Diplomarbeit, 2008
207 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
TEIL I – HOCHBEGABUNG
1. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS
2. DEFINITION UND ABGRENZUNG
2.1 EX-POST-FACTO- DEFINITIONEN
2.2 IQ-DEFINITIONEN
2.3 PROZENTSATZDEFINITIONEN
2.4 TALENTDEFINITIONEN
2.5 KREATIVITÄTSDEFINITIONEN
2.6 ZUSAMMENFASSUNG
3. FORMEN DER HOCHBEGABUNG
3.1 SPRACHLICHE BEGABUNG
3.2 MUSIKALISCHE BEGABUNG
3.3 MATHEMATISCHE BEGABUNG
3.4 RÄUMLICH-VISUELLE BEGABUNG
3.5 KÜNSTLERISCHE BEGABUNG
3.6 KINÄSTHETISCHE BEGABUNG
3.7 SOZIALE BEGABUNG
3.8 ZUSAMMENFASSUNG
4. MODELLE DER HOCHBEGABUNG
4.1 ZWEIFAKTORENMODELL
4.1.1 Spearmans „Zwei-Faktoren-Theorie“
4.2 MEHRFAKTORENMODELLE
4.2.1 Renzullis „Drei-Ringe-Modell“
4.2.2 Mönks „Triadisches Interdependenz- Modell“
4.2.3 Gagnés „Differenziertes Begabungs- Talent- Modell“
4.2.4 Heller und Hanys „Münchner Hochbegabungsmodell“
4.2.5 Sternbergs „Implizites pentagonales Modell“
4.3 ZUSAMMENFASSUNG
5. IDENTIFIZIERUNG HOCHBEGABTER
5.1 VERFAHREN ZUR IDENTIFIKATION
5.1.1 Formelle Verfahren
5.1.1.1 Intelligenztests
5.1.1.2 Zensuren
5.1.1.3 Schulleistungsprüfungen
5.1.1.4 Arbeitsproben
5.1.2 Informelle Verfahren
5.1.2.1 Lehrervorschlag
5.1.2.2 Elternvorschlag
5.1.2.3 Selbstnominierung und Selbstauskunft
5.1.2.4 Peervorschlag
5.1.2.5 Checklisten und Ratingskalen
5.1.2.6 Tabellarischer Vergleich möglicher Identifizierungsverfahren
5.1.3 Identifizierung hochbegabter Underachiever
5.2 HINWEISE UND MERKMALE AUF HOCHBEGABUNG
5.3 ZUSAMMENFASSUNG
TEIL II – VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
6. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS
7. DEFINITION UND ABGRENZUNG
7.1 IM HINBLICK AUF HOCHBEGABUNG
7.2 ZUSAMMENFASSUNG
8. VERBREITUNG VON VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN/PRÄVALENZ
8.1 ZUSAMMENFASSUNG
9. VERURSACHUNG UND ENTSTEHUNG VON VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
9.1 BIOLOGISCHE FAKTOREN
9.1.1 Genetische Faktoren
9.1.2 Konstitutionelle Faktoren
9.1.3 Somatische Faktoren
9.2 PSYCHO-SOZIALE FAKTOREN
9.2.1 Individuelle Faktoren
9.2.2 Familiäre Faktoren
9.2.3 Außerfamiliäre Erziehungsfaktoren
9.2.3.1 Der Kindergarten
9.2.3.2 Die Schule
9.3 SOZIOKULTURELLE FAKTOREN
9.3.1 Sozialschichtzugehörigkeit
9.3.2 Ökologie
9.3.3 Migration
9.4 AKTUELLE LEBENSUMSTÄNDE UND SITUATIVE BELASTUNGSFAKTOREN
9.5 ZUSAMMENFASSUNG
10. ERSCHEINUNGSFORMEN, SYMPTOME UND SPEZIELLE STÖRUNGSBILDER IN BEZUG AUF IHRE RELEVANZ FÜR HOCHBEGABUNG
10.1 PROBLEME DES SOZIALVERHALTENS
10.1.1 Auffälligkeiten des Sozialverhaltens
10.1.2 Auffälligkeiten des Sozialverhaltens mit oppositionellem aufsässigen Verhalten
10.1.3 Aggressives Verhalten
10.2 PSYCHIATRISCH RELEVANTE STÖRUNGSBILDER
10.2.1 Angst
10.2.2 Depressivität
10.2.3 Suizidalität
10.3 LERNAUFFÄLLIGKEITEN
10.4 PSYCHOPHYSISCHE/PSYCHOSOMATISCHE AUFFÄLLIGKEITEN
10.5 ZUSAMMENFASSUNG
