Bachelorarbeit, 2011
76 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Wie Kinder sprechen lernen
1.2 Der Prozess des Spracherwerbs nach Erkenntnis der Entwicklungspsychologie
1.3 Einfluss der elterlichen Sprache auf den kindlichen Spracherwerb
1.4 Wie man denkt, so spricht man
1.5 Die Bedeutung der Sprache für Kinder
1.6 Spracherwerb und Kindergarten
2 Sprachstörungen bei Kindern
2.1 Ursachen für Sprachstörungen im Kindesalter
2.2 Hilfen bei Sprachstörungen im Kindesalter
3 Sprachstanderhebung vor Schuleintritt
4 Zweisprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter
4.1 Statistischer Überblick der Migration in Deutschland
4.2 Zweisprachigkeit aufgrund von Migration
5 Die Bedeutung der Muttersprache für das Kind und den Prozess des Zweitspracherwerbs
5.1 Kognitive Aspekte der Muttersprache
5.2 Emotionale Aspekte der Muttersprache
5.3 Persönliche Aspekte der Muttersprache
6 Beeinträchtigungen und Auswirkungen von Zweisprachigkeit
6.1 Kognitive Auswirkungen
6.2 Sprachliche Auswirkungen
6.2.1 Sprechverweigerung
6.2.2 Sprachmischungen
6.3 Soziale Auswirkungen
6.3.1 Gesellschaft
6.3.2 Familie
7 Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund
7.1 Politische und gesellschaftliche Ansätze zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund
7.2 Pädagogische Verfahren zur Spracherfassung bei Kindern mit Migrationshintergrund (vorwiegend im Kindergarten)
7.2.1 Cito-Sprachtest
7.2.2 SFD
7.2.3 SISMIK
7.3 Projekte zur pädagogischen Unterstützung und Förderung bei Kindern mit Migrationshintergrund
7.3.1 Eckpunkte für die Umsetzung in Kindergärten
7.3.2 Projekt KIKUS
7.3.3 Sprache macht stark!
8 Handlungsmöglichkeiten und Grenzen Sozialer Arbeit
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachentwicklung im Kindesalter sowie die Herausforderungen und Fördermöglichkeiten im Bereich der Zweisprachigkeit, mit einem besonderen Fokus auf Kinder mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Komplexität des Spracherwerbs zu schärfen und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte und die Soziale Arbeit durch frühzeitige, ganzheitliche Interventionen Chancengleichheit fördern können.
1.2 Der Prozess des Spracherwerbs nach Erkenntnis der Entwicklungspsychologie
Der Prozess der Sprachentwicklung beginnt nach Grimm (1999), genau wie nach Bruner (1985), bereits im Mutterleib. Der kompetente Säugling wird demnach mit der Fähigkeit, Sprache zu erlernen, geboren. Grimm nennt diese „Vorausläuferfähigkeiten“ (Grimm 1999, S. 20). Darunter versteht sie „(…) sprachrelevante Operationen von viel generelleren Fähigkeiten der Wahrnehmung und der Kognition (…)“ (ebd.), die sich schon beim Fötus entwickeln und als Voraussetzung u. a. für die Sprachentwicklung entscheidend sind. Weiterhin betont sie, dass in den ersten Wochen des Neugeborenen der Prozess in Richtung Sprachentwicklung weitergeführt wird. In diesem frühen Stadium ist der Säugling in der Lage zu interagieren und sich mitzuteilen. Er schreit auf eine andere Weise, wenn er hungrig ist, als wenn er eine volle Windel hat und sich unwohl fühlt. Bei Gesprächen von Erwachsenen reagieren Säuglinge sensibel auf deren Gesichter und Stimmen und bringen sich in Form von Lallen in ein Gespräch mit ein. Sie verfolgen mittels Blickkontakt das Gesprochene der jeweiligen Person. Wer glaubt, dass es keinen Sinn macht, sich mit Neugeborenen zu unterhalten, unterliegt demnach einem Irrtum. Babys sind sogar auf Kommunikation ihrer Umwelt angewiesen und beginnen, anfangs Mimik und später Stimmlaute nachzuahmen (Grimm 1999, S. 20). Wie sonst sollen Babys Stimmlaute und -melodien erlernen, wenn nicht durch Vorbilder? Voraussetzungen für einen normalen Verlauf der Sprachentwicklung bei einem funktional gesunden Kind sind dementsprechend Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Zuwendungen der Bezugspersonen, immer in Begleitung von Kommunikation (Wendlandt 2000, S. 10 f.).
