Examensarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Die Autorin
2.2 Axolotl Roadkill
2.3 Der Roman im Feuilleton
2.4 Die Vorwürfe
2.5 Der Roman Strobo des Bloggers Airen
2.6 Plagiatsdebatte im Feuilleton und Literaturbetrieb
2.6.1 Verlauf der Plagiatsdebatte
2.6.2 Die Leipziger Erklärung
2.6.3 Das Ende der Plagiatsdebatte
2.7 Übersicht über Plagiate in der deutschen Literatur
2.7.1 Begriffsbestimmungen
2.7.2 Die Geschichte des Plagiats
2.7.3 Plagiatsfälle in der deutschen Literatur
2.8 Intertextualität und Literatur
2.7.1 Theorie der Intertextualität
2.7.2 Intertextualität in der Literatur - Die Hochzeit der Montagetechnik
2.7.3 Das „Copy&Paste“-Verfahren in Bezug auf Axolotl Roadkill
3. Hauptteil
3.1 Textanalyse von Axolotl Roadkill
3.1.1 Aufbau
3.1.2 Sprache
3.1.3 Personen
3.1.4 Motive
3.2 Funktion der Zitate im Roman
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Stellungnahme
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die narrative Funktion der nicht gekennzeichneten Zitate im Roman „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann im Kontext der öffentlichen Plagiatsdebatte. Ziel ist es zu klären, ob die übernommenen Textstellen lediglich als Plagiat zu bewerten sind oder ob sie eine gezielte erzählerische Funktion erfüllen, die im Rahmen der künstlerischen Freiheit interpretiert werden kann.
2.5 Der Roman Strobo des Bloggers Airen
Der Roman Strobo erschien im September 2009 im SuKuLTur Verlag. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Texten, die bereits in Airens Weblog veröffentlicht wurden. Der Autor gibt an, dass er alles, was in dem Roman geschildert wird, selbst erlebt habe. „Wenn in meinem Buch steht, dann musste ich kotzen, dann habe ich auch gekotzt.“ Und an anderer Stelle: „Das ist kein Roman, das ist mein Leben gewesen. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Helene Hegemann hat das nicht erlebt. Ich habe das so erlebt.“ Dieses Konzept hat allerdings eine Einschränkung: „Am Anfang bildete das Schreiben noch die Erfahrungen der Nacht ab, doch rasch begann er Dinge zu tun, nur um darüber schreiben zu können.“ Im Gegensatz zu Axolotl Roadkill werden in Strobo also wahre Ereignisse wiedergegeben. Da Airen einige Zeit Teil der Berliner Techno- und Drogenszene war, vermag er die Gewohnheiten dieser wiederzugeben. Daher kann das Buch auch als eine Art qualitative Milieustudie gelesen werden.
Airen möchte seinen bürgerlichen Namen nicht bekannt geben und bleibt anonym, auch wenn er befürchtete, dass sein Name wegen der Plagiatsdebatte bekannt wird. Er wurde 1981 in Oberbayern geworden und absolvierte seinen Bachelor in Business Administration in Frankfurt an der Oder. Nach dem Studium absolvierte er ein Praktikum in einer Berliner Unternehmensberatung. In diesem Zeitraum ereigneten sich auch die im Roman beschriebenen Geschehnisse. Der im Roman beschriebene Club ‚Berghain‘ ist ein ehemaliges Heizkraftwerk in Ostberlin. Er wurde vom ‚Technomagazin DJ Mag‘ auf Platz eins der weltweit besten Clubs gewählt. Nach seinem Praktikum in Berlin ging Airen für zwei Jahre nach Mexiko. Er hat mittlerweile geheiratet und sich von seinem früheren Leben distanziert. Sein Roman erschien im Jahr 2009 in einer Auflage von wenigen hundert Einheiten, das Feuilleton hatte seinen Roman vor der Plagiatsdebatte nicht wahrgenommen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehung und mediale Rezeption des Romans „Axolotl Roadkill“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur erzählerischen Funktion der nicht ausgewiesenen Zitate.
2. Grundlagen: In diesem Kapitel werden die biografischen Hintergründe der Autorin, eine Inhaltsangabe sowie der Verlauf der Feuilleton-Debatte um den Roman und das Phänomen des Plagiats theoretisch aufgearbeitet.
3. Hauptteil: Der Hauptteil konzentriert sich auf die fundierte Textanalyse von „Axolotl Roadkill“ und die systematische Untersuchung der Zitatfunktion im Kontext der Erzählstruktur.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Stellungnahme: Dieses Kapitel resümiert die Analyseergebnisse und bewertet die Rolle der Plagiatsdebatte als teilweise emotional gesteuerte Medienkampagne.
Axolotl Roadkill, Helene Hegemann, Plagiatsdebatte, Intertextualität, Montagetechnik, Strobo, Airen, Literaturkritik, Urheberrecht, Erzählweise, Poststrukturalismus, Literaturwissenschaft, Feuilleton, Authentizität, Milieustudie.
Die Arbeit untersucht die Plagiatsvorwürfe gegen Helene Hegemanns Debütroman „Axolotl Roadkill“ und analysiert kritisch, welche Funktion die darin verwendeten, nicht kenntlich gemachten Fremdtexte für die Erzählung haben.
Zentrale Themen sind die literarische Montagetechnik, der Begriff der Intertextualität, die rechtliche und ethische Debatte um das Urheberrecht im Internetzeitalter sowie die Rezeptionsgeschichte durch das Feuilleton.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die übernommenen Textstellen als „Diebstahl“ bzw. reines Plagiat zu werten sind oder ob sie durch ihre Integration in den Roman eine eigenständige künstlerische oder erzählerische Funktion erfüllen.
Die Arbeit nutzt die werkimmanente Methode zur Textanalyse, ergänzt um intertextuelle Analysen und einen Vergleich mit dem Quellenmaterial des Autors „Airen“.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse (Aufbau, Sprache, Personen, Motive) und die anschließende Untersuchung der erzählerischen Funktion der übernommenen Zitate.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Intertextualität, Plagiat, Montagetechnik, Axolotl Roadkill, Helene Hegemann, Urheberrecht und Milieustudie.
Der Autor legt dar, dass die Debatte im Feuilleton stark emotionalisiert war und teils instrumentelle Machtkämpfe im Literaturbetrieb sowie einen Generationenkonflikt widerspiegelte.
Die „Leipziger Erklärung“ dient als Beispiel für die ablehnende Haltung des etablierten Literaturbetriebs gegenüber der modernen, netzbasierten Montagetechnik, die von der Autorin als zu einseitig und wenig differenziert kritisiert wird.
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