und Dodd-Frank Act.
Das Modell betrachtet die Ratingagentur als Informationsintermediär, der im Spannungsfeld zwischen den Interessen des Investors (Qualität) und des Emittenten (gutes Rating) agiert.
Sie stellt eine wichtige Verschärfung und Optimierung der vorangegangenen Verordnung 1060/2009 dar, insbesondere hinsichtlich der Befugnisse der ESMA und der Sanktionsmöglichkeiten.
Sie ermöglicht es, die Anreizstrukturen und das opportunistische Verhalten aller Akteure – Emittenten, Investoren und Ratingagenturen – präzise zu erfassen und daraus regulatorische Schlussfolgerungen zu ziehen.
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