Magisterarbeit, 2002
220 Seiten, Note: 2
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
1.1. Untersuchungsgegenstände und Abgrenzung
1.2. Quellenlage und Forschungsstand
1.2.1. Luftkrieg
1.2.2. Propaganda
1.2.3. Moral und Haltung der Bevölkerung
2. Luftkrieg über Deutschland
2.1. Die Vorbereitungen und Anfänge
2.2. Ziel: Berlin
2.3. Luftkrieg über Deutschland 1941/42
2.4. Berlin in den Jahren 1941-1942
2.5. Luftkrieg über Deutschland 1943
2.6. Berlin im Jahr 1943
2.7. Luftkrieg über Deutschland 1944
2.8. Berlin im Jahr 1944
2.9. Luftkrieg über Deutschland 1945
2.10. Berlin im Jahr 1945
2.11. Verteidigungseinrichtungen
2.11.1. Jagdflieger
2.11.2. Flak
2.11.3. Bunker
2.11.4. Luftalarmierung
2.11.5. Verdunkelung und Scheinanlagen
2.12. Folgen des Luftkriegs
3. Die Wahrnehmung und die Folgen des Bombenkriegs 1939-1945
3.1. Wahrnehmung der Angriffe - Die Bevölkerung im Luftkrieg
3.1.1. Die Bevölkerung vor dem ersten Luftangriff
3.1.2. Nach den ersten Angriffen - September ´39 bis November ´41
3.1.3. Die Feuerpause - November ´41 - Januar ´43
3.1.4. Unfassbare Angriffe - Januar ´43 bis November ´43
3.1.5. „Wir haben einen Weltuntergang überlebt“ – Die Schlacht um Berlin
3.1.6. Tagesangriffe - die Bevölkerung ab 1944
3.1.7. Endzeit – Januar bis Mai ´45
3.1.8. Die Bevölkerung nach dem Krieg
3.2. Luftkriegs-Erfahrungen
3.2.1. Erfahrungen zu Beginn eines Bombardements
3.2.2. Erfahrungen während der Bombardements
3.2.3. Erfahrungen direkt nach einem Bombenangriff
3.2.4. Erfahrungen in den Tagen der Bombardements
3.2.5. Verlust des Wohnraums
3.3. Die Bevölkerung außerhalb des NS- Gleichschritts
3.3.1. Egoismus statt Gemeinschafts-Leben
3.3.2. Entpolitisierung
3.3.3. „Das Schicksal Hamburgs droht auch Berlin“
3.3.4. Kritik am Regime
3.3.5. Arbeits-Moral
3.3.6. Der Glaube an den Endsieg geht verloren
3.3.7. Resignation statt Rebellion
4. Propaganda im Nationalsozialistischen System
4.1. Das System der Presselenkung
4.2. Stellenwert von Propaganda im Nationalsozialistischen System
4.3. Funktionsweise der Propaganda
4.4. Nationalsozialistische Meinungs-Forschung
4.5. Grundlagen des nationalsozialistischen Propaganda-Apparats
4.5.1. Propagandatheorie Hitlers
4.5.2. Propagandatheorie Goebbels
4.5.3. Das System der Presselenkung
4.5.3.1. Die ersten Schritte
4.5.3.2. „Zum Schutz von Volk und Staat“
4.5.3.3. Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
4.5.3.4. Propagandaveranstaltungen
4.5.3.5. Reichskulturkammergesetz
4.5.3.6. Schriftleitergesetz
4.5.3.7. „Reichsverband der Deutschen Zeitungsverleger“
4.5.3.8. Monopolisierung durch das Deutsche Nachrichtenbüro
5. Nationalsozialistische Propaganda-Methoden
5.1. Propaganda-Taktik zum Bombenkrieg
5.1.1. Luftkriegspropaganda bis 1940
5.1.2. Sprachregelungen und gesteuerte Informationen
5.1.3. Luftkrieg gegen England
5.1.4. 1941: Regionalisierung der Informationen
5.1.5. 1942: Totaler Luftkrieg erforderte totale Propaganda
5.1.6. 1943/44: Wehrlosigkeit in der Luft und an den Druckmaschinen
5.2. Methoden und Mittel der Meinungsführung
5.2.1.Verschweigen, Zurückstellen und Deuten
5.2.2. Konzentration auf Einzelgegner
5.2.3. Zwietracht
5.2.4. Beschimpfungen, Hasspropaganda, Lächerlichkeit
