Diplomarbeit, 2003
172 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Interkulturalität
1.1 Zum Begriff der InterKULTURalität
1.2 Diskussion in Deutschland
1.3 MigrantInnen in Deutschland
2. Jungenarbeit
2.1 Konstruktionen von Männlichkeiten
2.2 Jungenarbeit in Deutschland
3. Experteninterviews
4. Zur Lebenssituation von Jungen mit Migrationshintergrund
4.1 In der Schule
4.2 In der Freizeit
4.3 In der Familie
5. Interkulturelle Jungenarbeit
5.1 Grundlagen der interkulturellen Jungenarbeit
5.1.1 Zur Rahmenkonzeption interkultureller Jungenarbeit
5.1.2 Methoden der interkulturellen Jungenarbeit
5.1.3 Die Rolle des interkulturellen Jungenarbeiters
5.1.4 Ziele der interkulturellen Jungenarbeit
5.2 Praxisbeispiele aus der Jungenarbeit
5.2.1 "ànimo" – Geschlechtsspezifische Arbeit mit Jungen an Schulen
5.2.2 Sexualpädagogisches Arbeiten von „Pro Familia“ München
5.2.3 Interkulturelle Jungengruppe „MULTI - KULTI“
6. Schlüsselqualifikation „interkulturelle Kompetenz“
6.1 Was ist interkulturelle Kompetenz?
6.2 Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit
6.3 Schlüsselqualifikation in der interkulturellen Jungenarbeit
7. Auswertung der Experteninterviews
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Leitfragen zum Leitfadengestützten Interview
Informationsbogen
Leitfragen
Interview 1
Interview 2
Interview 3
Interview 4
Interview 5
Die Diplomarbeit untersucht das Feld der interkulturellen Jungenarbeit, um ein tieferes Verständnis für die Lebenssituation von Jungen mit Migrationshintergrund zu entwickeln und Ansätze für eine professionelle pädagogische Praxis zu definieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Fachkräfte in diesem Bereich ihre interkulturelle Kompetenz stärken können, um Jungen bei der Auseinandersetzung mit Männlichkeitskonstruktionen, Diskriminierungserfahrungen und kulturellen Spannungsfeldern ressourcenorientiert zu unterstützen.
Konstruktionen von Männlichkeiten
„Männerforschung in Bewegung“ heißt es im Vorwort des Buches „Der gemachte Mann“ von Robert W. Connell (2000). Nach einer langen Diskussion über Frauenthemen (sexuelle Gewalt, Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, Lohnungleichheit, u.s.w.), resultierend aus dem Feminismus der 70er Jahre, sind in den Sozial- und Kulturwissenschaften auch Männerthemen (viele Männer fühlen sich nicht privilegiert und sind verunsichert darüber, was Männlichkeit bedeutet) in das Blickfeld der Wissenschaftler - und somit in Bewegung- geraten. R. Connell entwickelt das Konzept der „hegemonialen Männlichkeit“ und veröffentlicht dies erstmalig 1987 in einem breit angelegten theoretischen Kontext. Seitdem findet es Eingang in empirische Untersuchungen, pädagogische Anwendungen und auch in wissenschaftliche Abschlussarbeiten wie diese. (vgl. Müller 2000) Er erarbeitete das Modell der hegemonialen Männlichkeit, dessen Theorie m.E. das Basiswissen in der geschlechtsbewussten Arbeit mitbegründet und dort Berücksichtigung finden muss. Connell (2002) betont aber immer wieder, dass seine Begrifflichkeiten keine festen Charaktertypen bezeichnen, sondern bestimmte Handlungsmuster in einem Beziehungsgefüge beschreiben.
