Bachelorarbeit, 2010
36 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Humes Argumente gegen Wunder
2.1 Humes a priori Argument
2.2 Humes a posteriori Argumente
3. Definition von Wundern
3.1 Konstellationswunder
3.2 Wunder und übergangene Ordnung der Natur
4. Möglichkeit von Wundern
4.1 Diskussion von Humes a priori Argument
4.2 Wunder und Naturgesetze
5. Identifikation von Wundern
5.1 Diskussion von Humes a posteriori Argumente
5.2 Das Prinzip der Analogie
5.3 Kriterien zur Identifikation
6. Darf man gerechtfertigt an Wunder glauben?
Die Arbeit untersucht den epistemologischen Status von Wundern mit dem zentralen Fokus auf deren theoretische Möglichkeit sowie deren praktische Erkennbarkeit. Dabei werden insbesondere die klassischen kritischen Positionen von David Hume und Antony Flew analysiert und einer philosophischen Prüfung unterzogen, um zu klären, unter welchen Bedingungen der Glaube an ein wundersames Ereignis rational gerechtfertigt sein kann.
3.1 Konstellationswunder
Corduan bezeichnet Konstellationswunder nicht als in irgendeiner Form physikalisch unmöglich oder inhärent unwahrscheinlich, sondern als eine Kombination verschiedener Ereignisse, die gemeinsam eine höchst unwahrscheinliche Konstellation bilden.27 Ein solches Wunder lässt sich nur schwer objektiv deuten. Zum einen, da es sehr viele Verbindungen von unwahrscheinlichen Ereignissen gibt, die nicht wundersam sind. Man denke nur an Lotterieziehungen oder das Treffen von guten Bekannten in einem entfernten Land. Zum anderen, ließe sich immer der Zufall – von einer objektiven Position aus berechtigt – als Grund für das Ereignis angeben.
Um das Konzept besser zu verstehen ist ein Beispiel angebracht: Ein an Gott gläubiger Sozialarbeiter in einem Dritte-Welt-Land muss ein Behördenpapier bezahlen. Er hat dafür genau 24 Stunden Zeit, sonst wird er ausgewiesen. Er bittet Gott darum, dass er noch rechtzeitig genug Geld zusammenbekommt. Am nächsten Tag erhält er einen Brief von seiner Großmutter. Diese hat – da sie Banküberweisungen nicht traut – einige Geldscheine mit beigelegt und die Post vor zwei Wochen abgeschickt. Als unser Sozialarbeiter die Scheine in die Landeswährung wechseln lässt, ergibt sich genau die Summe, die er für die Behörde braucht. Überwältigt von den vielen Unwahrscheinlichkeiten – dass seine Großmutter genau rechtzeitig, genau den richtigen Betrag abgeschickt und der Wechselkurs genau den richtigen Stand hat – dankt er Gott für dieses Wunder.
Von außen betrachtet ließe sich sagen, dass diese Konstellation zufällig eingetreten ist. Aber der Sozialarbeiter sieht hinter ihr das Wirken Gottes, der in den Lauf der Dinge eingegriffen und sie zu seinem Wohl gelenkt hat. Ich will in dieser Arbeit von solchen Wundern absehen, da sie aufgrund der Probleme, sie zu identifizieren, schwer zu behandeln sind.28
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Faszination und die grundlegende Problematik des Wunderbegriffs ein, mit dem Ziel, die Möglichkeiten und Erkennbarkeit von Wundern im Dialog mit Autoren wie Hume und Flew zu beleuchten.
2. Humes Argumente gegen Wunder: Dieses Kapitel stellt Humes bekanntes Werk „Of Miracles“ vor und analysiert seine a priori sowie a posteriori Argumente, die darauf abzielen, die Glaubwürdigkeit von Wunderberichten systematisch zu schwächen.
3. Definition von Wundern: Hier werden verschiedene Kategorien wie Konstellationswunder und Wunder als übergangene Ordnung der Natur definiert, um präzise Merkmale für wundersame Ereignisse zu identifizieren.
4. Möglichkeit von Wundern: Das Kapitel diskutiert, ob Wunder logisch möglich sind, wobei Humes a priori Argumente sowie die Vereinbarkeit von Naturgesetzen mit übernatürlichen Eingriffen einer kritischen Prüfung unterzogen werden.
5. Identifikation von Wundern: Dieses Kapitel untersucht die methodische Erkennbarkeit von Wundern, hinterfragt das Prinzip der Analogie und erarbeitet Kriterien, anhand derer man reale Wunder von anderen Ereignissen abgrenzen könnte.
6. Darf man gerechtfertigt an Wunder glauben?: Das Fazit abwägt, unter welchen Bedingungen und mit welcher Beweislast eine rationale Rechtfertigung für den Glauben an Wunder im Einzelfall bestehen kann.
Wunder, Epistemologie, David Hume, Antony Flew, Naturgesetze, Induktion, Wahrscheinlichkeit, Zeugenberichte, Analogieprinzip, Identifikation, Übernatürliches, Religiöser Kontext, Wissenschaftstheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie, Rationalität.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung, ob Wunder als Ereignisse möglich sind und ob wir Menschen in der Lage sind, diese als solche wissenschaftlich oder historisch zu identifizieren und zu erkennen.
Die Arbeit behandelt die Wunderkritik nach David Hume, die Definition von Wundern im Verhältnis zu Naturgesetzen, die Rolle der Analogie in der historischen Forschung sowie die Kriterien zur Identifikation wundersamer Eingriffe.
Das primäre Ziel ist es, die Kritik an der Möglichkeit und Erkennbarkeit von Wundern zu prüfen und zu zeigen, dass der Glaube an Wunder unter bestimmten, kritisch reflektierten Umständen rational gerechtfertigt sein kann.
Es handelt sich um eine philosophische Diskursanalyse, die klassische Argumente (insbesondere Hume und Flew) rekonstruiert, mit modernen Ansätzen (z. B. dem Bayesschen Theorem bei Craig) vergleicht und diese kritisch bewertet.
Im Hauptteil werden Humes a priori und a posteriori Argumente dekonstruiert, das Konzept des Konstellationswunders vom direkten Eingreifen in die Natur unterschieden und Methoden zur Identifikation von Wundern (wie das Analogieprinzip) diskutiert.
Die Arbeit ist charakterisiert durch die Begriffe Epistemologie, Wunder, Naturgesetze, Beweislage, Analogie, Identifikation und rationale Rechtfertigung.
Der Autor argumentiert, dass eine Anomalie ein Ereignis ist, für das wir aktuell keine Erklärung haben, während ein Wunder einen übernatürlichen Eingriff voraussetzt, der insbesondere in einem religiösen Kontext und bei spezifischer Evidenz identifizierbar wird.
Das Prinzip der Analogie ist problematisch, weil es dazu führen kann, dass alles, was nicht der gegenwärtigen Erfahrung entspricht (wie Wunder), von vornherein als unmöglich oder unerklärlich verworfen wird, was eine offene wissenschaftliche Untersuchung verhindern kann.
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