Magisterarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Frauen, Liebe und Sexualität im Fin de Siècle
2.1. Männliche Weiblichkeitsmythen: Kulturelle Frauentypen um 1900
2.1.1. Die Femme fatale
2.1.2. Die Femme fragile
2.1.3. Die Femme enfant
3. Zwischen Misogynie, Liebes- und Geschlechtsmythen. Przybyszewskis frühes Prosawerk
3.1. Die sakralisierte Sexualität. Przybyszewskis „Metaphysik des Geschlechtes“
3.2. Die Sehnsucht nach der Zwei-Einheit: Der Androgynie-Mythos
4. Totentanz der Liebe: Frauenbilder im dramatischen Werk
4.1 Das große Glück
4.2 Das goldene Vlies
4.3 Schnee
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in den Dramen des deutsch-polnischen Schriftstellers Stanislaw Przybyszewski unter besonderer Berücksichtigung seiner theoretischen Konzepte wie der „Metaphysik des Geschlechtes“ und des „Androgynie-Mythos“. Ziel ist es zu ergründen, inwiefern Przybyszewski den Weiblichkeitsdiskurs des Fin de Siècle widerspiegelt und wie er diese kulturellen Frauenentwürfe in seinem dramatischen Werk verarbeitet.
3.1. Die sakralisierte Sexualität. Przybyszewskis „Metaphysik des Geschlechtes“
Przybyszewskis Weltanschauung und seine daraus resultierende Kunstauffassung stützen sich auf den Antagonismus zwischen Gehirn und Seele. Die Seele – das Medium zwischen dem Bewusstsein (Gehirn) und dem Geschlecht als Ursprung allen Seins – offenbart sich lediglich im künstlerischen Schaffensakt, in Rauschzuständen, bei psychischen Erkrankungen und in der sexuellen Sphäre:
„[E]benso wenig, wie ich etwas dagegen vermag, daß im ganzen Mittelalter die seelischen Offenbarungen durchweg nur auf dem Gebiete des religiösen Lebens zu finden sind, ebenso wenig kann ich etwas an der Tatsache ändern, daß in unserer Zeit die Seele sich nur in dem Verhältnis der Geschlechter zu einander offenbart.“ (Pdm, Bd. 1, S. 154)
Daher kreist sein Werk um erotische Erlebnisse, denn in ihnen glaubt der Autor die Gesetze zu erkennen, welche die menschliche Existenz bestimmen. In Anlehnung sowohl an den Naturalismus als auch an die Philosophie Schopenhauers sieht Przybyszewski den Ursprung allen Seins im Geschlecht, das er jedoch zu einem göttlichen Element mit androgynen Eigenschaften erhöht. Die blasphemische Abwandlung des ersten Satzes des Johannesevangeliums „Am Anfang war das Wort“ in „Am Anfang war das Geschlecht“ in Totenmesse (T, Bd. 1, S. 10) gibt den Geist der Epoche wieder, in der Gott für tot und die Körperlichkeit (Triebhaftigkeit) zu dem Wesen und der Bestimmung des Menschen erklärt wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Werdegang Przybyszewskis und führt in die zentralen thematischen Schwerpunkte seiner Werke, insbesondere Erotik und Satanismus, ein.
2. Frauen, Liebe und Sexualität im Fin de Siècle: Dieses Kapitel analysiert den zeitgenössischen Weiblichkeitsdiskurs, der von Ängsten vor dem sozialen Wandel und einem reduktionistischen Naturbegriff geprägt war.
2.1. Männliche Weiblichkeitsmythen: Kulturelle Frauentypen um 1900: Hier werden die Kunstfiguren Femme fatale, Femme fragile und Femme enfant als imaginierte Projektionen männlicher Ängste und Wünsche diskutiert.
3. Zwischen Misogynie, Liebes- und Geschlechtsmythen. Przybyszewskis frühes Prosawerk: Dieser Teil erörtert Przybyszewskis „Metaphysik des Geschlechtes“ und sein Verständnis der Seele als Schauplatz für den Kampf zwischen Trieb und Vernunft.
4. Totentanz der Liebe: Frauenbilder im dramatischen Werk: Dieses Kapitel untersucht die Umsetzung von Przybyszewskis Mythen in seinen Dramen und beleuchtet die Rolle der Geschlechterbeziehungen als destruktive Kraft.
5. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung betont die Ambivalenz Przybyszewskis, dessen Werk einerseits Teil des misogynen Weiblichkeitsdiskurses ist, andererseits aber ein komplexes Bild des modernen Menschen in seiner existenziellen Zerrissenheit entwirft.
Stanislaw Przybyszewski, Fin de Siècle, Weiblichkeitsdiskurs, Femme fatale, Femme fragile, Femme enfant, Geschlechterkampf, Metaphysik des Geschlechtes, Androgynie-Mythos, Dekadenz, Naturalismus, Erotik, Sexualität, Männliche Mythen, Seelenkunst.
Die Arbeit untersucht, wie der Schriftsteller Stanislaw Przybyszewski Frauenbilder in seinen Dramen konstruiert und in welcher Verbindung diese zur zeitgenössischen Philosophie sowie zum kulturellen Weiblichkeitsdiskurs um 1900 stehen.
Zentral sind die Macht der Triebe, die Ambivalenz zwischen männlicher Angst und Faszination vor dem Weiblichen, sowie die metaphysische Überhöhung der Sexualität als zerstörerisches, aber notwendiges Element des Daseins.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Przybyszewski den Zeitgeist in seinen Frauenentwürfen verarbeitet und inwieweit diese Figuren als Projektionen einer männlichen Zerrissenheit zu verstehen sind.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse des Prosawerks und der Dramen unter Einbeziehung von zeitgenössischen Diskursen sowie biografischen und psychoanalytischen Aspekten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den kulturellen Frauentypen des Fin de Siècle, Przybyszewskis „Metaphysik des Geschlechtes“ und analysiert konkrete Frauenfiguren in ausgewählten Dramen wie Das große Glück, Das goldene Vlies und Schnee.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Geschlechterkampf, Femme fatale, Androgynie, psychischer Naturalismus und die Metaphysik des Geschlechtes.
Die Arbeit weist nach, dass viele Konflikte in den Dramen, insbesondere die Eifersucht und der Jungfräulichkeitswahn, stark durch Przybyszewskis bewegtes Leben mit verschiedenen Frauen wie Dagny Juel beeinflusst wurden.
Die Ambivalenz resultiert aus der Zerrissenheit der männlichen Protagonisten, die in der Frau einerseits das zerstörerische Naturwesen fürchten, andererseits aber in einer androgynen Vereinigung die einzige Erlösung von existenzieller Not suchen.
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