5.2.5. Glaubwürdigkeit
5.2.6. Nuancierung
5.2.7. Wiederholung
5.2.8. Rechtfertigung
5.2.9. Stützung durch ausländische Pressestimmen und Mundpropaganda
5.2.10. Begriffe und Schlagworte
5.2.11.Aktion
5.2.12. Heroisierung und Beschwörung der Volksgemeinschaft
5.2.12. Propaganda des Terrors
6. Der „Völkische Beobachter“
6.1. Stellung der Presse im Nationalsozialismus
6.2. Wer den Völkischen Beobachter liest, ist dem Führer näher als jeder andere“.
6.3. Der „Völkische Beobachter“ vor 1933
6.4. Der „Völkische Beobachter“ ab 1933
7. Analyse des „Völkischen Beobachters“
7.1. Analyse des „Völkischen Beobachters“ von Februar bis Mai 1943
7.2. Analyse des „Völkischen Beobachters“ vom 1.Juni 1943 bis Mitte September
7.3. Analyse des „Völkischen Beobachters“ vom 15.September bis zum 15. Dezember ´43
7.4. Analyse des „Völkischen Beobachters“ vom 16.Dezember ´43 bis zum 15. März ´44
7.5. Analyse des „Völkischen Beobachters“ vom 16.März bis zum 31.August ´44
7.6. Analyse des „Völkischen Beobachters“ von September bis Dezember ´44
7.7. Analyse des „Völkischen Beobachters“ von Januar bis April ´45
7.8. Weitere Stilmittel der Berichterstattung zum Luftkrieg
7.8.1. Aufrufe zum Lynchmord
7.8.2. „Kraft durch Furcht“
7.8.3. Zwietracht unter den Alliierten
8. Folgen der Propaganda
8.1. Fehler der Propaganda
8.2. Folgen
8.2.1. Spekulationen und Gerüchte
8.2.2. Alternative Nachrichtenquellen
8.2.3. Terror-Propaganda
8.2.4. Versagen der Bombenkriegs-Propaganda
8.2.5. Glaubensverlust an das System
9. Konklusion
9.1. Propaganda im „Völkischen Beobachter“
9.2. Scheitern des VB
9.3. Propaganda für die Führenden
Die vorliegende Arbeit untersucht die alltägliche Meinungsmanipulation durch die nationalsozialistische Propaganda während des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es, die Mechanismen der totalen geistigen Indoktrinierung am Beispiel der Berichterstattung des „Völkischen Beobachters“ zu den Luftangriffen auf Berlin aufzuzeigen und zu analysieren, wie das NS-Regime versuchte, die Stimmung der Bevölkerung durch gezielte Medienarbeit zu beeinflussen.
Die große Herausforderung
Die Versuche, das Heute zu verstehen, gelingen nicht ohne einen Blick zurück. Die Versuche, Deutschland zu erklären, können nicht gelingen ohne ein ausgeprägtes Verständnis vom so genannten „Dritten Reich“. Doch dieses Verständnis ist zum großen Teil nicht vorhanden.
In großen Teilen der Bevölkerung herrscht das Gefühl vor, nicht mehr mit den „Sünden unserer Urgroßväter“ belastet werden zu wollen. Die Diskussion über Schuld und Sühne sind viele leid. Und – so meine Erfahrungen – geschieht das, obwohl nie eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattgefunden hat. Deshalb findet auf der Grundlage eines verklärten Blickes eine Beurteilung statt. Kaum jemand hat eigentlich eine genaue Vorstellung von der Wirklichkeit des NS-Systems. Deshalb wird die These des „Verführten Volkes“ oder der „Mythos der überredeten Massen“ vielfach weiter verbreitet.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die NS-Propaganda durch eine Textanalyse des „Völkischen Beobachters“ zur Luftschlacht um Berlin zu verstehen.