11. DIAGNOSTIK BEI VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
11.1 DER SONDERPÄDAGOGISCHER ANSATZ
11.1.1 Diagnostische Fragestellungen
11.1.2 Diagnostische Verfahren
11.2 ZUSAMMENFASSUNG
TEIL III – ZUM VERHÄLTNIS VON HOCHBEGABUNG UND VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
12. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS
13. AUSGANGSLAGE UND FORSCHUNGSSTAND: HARMONIETHESE VS. DISHARMONIETHESE
13.1 DIE DISHARMONIETHESE
13.2 DIE HARMONIETHESE
13.3 ZUSAMMENFASSUNG
14. HOCHBEGABUNG IM KONTEXT DER PERSÖNLICHKEIT UND EIGENSCHAFTEN MIT IHREN PROBLEMLAGEN/-KONSTELLATIONEN UND FOLGEN
14.1 ÜBERBLICK ÜBER DIE SOZIALE UND EMOTIONALE ENTWICKLUNG HOCHBEGABTER
14.1.1 Dyssynchronien
14.2 SELBSTKONZEPT UND SELBSTWERT
14.2.1 Störungen im Bereich des Selbstkonzepts
14.2.2 Selbstkonzept hochbegabter Underachiever
14.3 KOGNITIVE, SENSORISCHE UND EMOTIONALE VORGÄNGE
14.3.1 Geistige Überaktivität
14.3.2 Sozialverhalten und geistige Überaktivität
14.3.3 Emotionale Hypersensibilität
14.3.4 Sensorische Überempfindlichkeit
14.4 DENKEN UND WERTVORSTELLUNGEN
14.4.1 Autonomie, eigener Wille und Nonkonformismus
14.4.2 Moralisches Denken
14.5 ZUSAMMENFASSUNG
15. HOCHBEGABUNG IM KONTEXT FAMILIE, SCHULE UND FREIZEIT MIT IHREN PROBLEMLAGEN/-KONSTELLATIONEN UND FOLGEN
15.1 FAMILIE
15.1.1 Sonderstellung
15.1.2 Anregende Umwelt
15.1.3 Elterliche Erziehungshaltung
15.1.4 Zu viel elterlicher Druck
15.2 SCHULE
15.2.1 Schulische Leistungsproblematik
15.2.1.1 Overachievement oder Scheinhochbegabung
15.2.1.2 Underachievement
15.2.2 Lern- und Arbeitsverhalten
15.2.3 Hohe Anforderungen/Perfektionismus
15.2.4 Selbsteinschätzung/Selbstkonzept
15.3 FREIZEIT
15.3.1 Einsamkeit
15.3.2 Introversion
15.3.3 Vertrauen in eigene soziale Fähigkeiten
15.3.4 Etikettierung
15.4 ZUSAMMENFASSUNG
16. RESÜMEE
Diese Diplomarbeit untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen Hochbegabung und der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Das Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, ob und inwiefern Hochbegabung als Risikofaktor für psychische Belastungen und Verhaltensauffälligkeiten fungieren kann, wenn das familiäre und schulische Umfeld nicht adäquat auf die besonderen Bedürfnisse hochbegabter Kinder reagiert.
15.2.1 Schulische Leistungsproblematik
Im schulischen Bereich sehen sich Hochbegabte aufgrund ihrer schnelleren geistigen Entwicklung häufig mit der Situation konfrontiert, dass sie sich entweder in Klassen befinden, in welchen sie aufgrund ihres Intellekts unterfordert sind, da das Klassenniveau ihrem Leistungsniveau an kognitiven Fähigkeiten nicht entspricht oder sie in einer ihren Fähigkeiten angepassten Stufe Unterricht erhalten, sie aber daraufhin den älteren Kinder in ihrem sozialen und emotionalen Entwicklungsstand hinterher hängen (Fels 1999, S.80).