In der Auseinandersetzung um das Geschlecht sind viele weitere Konzepte entstanden. Einer von diesen Ansätzen ist die Trennung zwischen dem biologischen und dem kulturellen Geschlecht. Die Begrifflichkeiten dafür nennt man Sex (bio.) und Gender (kult.). Es soll damit verdeutlicht werden, „dass die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen, die Frauen und Männer haben, keine Konsequenz einer natürlichen Geschlechterdifferenz, sondern Resultat kultureller und gesellschaftlicher Organisation sind.“ (Huschke 2002, S.58)
Einleitung: Der Autor führt in das Thema der interkulturellen Jungenarbeit ein und verdeutlicht die Relevanz vor dem Hintergrund der Migrationsdebatte sowie der geschlechtsbewussten Pädagogik.
1. Interkulturalität: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Interkulturalität als dynamischen Prozess und beleuchtet die gesellschaftlichen Diskurse sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für MigrantInnen in Deutschland.
2. Jungenarbeit: Der Fokus liegt auf theoretischen Konstruktionen von Männlichkeit, insbesondere dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell, und einem Überblick über etablierte Ansätze der Jungenarbeit in Deutschland.
3. Experteninterviews: Hier wird das methodische Vorgehen der leitfadengestützten Interviews mit Experten erläutert, die zur Gewinnung von Kontextwissen in diesem noch wenig erforschten Feld dienten.
4. Zur Lebenssituation von Jungen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Lebenswelten und Belastungsfaktoren von Jungen mit Migrationshintergrund in Schule, Freizeit und Familie.
5. Interkulturelle Jungenarbeit: Das Kapitel verknüpft Theorie und Praxis, stellt Rahmenkonzeptionen sowie Methoden vor und diskutiert die zentrale Rolle des interkulturellen Jungenarbeiters.
6. Schlüsselqualifikation „interkulturelle Kompetenz“: Es wird erörtert, welche persönlichen und sozialen Kompetenzen professionelle Kräfte benötigen, um in einem interkulturellen Setting erfolgreich zu agieren.
7. Auswertung der Experteninterviews: Die Ergebnisse der Interviews werden reflektiert und in den theoretischen Rahmen der Arbeit eingeordnet.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Der Autor zieht ein Fazit über die Notwendigkeit politischer Arbeit und einer weiteren Professionalisierung in der interkulturellen Jungenarbeit.
Interkulturelle Jungenarbeit, Männlichkeit, Migration, Identität, Sozialisation, geschlechtsbewusste Pädagogik, hegemoniale Männlichkeit, interkulturelle Kompetenz, Diskriminierung, Integration, Lebenswelten, Experteninterviews, Sozialpädagogik, Fremdheitserfahrung, Ethnizität.
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle von interkultureller Pädagogik und geschlechtsbewusster Jungenarbeit, um professionelle Ansätze für die Arbeit mit Jungen mit Migrationshintergrund zu entwickeln.
Zentrale Themen sind die Konstruktion von Männlichkeit, die Lebensbedingungen von Jungen mit Migrationshintergrund, Rassismus sowie die Entwicklung interkultureller Kompetenzen für Fachkräfte.
Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild der interkulturellen Jungenarbeit zu zeichnen und aufzuzeigen, wie professionelle Jungenarbeiter Jungen ressourcenorientiert in ihrer Identitätsentwicklung begleiten können.
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und kombiniert diese mit einer qualitativen Untersuchung, bestehend aus fünf leitfadengestützten Experteninterviews.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Interkulturalität und Jungenarbeit, analysiert Lebenswelten von Jungen in Schule und Familie und leitet daraus notwendige Kompetenzen und Methoden für die pädagogische Praxis ab.
Wichtige Begriffe sind unter anderem interkulturelle Jungenarbeit, Männlichkeitskonstruktion, Identitätsarbeit, soziale Marginalisierung und interkulturelle Kompetenz.
Das Konzept der Ehre wird als zentraler und oft konfliktgeladener Bestandteil des sozialen Habitus analysiert, der für männliche Identitätsentwicklung und familiäre Bindungen in verschiedenen Kulturen eine signifikante Rolle spielt.
Das statische Modell betrachtet Kulturen als fest abgegrenzte Einheiten, während das dynamische Modell Interaktionen als offene, ständige Lernprozesse begreift, die nicht an eine festgelegte ethnische Identität gebunden sind.
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