Bachelorarbeit, 2010
71 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1. Ausgangslage und Gründe für die Entwicklung der Zweigliedrigkeit
2. Entwicklungen der Zweigliedrigkeit seit den 1970er Jahren
2.1. Entwicklungen in den 1970er Jahren
2.2. Entwicklungen ab 1980 bis vor der Wiedervereinigung 1989/90
2.3. Entwicklungen seit 1989/90 bis Ende der 1990er Jahre
2.4. Aktuelle Entwicklungen seit dem Jahr 2000
3. Ausgewählte Entwicklungen in einzelnen Bundesländern
3.1. Entwicklung der Zweigliedrigkeit in Hamburg
3.2. Entwicklung der Zweigliedrigkeit in Rheinland-Pfalz
3.3. Entwicklung der Zweigliedrigkeit in Sachsen
4. Varianten der Zweigliedrigkeit
4.1. Modelle mit und ohne gymnasiale Oberstufe
4.2. Kooperative Schulsysteme
4.3. Integrierte Schulsysteme
4.4. Gemeinschaftschule und Allgemeine Sekundarschule
4.5. Variante der Zweigliedrigkeit nach Regenbrecht
4.6. Variante der Zweigliedrigkeit nach Hurrelmann
5. Entwicklung der Varianten in Deutschland
5.1. Varianten Stand 1999
5.2. Varianten Stand 2008
5.3. Aktuelle Varianten Stand 2010
5.4. Vergleich der Varianten
6. Prognosen der Entwicklung der Zweigliedrigkeit
7. Zusammenfassung
Diese Arbeit legt den Weg zur Zweigliedrigkeit im deutschen Schulsystem mit einem Fokus auf die Entwicklungen und Varianten seit den 1970er Jahren dar. Sie untersucht die Gründe für diesen Strukturwandel und analysiert, wie unterschiedliche Bundesländer mit der sinkenden Schülerzahl und dem Wunsch nach neuen Schulformen umgegangen sind.
1. Ausgangslage und Gründe für die Entwicklung der Zweigliedrigkeit
Im Folgenden sollen die Gründe für die Entwicklungen der Zweigliedrigkeit im deutschen Schulsystem seit den 1970er Jahren dargestellt werden. Ausgangslage ist die immer geringer werdende Zahl der Schüler. Die neueren Entwicklungen im deutschen Schulwesen sind, nach Saldern (2009: 73), auf den demografischen Faktor zurückzuführen.
Bei der Betrachtung der Schülerzahlen fällt auf, dass seit 1965 die Geburtenzahlen kontinuierlichen absinken (vgl. Rösner 2004: 23). Während im Jahr 1965 die Millionengrenze erreicht wird, sind es fünf Jahre später im Jahr 1970 nur noch 800 Tausend, wieder fünf Jahre später, 1975, 600 Tausend und 1978 576 Tausend, sodass daraus eine Halbierung innerhalb von 13 Jahren festgestellt werden kann (vgl. Rösner 2004: 23).
Auch in den Folgejahren wird die Schüleranzahl abnehmen, so prognostiziert die Kultusministerkonferenz für 2018 einen Rückgang um 26%, beziehungsweise einen Verlust von einer Million Schüler, wobei die Abnahme in Westdeutschland größer sein wird als in Ostdeutschland und auch regional, lokal und innerstädtisch stark variieren kann (vgl. Rösner 2004: 27).
Die Hauptschule abzuschaffen, um damit zum Beispiel dem demografischen Wandel entgegen zu kommen, wäre keine Lösung, da dadurch die Hauptschüler nicht abgeschafft werden (vgl. Klemm 2008: 12). Deswegen sollte eine Lösung gefunden werden, damit die Hauptschüler auch weiterhin ihrem Bildungsgang entsprechend gefördert werden können. Eine mögliche Lösung bestände in der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule. Damit könnten die Folgen der demografischen Entwicklung aufgefangen und die verschiedenen Bildungsgänge realisiert werden.
1. Ausgangslage und Gründe für die Entwicklung der Zweigliedrigkeit: Dieses Kapitel erläutert den demografischen Wandel und den sinkenden Hauptschüleranteil als zentrale Motive für die Strukturreformen.
2. Entwicklungen der Zweigliedrigkeit seit den 1970er Jahren: Hier wird die chronologische Entwicklung der Reformdiskussionen von den 1970er Jahren bis 2010 detailliert nachgezeichnet.
3. Ausgewählte Entwicklungen in einzelnen Bundesländern: Anhand der Beispiele Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen werden spezifische regionale Lösungsansätze und Schultypen veranschaulicht.
4. Varianten der Zweigliedrigkeit: Dieses Kapitel stellt verschiedene Konzepte und Modelle vor, wie z.B. kooperative oder integrierte Gesamtschulen und die Rolle der gymnasialen Oberstufe.
5. Entwicklung der Varianten in Deutschland: Hier werden die organisatorischen Veränderungen der Schulsysteme in den Bundesländern für die Zeitpunkte 1999, 2008 und 2010 tabellarisch und vergleichend analysiert.
6. Prognosen der Entwicklung der Zweigliedrigkeit: Basierend auf aktuellen Trends wird eine Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung des deutschen Schulsystems getroffen.
7. Zusammenfassung: Dieses Kapitel bündelt die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert den Trend zur gymnasialen Oberstufen-Integration.
Zweigliedrigkeit, deutsches Schulsystem, demografischer Wandel, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Sekundarstufe I, Bildungspolitik, Schulstrukturreform, Mittelschule, Gemeinschaftsschule, Schulentwicklungsforschung, Bildungsabschlüsse, Schulwahlverhalten, Kooperation.
Die Arbeit untersucht den Wandel des gegliederten deutschen Schulsystems hin zu zweigliedrigen Strukturen seit den 1970er Jahren.
Im Zentrum stehen der Einfluss des demografischen Wandels, die Reformbemühungen zur Hauptschule und die Einführung neuer, flexiblerer Schulmodelle in den Bundesländern.
Ziel ist es, die Entwicklungslinien und die vielfältigen Varianten des zweigliedrigen Schulsystems aufzuzeigen und zu verstehen, warum sich dieses Modell zunehmend durchsetzt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die bildungspolitische Dokumente, Statistiken und wissenschaftliche Studien (z.B. vom IFS, Rösner, Hurrelmann) chronologisch auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Entwicklung, Fallbeispiele aus einzelnen Bundesländern, die Erläuterung verschiedener Schulvarianten und einen Vergleich der Systeme über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Wichtige Begriffe sind Zweigliedrigkeit, demografischer Wandel, Hauptschule, Schulstrukturreform, Gesamtschule und Bildungsgänge.
Eltern tendieren verstärkt zu höherwertigen Abschlüssen für ihre Kinder, wodurch die Hauptschule als "Restschule" wahrgenommen wird und ihre Attraktivität verliert.
Die Autoren betonen, dass neue Schulformen wie integrierte Systeme nur dann erfolgreich gegen das Gymnasium bestehen können, wenn sie eine eigene gymnasiale Oberstufe mit entsprechenden Standards anbieten.
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