Diplomarbeit, 2011
140 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. DAS KLASSISCHE LEISTUNGSDREIECK
2.1 Einleitung
2.2 Die Rollenverteilung im klassischen Leistungsdreieck
2.2.1 Der Leistungsträger
2.2.2 Die Leistungsnehmer
2.2.3 Die Leistungsanbieter
2.3 Kritische Betrachtung des klassischen Leistungsdreiecks
3. DER PARADIGMENWECHSEL IN DER BEHINDERTENHILFE
3.1 Die Ursprünge des Paradigmenwechsels
3.2 Die Umsetzung des Paradigmenwechsels auf rechtlicher Ebene
3.3 Neue Leitlinien für die soziale Arbeit
3.3.1 Selbstbestimmung
3.3.2 Partizipation
3.3.3 Passgenauigkeit der Leistungen
3.3.4 Personenzentrierung
4. DAS PERSÖNLICHE BUDGET
4.1 Anliegen und Ziele des Persönlichen Budgets
4.2 Rechtliche Grundlagen des Persönlichen Budgets
4.2.1 Einordnung in das Sozialgesetzbuch
4.2.2 Budgetfähige Leistungen
4.3 Die neue Rollenverteilung der beteiligten Akteure
4.3.1 Die Auflösung des klassischen Leistungsdreiecks
4.3.2 Die Leistungsträger
4.3.3 Die Leistungsnehmer
4.3.4 Die Leistungsanbieter
5. ZWEI ANSÄTZE ZUR UMSETZUNG DER ANLIEGEN DES PERSÖNLICHEN BUDGETS
5.1 Empowerment
5.1.1 Zum Empowermentansatz und seiner Entwicklung
5.1.2 Ausgangspunkt: Der Defizit-Blickwinkel in der Sozialen Arbeit
5.1.3 Ein Gegenrezept: Die Stärkenperspektive
5.1.4 Leitgedanken für die Soziale Arbeit
5.1.5 Empowerment und das Persönliche Budget
5.2 Konsumentensouveränität
5.2.1 Zum Ursprung des Dienstleistungsbegriffs in der Sozialen Arbeit
5.2.2 Merkmale sozialer Dienstleistungen
5.2.3 Das Konzept der Konsumentensouveränität in der Behindertenhilfe
6. DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
6.1 Das Anliegen
6.2 Die Methode
6.3 Die Interviewpartner und die Interviewsituation
6.4 Die Auswertung
7. HERAUSFORDERUNGEN BEI DER UMSETZUNG PERSÖNLICHER BUDGETS FÜR LEISTUNGSANBIETER
7.1 Einleitung
7.2 Ansprüche an das professionelle Selbstverständnis
7.2.1 Die Selbstbestimmung behinderter Menschen
7.2.2 Der Normalisierungsanspruch behinderter Menschen
7.2.3 Die Stärkenperspektive
7.2.4 Der Empowermentansatz
7.2.5 Die Beziehungsstruktur
7.3 Anforderungen auf Einrichtungsebene
7.3.1 Personalmanagement
7.3.2 Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft?
7.3.3 Informationsauftrag
7.3.3.1 Interner Informationsauftrag
7.3.3.2 Externer Informationsauftrag
7.3.4 Netzwerkarbeit
7.3.4.1 Netzwerkarbeit im Team
7.3.4.2 Netzwerkarbeit mit anderen Leistungsanbietern
7.3.4.3 Netzwerkarbeit für Budgetnehmer
7.4 Die Rolle eines Dienstleisters am sozialen Markt
7.4.1 Die Angebotsstruktur
7.4.1.1 Der Leistungskatalog
7.4.1.2 Die Preisgestaltung
7.4.2 Konkurrenz am Sozialmarkt
7.4.3 Die neuen Kunden und ihre Ansprüche
7.4.4 Das Dreifache Mandat?
8. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Anforderungen die Einführung des Persönlichen Budgets an Anbieter sozialer Dienstleistungen in der Behindertenhilfe stellt und wie diese Anforderungen die Praxis sowie das Selbstverständnis der Dienstleister verändern.
Die neue Rollenverteilung der beteiligten Akteure
Mit der Leistungsform Persönliches Budget wird das Beziehungsgefüge des klassischen Leistungsdreiecks aufgelöst. Im Zentrum der Beziehungen steht nun der Budgetnehmer. Er macht den Leistungsträger gegenüber einen bestehenden Anspruch auf Unterstützungsleistungen geltend und erhält nach dem Abschluss einer Zielvereinbarung monatlich eine festgelegte Geldsumme zur freien Verfügung. Ausgestattet mit diesen Geldmitteln schließt der Budgetnehmer auf der anderen Seite einen Vertrag mit einem Leistungsanbieter seiner Wahl ab.