Ein weiteres Problem kann sich aus der Tatsache ergeben, dass die intellektuellen Fähigkeiten von Hochbegabten und ihre merkmalstypischen Eigenschaften (auf schulischer Ebene z.B. ihr typisches Lern- und Arbeitsverhalten) konfrontativ gegen die Anforderungen der Schule steuern. Allgemeinschulischer Unterricht ist meist auf eine bestimmte Art aufgebaut, welche nur wenig Platz für die Förderung und das Ausleben von Hochbegabtenfähigkeiten zulässt und dadurch eine intellektuelle Unterforderung begünstigen. Fels spricht im Zusammenhang mit alltagstypischem Schulunterricht von einer Reihe von Merkmalen, die denen hochbegabter Schüler und Schülerinnen „diametral gegenüberstehen“ (ebd., S.81) und listet als Grobüberblick Merkmale und Fähigkeiten Hochbegabter sowie Merkmale üblichen Schulunterrichts auf, um zu veranschaulichen, an welchen Stellen es zu Problemen kommen kann. So werden mögliche Konfliktherde verständlich, die z.B. durch die Neigung Hochbegabter, idealistisch und kritisch zu sein, offene Lösungsansätze zu bevorzugen und Kreativität zu zeigen und durch den von der Schule verlangten Gehorsam, den vorgegebenen Lösungswegen und der erwarteten Konformität verdeutlicht werden (vgl. Fels 1999, S.81).
Das Dilemma Hochbegabter auf schulischer Ebene liegt meist darin, dass sich der Unterricht an der durchschnittlichen Klassenleistung orientiert, Hochbegabte mit den ihnen gestellten Aufgaben und schulischen Inhalten in der Regel sehr viel schneller fertig sind und sie daraufhin auf ihre Klassenkameraden warten müssen. Nach Eichholz (1987) gibt es vier verschiedene Typen von Hochbegabten, die jeweils unterschiedlich mit schulischer Unterforderung umgehen und/oder auf diese unterschiedlich reagieren: der Geistesabwesende, der Aufsässige, die Angepasste und der Ignorant.
1. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS: Kapitel 1 bietet eine Einführung in die facettenreiche Thematik der Hochbegabung und erläutert den Aufbau des ersten Teils der Arbeit.
2. DEFINITION UND ABGRENZUNG: Dieses Kapitel thematisiert die mangelnde Präzision und Schärfe des Begabungsbegriffs und führt verschiedene Definitionsklassen wie IQ- oder Talentdefinitionen ein.
3. FORMEN DER HOCHBEGABUNG: Hier werden verschiedene Begabungsfelder aufgezeigt, wobei der Schwerpunkt auf der intellektuellen Hochbegabung liegt, da diese im Zentrum der aktuellen Forschung steht.
4. MODELLE DER HOCHBEGABUNG: Das Kapitel stellt verschiedene Modelle zur Erklärung der Begabungsentfaltung vor, darunter das Drei-Ringe-Modell von Renzulli und das triadische Interdependenz-Modell von Mönks.
5. IDENTIFIZIERUNG HOCHBEGABTER: Kapitel 5 befasst sich mit den verschiedenen formellen und informellen Verfahren zur Identifizierung hochbegabter Schüler und diskutiert deren Validität und Schwierigkeiten.
6. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS: Der Einstieg in den zweiten Teil der Arbeit definiert Verhaltensauffälligkeiten und betont die Notwendigkeit einer terminologischen Festlegung im pädagogischen Kontext.
7. DEFINITION UND ABGRENZUNG: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Verhaltensauffälligkeiten und deren Abgrenzung zu Verhaltensstörungen.
8. VERBREITUNG VON VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN/PRÄVALENZ: Es wird die statistische Verbreitung von Verhaltensauffälligkeiten diskutiert, wobei die Varianz der Erhebungsergebnisse und die methodischen Probleme kritisch hinterfragt werden.
9. VERURSACHUNG UND ENTSTEHUNG VON VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN: Das Kapitel untersucht das multifaktorielle Bedingungsgefüge, das zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann, unter Einbeziehung biologischer, psycho-sozialer und soziokultureller Faktoren.
