Masterarbeit, 2026
133 Seiten, Note: 1,3
In Anbetracht zunehmender Diversität in deutschen Unternehmen untersucht die vorliegende Arbeit subtile Diskriminierungsformen im Arbeitskontext. Im Fokus stehen Mikroaggressionen als alltägliche, häufig ambivalente Interaktionen, von denen insbesondere Beschäftigte mit Migrationshintergrund betroffen sein können. Ziel der Studie ist die Analyse des Zusammenhangs zwischen erlebten Mikroaggressionen, psychischem Wohlbefinden und Zugehörigkeitsempfinden. Darüber hinaus wird geprüft, ob wahrgenommene organisationale Unterstützung den Zusammenhang zwischen Mikroaggressionen und psychischem Wohlbefinden moderiert und in welchem Zusammenhang ein positiv wahrgenommenes Diversity-Klima mit dem Zugehörigkeitsempfinden steht.
Die Untersuchung basiert auf einem quantitativen, korrelativen Querschnittsdesign. Mittels einer standardisierten Onlinebefragung wurden Daten von N = 176 berufstätigen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland erhoben. Zur Prüfung der Hypothesen wurden Korrelations- und Regressionsanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen erlebten Mikroaggressionen und psychischem Wohlbefinden (r = −.41, p < .001) sowie einen starken negativen Zusammenhang zwischen Mikroaggressionen und Zugehörigkeitsempfinden (r = −.70, p < .001). Wahrgenommene organisationale Unterstützung stand zwar positiv mit psychischem Wohlbefinden in Zusammenhang, moderierte den Zusammenhang zwischen Mikroaggressionen und psychischem Wohlbefinden jedoch nicht signifikant. Das positiv wahrgenommene Diversity-Klima zeigte dagegen einen starken positiven Zusammenhang mit dem Zugehörigkeitsempfinden (r = .66, p < .001).
Die Arbeit leistet einen empirischen Beitrag zur deutschsprachigen organisationspsychologischen Forschung und verdeutlicht, dass Mikroaggressionen im Arbeitskontext nicht als vereinzelte Kommunikationsirritationen verstanden werden sollten, sondern als relevante psychosoziale Belastungsfaktoren, die sowohl individuelles Wohlbefinden als auch organisationale Zugehörigkeit beeinträchtigen können.
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