Magisterarbeit, 2011
80 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Trivialliteratur
2.1 Trivialliteratur – ein Name für Alles
2.2 Abenteuerromane
2.3 Das Modell der kommunikativen Tiefenstruktur
2.4 Handlungsräume in der Trivialliteratur
2.5 Stereotype
2.5.1 Stereotype aus linguistischer Sicht
2.6 Nationalcharaktere
2.6.1 Die Klimazonentheorie
2.7 Stereotype Paradiese
2.8 Russlandbild
3 Konsalik
3.1 Der Konsalik-Kosmos
4 Die ausgewählten Romane
4.1 Das Geheimnis der sieben Palmen
4.2 Die Bucht der schwarzen Perlen
4.3 Die Verdammten der Taiga
5 Analyse
5.1 Stereotype bei Konsalik
5.2 Spannungsaufbau in den Romanen Konsaliks veranschaulicht am Modell der Tiefenstruktur
5.3 Die Gefährdung der paradiesischen Idylle
5.4 Der Blinddarm als Lebensgefahr
5.5 Sozialstruktur der Einsamkeit
5.5.1 Figurenkonstellationen
5.5.1.1 Der Held
5.5.1.2 Die Gegenspieler
5.5.1.2.1 Der Tod des Gegners als ausgleichende Gerechtigkeit
5.5.2 Die Geliebten der Helden
5.6 Bilder der Fremde bei Konsalik
5.6.1 Die Zutraulichkeit der Tiere
5.6.2 Die Natur als Festung
5.6.3 Der Schatz als Anfang allen Übels
5.6.4 Nationalstereotype bei Konsalik
5.6.4.1 Der Amerikaner
5.6.4.2 Der Deutsche
5.6.4.3 Der Russe
5.6.4.4 Der edle Wilde
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Darstellung fremder Länder und des Unbekannten in der Trivialliteratur anhand von drei ausgewählten Romanen des Autors Heinz G. Konsalik. Im Zentrum steht dabei die Analyse der verwendeten Stereotype, der Figurenkonstellationen und der narrativen Strukturen, die den Erfolg dieser massenhaft verbreiteten Literatur erklären sollen.
Die Gefährdung der paradiesischen Idylle
Ron Edwards, der Protagonist in Die Bucht der Schwarzen Perlen, der auf der Suche nach Abgeschiedenheit war und nach einem Ort, an dem er nicht unter Erfolgsdruck und permanenter sozialer Kontrolle steht, gefährdet genau diesen, nachdem er ihn letztendlich gefunden hat, dadurch, dass er von seinen ‚westlichen‘ Vorstellungen eines gelungenen und angenehmen Lebens nicht abrücken kann. Diese Einstellung wird man, wenn auch in extrem abgemilderter Form an der Domestizierung der Insel der sieben Palmen in Das Geheimnis der sieben Palmen durch Phil Hassler sehen. Beide, Phil und Ron, bauen sich Holzbänke und Küchen und passen ihr exotisches Umfeld an die gewohnten Vorstellungen eines deutschen Eigenheimes an.
Seine Gedanken klingen plausibel und es wirkt zunächst so, als akzeptiere Ron trotz des Einschnitts in seine bisherigen westlichen Gewohnheiten, auf vieles zu verzichten, da er die Unschuld des Paradieses nicht gefährden möchte. Er sieht, dass von dem zivilisatorischen Fortschritt eine große Gefahr ausgeht, vor allem, wenn die Konfrontation mit der westlichen Warenwelt nicht schrittweise vollführt wird, bei den Menschen, die diese Dinge alle noch nie gesehen hatten, sondern unvorbereitet in das kapitalistische System geworfen werden. Doch nachdem er die Perlenbänke auf der Insel entdeckt und geerntet hatte und die schwarzen Perlen schließlich gewinnbringend in Tahiti auf den Markt gebracht und er die Taschen voller Geld hat, möchte er auch seiner neuen Familie – den Eingeborenen – und im speziellen seiner Geliebten Tama’Olu ein Stück seines Reichtums, den er durch ihre Insel erlangt hat, weitergeben. Seine Zweifel sind wie weggewischt, auf seiner großen Einkaufstour in Tahiti für die Verwestlichung der Insel.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, die Trivialliteratur, und führt in die Auswahl der drei Konsalik-Romane ein.
2 Trivialliteratur: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der wissenschaftlichen Einordnung und Definition von Trivialliteratur auseinander und beleuchtet verschiedene theoretische Modelle.
3 Konsalik: Es wird der Autor Heinz G. Konsalik biographisch vorgestellt und sein Status als Erfolgsautor sowie sein Verhältnis zur Literaturkritik analysiert.
4 Die ausgewählten Romane: Hier werden die drei untersuchten Romane inhaltlich zusammengefasst und in den Kontext der Abenteuerliteratur gestellt.
5 Analyse: Der Hauptteil analysiert detailliert die Muster der Spannungsaufbaus, die Figurenkonstellationen, das Helden- und Gegenspieler-Konzept sowie die Nationalstereotype in Konsaliks Werken.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Konsalik in seinen modernen Robinsonaden durch Stereotype und klare Bipolarität eine ökonomisch erfolgreiche Erzählstrategie etabliert hat.
Konsalik, Trivialliteratur, Abenteuerroman, Stereotyp, Nationalcharakter, Fremdwahrnehmung, Heldenkonzept, kommunikative Tiefenstruktur, Zivilisation, Natur, Robinsonade, Erfolgsautor, Spannungsaufbau, Ethnologie, Identifikation.
Die Arbeit untersucht das Bild fremder Kulturen und des Unbekannten in der Trivialliteratur, wobei als Untersuchungsobjekt drei exemplarische Abenteuerromane von Heinz G. Konsalik dienen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Trivialliteratur, die Funktion von Stereotypen, die Darstellung von Nationalcharakteren sowie die literarische Konstruktion von Paradiesen.
Es soll analysiert werden, wie Konsalik durch spezifische Erzählstrategien und Figurenkonzepte ein homogenes Bild der Fremde schafft, das zur Komplexitätsreduktion beim Leser dient.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen unter Einbeziehung soziologischer und linguistischer Ansätze, insbesondere das Modell der kommunikativen Tiefenstruktur von Peter Nusser.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturellen Untersuchung der Romane hinsichtlich Spannungsaufbau, Figurenzeichnung (Held vs. Gegenspieler) und der Wirkung von Nationalstereotypen.
Zu den prägenden Begriffen zählen Trivialliteratur, Stereotypisierung, Abenteuerkonventionen, Zivilisationskritik und die Konstruktion kollektiven Wissens.
Der Arztberuf ist bei Konsalik ein wesentliches Spannungselement, da er einerseits als Wissensautorität dient und andererseits medizinische Notfälle (wie die häufige Blinddarm-Operation) als Katalysatoren für die Handlung nutzt.
Die Natur wird sowohl als bedrohliche, wilde Urgewalt, die bekämpft werden muss, als auch als zutrauliches, fast paradiesisches Rückzugsgebiet dargestellt, das den Fortschrittsglauben des modernen Menschen kontrastiert.
Da die Protagonisten fernab der Zivilisation auf sich allein gestellt sind, fokussiert sich das Handlungsgeschehen auf basale Überlebensfragen und polarisierte Konflikte zwischen den wenigen überlebenden Akteuren.
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