10. ERSCHEINUNGSFORMEN, SYMPTOME UND SPEZIELLE STÖRUNGSBILDER IN BEZUG AUF IHRE RELEVANZ FÜR HOCHBEGABUNG: Hier werden Symptome wie Angst, Depression und Suizidalität analysiert und ihre spezifische Relevanz für hochbegabte Individuen beleuchtet.
11. DIAGNOSTIK BEI VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN: Dieses Kapitel beschreibt den sonderpädagogischen Ansatz zur Diagnostik und betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Person-Umfeld-Analyse.
12. ZUM EINLEITENDEN VERSTÄNDNIS: Der dritte Teil leitet zum zentralen Thema der Korrelation von Hochbegabung und Verhaltensauffälligkeiten über und betont die Komplexität der Einzelfallbetrachtung.
13. AUSGANGSLAGE UND FORSCHUNGSSTAND: HARMONIETHESE VS. DISHARMONIETHESE: Es wird der wissenschaftliche Diskurs zwischen der "Genie-Irrsinn"-These (Disharmoniethese) und der "Harmoniethese" dargestellt.
14. HOCHBEGABUNG IM KONTEXT DER PERSÖNLICHKEIT UND EIGENSCHAFTEN MIT IHREN PROBLEMLAGEN/-KONSTELLATIONEN UND FOLGEN: Kapitel 14 befasst sich mit der sozialen und emotionalen Entwicklung Hochbegabter, einschließlich Phänomenen wie Dyssynchronien und Störungen im Bereich des Selbstkonzepts.
15. HOCHBEGABUNG IM KONTEXT FAMILIE, SCHULE UND FREIZEIT MIT IHREN PROBLEMLAGEN/-KONSTELLATIONEN UND FOLGEN: Dieser Abschnitt analysiert das Umfeld hochbegabter Kinder und die daraus resultierenden spezifischen Probleme in verschiedenen Lebensbereichen.
16. RESÜMEE: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont den dringenden Forschungsbedarf zur Unterstützung beeinträchtigter Entwicklungsverläufe.
Hochbegabung, Verhaltensauffälligkeiten, Underachievement, Identifizierung, Diagnostik, Selbstkonzept, Dyssynchronie, soziale Entwicklung, emotionale Sensibilität, Schule, Familie, Prävalenz, Persönlichkeitsentwicklung, Förderung, Leistungsproblematik.
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Hochbegabung und der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen und analysiert, inwieweit das soziale Umfeld dabei eine entscheidende Rolle spielt.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Hochbegabung, die Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten, diagnostische Identifizierungsverfahren sowie die Einflüsse von Familie, Schule und Freizeit auf die Entwicklung von Hochbegabten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Hochbegabung als ein möglicher Risikofaktor für Verhaltensauffälligkeiten betrachtet werden kann, wenn die Umwelt (Familie und Schule) nicht adäquat auf die Besonderheiten des hochbegabten Kindes eingeht.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Analyse aktueller Studien sowie der Darstellung verschiedener Modelle und Diagnostik-Ansätze basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die separate Betrachtung von Hochbegabung und Verhaltensauffälligkeiten und deren anschließende Zusammenführung im dritten Teil, um Kausalzusammenhänge und Entwicklungsproblematiken zu analysieren.
Die wichtigsten Schlagworte sind Hochbegabung, Verhaltensauffälligkeiten, Underachievement, Selbstkonzept, Dyssynchronie, Diagnostik und soziale Entwicklung.
Underachievement bezeichnet ein Phänomen, bei dem hochbegabte Kinder trotz überdurchschnittlicher kognitiver Fähigkeiten in der Realität minderwertige Schulleistungen erbringen, oft bedingt durch Unterforderung oder ein negatives Selbstkonzept.
Die Dyssynchronie beschreibt die ungleiche Entwicklung einzelner Persönlichkeitsbereiche (z.B. kognitive Reife vs. emotionale Entwicklung) bei Hochbegabten, die zu internen Spannungen und Problemen im sozialen Umfeld führen kann.
Das soziale Umfeld, insbesondere Familie und Schule, kann durch inadäquate Erziehungsstile, Überforderung oder fehlende Unterstützung maßgeblich dazu beitragen, dass Hochbegabte negative Strategien entwickeln oder ihr Potential nicht entfalten.
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