2. Luftkrieg über Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den militärischen Verlauf des Luftkrieges, mit besonderem Fokus auf Berlin als Ziel der alliierten Bomber.
3. Die Wahrnehmung und die Folgen des Bombenkriegs 1939-1945: Hier wird der Alltag der Berliner Bevölkerung unter der psychologischen Belastung der Luftangriffe und der Entfremdung vom NS-Regime beschrieben.
4. Propaganda im Nationalsozialistischen System: Es wird der Aufbau und die Funktionsweise des nationalsozialistischen Propaganda-Apparats sowie die Rolle der Presselenkung analysiert.
5. Nationalsozialistische Propaganda-Methoden: Dieses Kapitel detailliert die spezifischen Taktiken und Mittel, die das Regime einsetzte, um die Meinung der Massen zu lenken.
6. Der „Völkische Beobachter“: Die Stellung und Funktion des zentralen Parteiorgans der NSDAP wird hier als Hauptquelle der Untersuchung vorgestellt.
7. Analyse des „Völkischen Beobachters“: Die quantitative und qualitative Auswertung der Berichterstattung des „Völkischen Beobachters“ über den Luftkrieg in verschiedenen Zeitphasen bildet den Kern der Arbeit.
8. Folgen der Propaganda: Das Kapitel untersucht das Versagen der Propaganda, ihren Glaubensverlust in der Bevölkerung und die Entstehung alternativer Nachrichtenquellen.
9. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass die NS-Propaganda trotz ihrer Intensität am Ende an der Realität des Bombenkrieges scheiterte.
Bombenkrieg, Nationalsozialismus, Propaganda, Völkischer Beobachter, Berlin, Meinungslenkung, Presse, Luftangriffe, Kriegsmoral, Indoktrinierung, Zweiter Weltkrieg, Volksgemeinschaft, Zivilbevölkerung, Massenmanipulation, Kriegspropaganda
Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime mittels Propaganda versuchte, die Wahrnehmung der Bevölkerung hinsichtlich des Bombenkrieges zu steuern, insbesondere am Beispiel von Berlin und dem Parteiorgan „Völkischer Beobachter“.
Die zentralen Themen sind der militärische Luftkrieg, die psychologischen Auswirkungen der Angriffe auf die Zivilbevölkerung, der Aufbau des NS-Propaganda-Apparats sowie die Methoden der Meinungslenkung durch Presse und Ideologie.
Das Hauptziel ist es, die Mechanismen der totalen geistigen Indoktrinierung der Massen zu verstehen und zu zeigen, inwieweit die NS-Propaganda in der Lage war, die Realität des Bombenkrieges zu verfälschen oder zu überspielen.
Der Autor führt eine tiefgehende Textanalyse von Artikeln des „Völkischen Beobachters“ durch, die durch eine quantitative Analyse von 19 Kriterien ergänzt wird, um propagandistische Tendenzen und Motive im Zeitverlauf nachzuweisen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine militärische Darstellung des Luftkrieges, eine Analyse der alltagsgeschichtlichen Wahrnehmung der Bevölkerung sowie eine detaillierte Auswertung der propagandistischen Methoden und deren spezifischer Anwendung im Zeitverlauf der Kriegsjahre.
Wichtige Begriffe sind Bombenkrieg, Propaganda, Volksgemeinschaft, Meinungslenkung, Indoktrinierung und das Scheitern des NS-Systems im Umgang mit der Kriegswirklichkeit.
Die Berliner Bevölkerung reagierte laut den Analysen zunehmend mit Fatalismus, Gleichgültigkeit, einer Entpolitisierung und einem Rückzug ins Private, während das Vertrauen in die NS-Führung infolge der zerstörten Lebensgrundlagen kontinuierlich sank.
Die Propaganda scheiterte, da sie die Diskrepanz zwischen der staatlich verordneten Siegeszuversicht und der niederschmetternden Erfahrung der täglichen Zerstörung nicht mehr überbrücken konnte, was zu einem massiven Vertrauensverlust in das System führte.
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