Bachelorarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 Überblick
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 RAHMENBEDINGUNGEN VON ISLAMIC BANKING
2.1 Definition
2.2 Entstehungsgeschichte
2.3 Ethische und rechtliche Grundlagen
2.3.1 Das islamische Wirtschaftssystem
2.3.2 Das Zinsverbot ribā
2.3.3 Das Spekulationsverbot ġarār
2.3.4 Das Glücksspielverbot maysir/qimār
2.3.5 Die Vermögenssteuer zakā
2.3.6 Zusammenfassung
3 ISLAMKONFORME FINANZIERUNGS- UND INVESTITIONSTECHNIKEN
3.1 Finanzierungstechniken
3.1.1 muḍāraba
3.1.2 mušāraka
3.1.3 murābaḥa
3.1.4 iǧāra
3.2 Investitionstechniken
3.2.1 Aktienanlagen
3.2.2 ṣukūk
4 PRAXIS DES ISLAMIC BANKING
4.1 Marktanalyse
4.2 Angewandte Instrumente
4.3 Kritik
4.4 Exkurs: Finanzkrise
5 AUSBLICK UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Mechanismen des Islamic Banking und analysiert kritisch, inwieweit dieses Finanzmodell als tragfähige Alternative zum westlichen, konventionellen Bankensystem fungieren kann, insbesondere vor dem Hintergrund der globalen Finanzmarktkrise.
2.3.2 Das Zinsverbot ribā
Das Wort ribā wird auf die Wurzel rabā (ربا) zurückgeführt, was wörtlich übersetzt wachsen, sich ausdehnen, sich steigern oder überhöhen bedeutet. In deutschen Übersetzungen des Korans wird ribā häufig mit Wucher oder Zins übersetzt (in englischen Übersetzungen mit usury und interest), was zu noch heute andauernden Diskussionen darüber geführt hat, ob lediglich der Wucherzins oder jegliche Form von Zins, untersagt ist.
So kritisiert Farooq, dass es bis heute keine einheitliche, allgemeingültige und präzise Definition von ribā gibt. Unter Einbeziehung einzelner islamischer Gelehrter, wie Sayyid Abūl’ālā Mawdūdī, Dr. ‘Umrān Ḥān Niyāzī, Muḥammad Taqī ‘Uṯmānī, Dr. Muḥammad Naǧatullāh Ṣiddīqī und Dr. Ǧamāl Badawī versucht er zu eine zusammenfassenden Definition zu gelangen.
„ribā is any stipulated excess over the principal in a loan or debt“
Nach Ansicht der islamischen Orthodoxie, die auch die vorherrschende Meinung widerspiegelt, versteht man unter ribā jegliche Art von Abgabe, die dem Schuldner bei einem Kredit auferlegt wird. So bezeichnet ribā nicht nur Wucherzinsen, sondern jeglicher Art von Zins. Auch in der Praxis des Islamic banking wird ribā dem Zins gleichgesetzt und gilt damit als verboten.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik der globalen Finanzkrise ein und stellt die Frage, ob das Islamic Banking als alternative, stabilere Wirtschaftsform dienen kann.
2 RAHMENBEDINGUNGEN VON ISLAMIC BANKING: Dieses Kapitel erläutert die ethischen und rechtlichen Fundamente, insbesondere das Verbot von Zinsen, Spekulation und Glücksspiel sowie die Rolle der Vermögenssteuer Zakā.
3 ISLAMKONFORME FINANZIERUNGS- UND INVESTITIONSTECHNIKEN: Hier werden die wichtigsten Instrumente wie Mudāraba, Mušāraka, Murābaḥa und Ṣukūk vorgestellt, die eine Beteiligung am Erfolg statt reiner Zinsgeschäfte ermöglichen.
4 PRAXIS DES ISLAMIC BANKING: Das Kapitel analysiert die reale Marktsituation, wendet die Instrumente auf die Finanzmarktkrise an und übt Kritik an der praktischen Umsetzung und der Nähe zu westlichen Modellen.
5 AUSBLICK UND FAZIT: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zusammen und bewertet das Potenzial des Islamic Banking als moralisches Vorbild für das westliche Bankwesen.
Islamic Banking, Zinsverbot, Riba, Gharar, Profit and Loss Sharing, Murabaha, Sukuk, Finanzkrise, islamische Wirtschaftsethik, Mudāraba, Mušāraka, islamisches Recht, Kapitalmarkt, Anlagesicherheit, Finanzinstrumente
Die Arbeit analysiert die Struktur, die ethischen Grundlagen und die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des islamkonformen Bankwesens im Vergleich zum konventionellen Finanzsystem.
Die zentralen Themen sind das Zinsverbot (Riba), das Spekulationsverbot (Gharar), verschiedene Finanzierungstechniken (z.B. Mudāraba) sowie die Rolle islamischer Banken während der Finanzmarktkrise.
Das Ziel ist es zu beurteilen, inwieweit Islamic Banking tatsächlich eine echte, moralisch fundierte Alternative zum westlichen, kapitalistischen Bankensystem darstellen kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine empirische Betrachtung der Marktzahlen und praktischen Umsetzung islamischer Banktechniken, um Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ethischen Grundlagen, die Beschreibung spezifischer Finanz- und Investitionsinstrumente sowie eine kritische Analyse der Marktpraxis und der Krisenresistenz islamischer Institute.
Wesentliche Begriffe sind das Zinsverbot (Riba), die Risikoverteilung (Profit & Loss Sharing), das Spekulationsverbot (Gharar) sowie moderne Instrumente wie Sukuk und Murabaha.
Das Zinsverbot verhindert, dass Geld als eigenständiger Produktionsfaktor gehandelt wird. Stattdessen muss Geld immer mit realen Werten oder Arbeit verbunden sein, was exzessive Spekulationen eindämmt.
Im Gegensatz zu einer Anleihe, bei der ein Zinsanspruch verbrieft wird, verbrieft ein Sukuk einen realen Anteil an einem Vermögensgegenstand, weshalb die Erträge aus der Nutzung dieses Gegenstands generiert werden müssen.
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