1 Wie Kinder sprechen lernen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Theorien zur Sprachentwicklung, den Einfluss der elterlichen Sprache und die Bedeutung der Kommunikation für Kinder im Vorschulalter.
2 Sprachstörungen bei Kindern: Hier werden Ursachen für Sprachstörungen im Kindesalter sowie die Notwendigkeit frühzeitiger Interventionsmaßnahmen durch Fachkräfte dargestellt.
3 Sprachstanderhebung vor Schuleintritt: Das Kapitel behandelt die Relevanz der frühzeitigen Sprachstandserhebung, um Förderbedarfe vor Schuleintritt zu identifizieren.
4 Zweisprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter: Es wird ein Überblick über die Migration in Deutschland gegeben und der simultane sowie sukzessive Zweitspracherwerb bei Vorschulkindern erläutert.
5 Die Bedeutung der Muttersprache für das Kind und den Prozess des Zweitspracherwerbs: Der Fokus liegt auf der kognitiven, emotionalen und persönlichen Relevanz der Erstsprache für den erfolgreichen Zweitspracherwerb.
6 Beeinträchtigungen und Auswirkungen von Zweisprachigkeit: Hier werden sowohl positive kognitive Aspekte als auch potenzielle Herausforderungen und sprachliche Beeinträchtigungen zweisprachiger Erziehung diskutiert.
7 Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund: Das Kapitel stellt politische Ansätze, diagnostische Verfahren wie Cito oder SISMIK und konkrete Förderprojekte wie KIKUS vor.
8 Handlungsmöglichkeiten und Grenzen Sozialer Arbeit: Der Stellenwert der Sozialen Arbeit im interdisziplinären Kontext der Sprachförderung wird analysiert, wobei auch auf die professionellen Grenzen eingegangen wird.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass frühzeitige Sprachförderung und die Wertschätzung der Muttersprache essenziell für die Integration sind.
Sprachentwicklung, Sprachförderung, Sprachstörung, Kinder mit Migrationshintergrund, Zweisprachigkeit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachstandserhebung, Soziale Arbeit, Frühförderung, Migration, Kommunikation, Interdisziplinarität, Sprachbewusstsein, Integration.
Die Arbeit befasst sich mit der Sprachentwicklung bei Kindern unter besonderer Berücksichtigung der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund und der Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext.
Zentrale Themen sind die frühkindliche Sprachentwicklung, die Entstehung von Sprachstörungen, die Bedeutung der Muttersprache, die Herausforderungen der Zweisprachigkeit sowie pädagogische Interventionsmethoden.
Das Ziel ist es, die Wichtigkeit einer frühzeitigen und ganzheitlichen Sprachförderung zu verdeutlichen, um Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund im Bildungssystem zu gewährleisten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und pädagogischer Ansätze sowie auf der Darstellung und kritischen Reflexion bestehender Sprachförderkonzepte.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs, Ursachen von Sprachstörungen, die Dynamiken der Zweisprachigkeit, verschiedene Sprachstandserhebungsverfahren sowie spezifische Förderprojekte wie KIKUS und "Sprache macht stark!" diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Sprachentwicklung, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Kinder mit Migrationshintergrund, Sprachstörungen und Soziale Arbeit.
Die Muttersprache ist nicht nur Grundlage für die emotionale und kognitive Entwicklung, sondern ein essenzielles Fundament, das den Erwerb einer Zweitsprache begünstigt und gefördert werden muss.
Die Autorin betont, dass Sprachförderung zwar meist im Kindergarten erfolgt, jedoch die Qualität und Nachhaltigkeit der Verfahren oft unzureichend und länderabhängig schwankend sind.
Die Soziale Arbeit agiert als Bindeglied zwischen Kind, Familie und Institutionen und kann insbesondere dort ansetzen, wo bildungsferne Familien Unterstützung beim Spracherwerb ihrer Kinder benötigen.
SISMIK steht für "Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen" und ist ein in Bayern entwickeltes Beobachtungsverfahren zur gezielten Erfassung des Spracherwerbsverlaufs.
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