Entgegen dem klassischen Leistungsdreieck wird bei der Gewährung eines Persönlichen Budgets die vertragliche Beziehung zwischen dem Leistungsträger und dem Leistungsanbieter aufgelöst. Diese beiden Akteure treten nicht mehr in Verhandlungen, alle inhaltlichen Fragen laufen über den Budgetnehmer.
Diese neue Konstellation bringt für alle beteiligten Akteure Veränderungen ihrer Rolle mit sich. Diese sollen in den folgenden Abschnitten dargestellt werden.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der geldbasierten Leistungsformen für behinderte Menschen im europäischen Ausland und der Einführung des Persönlichen Budgets in Deutschland.
2. DAS KLASSISCHE LEISTUNGSDREIECK: Darstellung des traditionellen Systems, bei dem Leistungsträger, Leistungsnehmer und Leistungsanbieter in festen Vertragsverhältnissen zueinanderstehen.
3. DER PARADIGMENWECHSEL IN DER BEHINDERTENHILFE: Analyse der sozialen und rechtlichen Ursprünge des Wandels weg vom Defizit-Modell hin zu Selbstbestimmung und Teilhabe.
4. DAS PERSÖNLICHE BUDGET: Detaillierte Betrachtung der Ziele, rechtlichen Rahmenbedingungen und der grundlegenden Veränderung der Rollenverteilung zwischen den Akteuren.
5. ZWEI ANSÄTZE ZUR UMSETZUNG DER ANLIEGEN DES PERSÖNLICHEN BUDGETS: Erläuterung des Empowerment-Konzepts und der Konsumentensouveränität als theoretische Grundlage für die neue Ausrichtung.
6. DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Vorstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit, basierend auf Experteninterviews mit Leistungsanbietern und Budgetnehmern.
7. HERAUSFORDERUNGEN BEI DER UMSETZUNG PERSÖNLICHER BUDGETS FÜR LEISTUNGSANBIETER: Analyse der Anforderungen an das Selbstverständnis, die Einrichtungsebene und die Rolle als Dienstleister auf Basis der Interviewergebnisse.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Resümee über die Herausforderungen für Leistungsanbieter und die Notwendigkeit einer professionellen Neuausrichtung.
Persönliches Budget, Behindertenhilfe, Empowerment, Konsumentensouveränität, Leistungsdreieck, Soziale Arbeit, Selbstbestimmung, Teilhabe, Leistungsanbieter, Leistungsnehmer, Leistungsträger, Zielvereinbarung, Sozialgesetzbuch, Dienstleistung, Fachkräfte
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung des Persönlichen Budgets in der Behindertenhilfe auf die Rolle und das professionelle Selbstverständnis der Anbieter sozialer Dienstleistungen.
Zentral sind der Wandel vom klassischen Leistungsdreieck hin zu einer personenzentrierten Hilfe, die Konzepte Empowerment und Konsumentensouveränität sowie die praktische Umsetzung für Dienstleister.
Das Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen zu identifizieren, die Leistungsanbieter bewältigen müssen, um dem Anspruch auf mehr Selbstbestimmung der behinderten Menschen gerecht zu werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung sowie einer empirischen Untersuchung durch narrative Experteninterviews mit Leistungsanbietern und betroffenen Budgetnehmern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der rechtlichen und theoretischen Grundlagen sowie eine empirische Auswertung, in der konkrete Herausforderungen wie Personalführung, Informationsauftrag und Netzwerkarbeit erörtert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Persönliches Budget, Behindertenhilfe, Empowerment, Selbstbestimmung, Leistungsdreieck und Konsumentensouveränität.
Das Persönliche Budget wandelt das Verhältnis von einer einseitigen Fürsorge- bzw. Sachleistungsbeziehung hin zu einer partnerschaftlichen Dienstleistungsbeziehung, in der der behinderte Mensch als Kunde agiert und Mitspracherechte bei der Leistungsgestaltung erhält.
Dienstleister müssen den Spagat meistern zwischen der Erfüllung öffentlicher Aufträge, der betriebswirtschaftlichen Sicherung der Einrichtung und der parteilichen Interessenvertretung für die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden.
Sie bildet das theoretische Gegenmodell zur Defizit-orientierten Betrachtung und verpflichtet Professionelle dazu, die individuellen Ressourcen und Kompetenzen der Klienten aktiv in den Hilfeprozess einzubinden.
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