Bachelorarbeit, 2011
62 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Umgang mit der Thematik und Forschungsstand
1.2. Fragestellung und Aufbau der Arbeit
2. „A purely German matter“:
Das deutsche Flüchtlingsproblem aus amerikanischer Sicht
2.1. Das Flüchtlingsproblem – ein Transportproblem:
Die Planungen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges
2.2. Potsdam und die Folgen:
Die amerikanischen Planungen zur Aufnahme der Umgesiedelten
2.3. „Verordnetes Verschwinden“:
Das amerikanische Assimilationskonzept als Handlungsgrundlage
2.3.1. Beweggründe und Zielvorstellungen
2.3.2. Der Weg zum Ziel:
Die Grundprinzipien der Flüchtlingseingliederung
2.4. Fazit
3. Aus Plänen wird Realität:
Die amerikanische Assimilationspolitik in Bayern (1945 – 1948)
3.1. Ankunft in Bayern:
Die Aufnahme und Unterbringung der Umgesiedelten
3.1.1. Aufbau und Funktion der bayerischen Flüchtlingssonderverwaltung
3.1.2. Die räumliche Verteilung und Unterbringung der Flüchtlinge
3.2. Von der Aufnahme und Unterbringung zur Eingliederung:
Die beginnende Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft
3.2.1. Die wirtschaftliche Eingliederung der Umgesiedelten
3.2.2. Die rechtliche Stellung der Flüchtlinge
4. Zwei Wege zu einem Ziel:
Eine vergleichende Betrachtung der amerikanischen und britischen Flüchtlingspolitik
4.1. Die Assimilation als Eingliederungskonzept
4.2. Die Lösung der Flüchtlingsfrage als deutsches Problem
5. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Flüchtlingspolitik der amerikanischen Besatzungsmacht in Bayern zwischen 1945 und 1948. Zentral ist die Fragestellung, welche Ziele die USA mit der Unterbringung und Integration der ostdeutschen Vertriebenen verfolgten, wie diese Pläne in die Praxis umgesetzt wurden und worin die besonderen Herausforderungen sowie der Erfolg dieser Assimilationsbemühungen im Kontext der bayerischen Nachkriegsgesellschaft bestanden.
2. „A purely German matter“: Das deutsche Flüchtlingsproblem aus amerikanischer Sicht
Bereits im Frühjahr 1943 war die Regierung der USA zu dem Entschluss gekommen, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die begrenzte Umsiedlung der in Osteuropa lebenden Deutschen als einzigste Möglichkeit für eine dauerhafte Befriedigung dieser Region in Frage kommt. Obwohl der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt aus diesem Grund bereits am 15. März 1943 in einem Gespräch mit dem britischen Außenminister Anthony Eden explizit darauf hinwies, dass „we should make some arrangement to move the Prussians out of East Prussia the same way the Greeks were moved out of Turkey after the last war“, begann erst über ein Jahr später im Zuge der alliierten Nachkriegsplanungen die intensive Diskussion über die geplante Aussiedlung und das, infolge dessen zu erwartende deutsche Flüchtlingsproblem. Bei dieser stand nicht mehr das Für und Wider eines Bevölkerungstransfers, sondern nur noch dessen Ausmaß und Organisation sowie das, mit ihm verbundene Problem der Unterbringung jener entwurzelten Menschen zur Debatte.
Einen ersten wichtigen Schritt im Hinblick auf das, von Roosevelt ausgegebene Vorhaben stellte das, vom Committee on Post-War Programms der European Advisory Commission verfasste Memorandum PWC-149c vom 31. Mai 1944 dar, in dem das britisch-amerikanischen Expertengremium folgende Empfehlung gab: „This Government should oppose the mass transfer to the Reich of Germanic people from neighboring countries immediately after the cessation of hostilities but should approve the removal of individuals and groups who constitute and especially difficult problem.“ An diese zögerliche Zustimmung zu den Zwangsausweisungen knüpfte das Gremium zugleich bestimmte Bedingungen, die bei der späteren Durchführung jenes Bevölkerungstransfers nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges maßgeblich werden sollten.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Forschungsstandes sowie der Zielsetzung und Struktur der Bachelorarbeit.
2. „A purely German matter“: Das deutsche Flüchtlingsproblem aus amerikanischer Sicht: Analyse der US-Planungen vor und unmittelbar nach Kriegsende, die den Bevölkerungstransfer primär als Transportproblem betrachteten.
3. Aus Plänen wird Realität: Die amerikanische Assimilationspolitik in Bayern (1945 – 1948): Untersuchung der konkreten praktischen Umsetzung der Flüchtlingspolitik, inklusive der Rolle der bayerischen Behörden und der wirtschaftlichen sowie rechtlichen Integration.
4. Zwei Wege zu einem Ziel: Eine vergleichende Betrachtung der amerikanischen und britischen Flüchtlingspolitik: Kontrastierung der Integrationsansätze der USA und Großbritanniens, um die Spezifika der amerikanischen Besatzungspolitik herauszuarbeiten.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der amerikanischen Assimilationsbemühungen und deren Erfolgsaussichten in der Nachkriegszeit.
Flüchtlingspolitik, amerikanische Besatzungsmacht, Bayern, Integration, Assimilation, Umsiedlung, Nachkriegszeit, Flüchtlingssonderverwaltung, Vertriebene, Zweiter Weltkrieg, Potsdamer Abkommen, Arbeitsmarkt, Bodenreform, Bevölkerungsverschiebung, Lucius D. Clay
Die Arbeit analysiert die Flüchtlingspolitik der amerikanischen Besatzungsmacht in Bayern während der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Im Zentrum stehen die Planungen zur Unterbringung von Vertriebenen, die administrativen Strukturen der bayerischen Flüchtlingsverwaltung sowie die sozioökonomische Integration in die Gesellschaft.
Die Autorin untersucht, mit welcher Intention und welchem Erfolg die USA die Assimilation der Flüchtlinge anstrebten und wie diese Vorgaben vor Ort in Bayern umgesetzt wurden.
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von zeitgenössischen Planungsdokumenten, Memoranden und relevanter Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die amerikanische Perspektive (Planung), die bayerische Umsetzung (Realität) und einen komparativen Teil zur britischen Besatzungszone.
Die wichtigsten Begriffe sind Flüchtlingspolitik, amerikanische Besatzungszone, Assimilation, Integration und Nachkriegsgeschichte.
General Clay war der stellvertretende Militärgouverneur, der maßgeblich die Vorgabe prägte, dass die Deutschen die Flüchtlingsfrage eigenverantwortlich unter amerikanischer Aufsicht lösen mussten.
Da die reguläre Verwaltung mit den Massen ankommender Vertriebener überfordert war, wurde eine spezialisierte Behörde geschaffen, um die Verteilung und Versorgung der Menschen zu steuern.
Es bot den völkerrechtlichen und politischen Rahmen, um die Aussiedlung der Deutschen aus den östlichen Gebieten formal zu regeln und die Aufnahmelast auf die Besatzungszonen zu verteilen.
Viele Vertriebene hatten Qualifikationen, die in den ländlichen Gebieten, in denen sie aufgrund der Wohnungsnot untergebracht wurden, nicht direkt genutzt werden konnten, was zu beruflichem Deklassierung führte.
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