Bachelorarbeit, 2011
76 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Benoît Mandelbrot: Kritik, Modell und Fraktale
1.2 Danksagung
2 Das Leben von Benoît Mandelbrot
2.1 Kindheit, Jugend und Ausbildung zum Mathematiker
2.2 Die Zeit bei IBM
2.3 Nach dem Ausscheiden bei IBM
2.4 Akademische Auszeichnungen und bedeutendste Publikationen
3 Die Entwicklung der modernen Finanzmarkttheorie
3.1 Louis Bachelier und der Random Walk
3.2 Die Portfoliotheorie von Harry Markowitz
3.3 Weiterentwicklung der Thesen von Bachelier
3.4 Optionsbewertung nach Black-Scholes
3.5 Klassische GARCH(p, q)-Modelle
4 Problematische Annahmen der modernen Finanzmarkttheorie
4.1 Modelltheorie
4.2 Effizienzmarkthypothese (EMH)
4.3 Stylized Empirical Facts
5 Die Entstehung eines multifraktalen Marktmodells
5.1 Diskontinuität und Fat Tails
5.2 Langzeitgedächtnis von Kursreihen
5.3 Multifraktale Handelszeit
6 Multifraktale Modelle
6.1 Multifractal Model of Asset Returns (MMAR)
6.2 Parameterschätzung im MMAR
6.3 Markov Switching Multifractal Model (MSM)
6.4 Fraktale Markthypothese (FMH)
6.5 Vergleich mit integrierten GARCH-Prozessen
7 Zusammenfassung
Anhang
A Fraktale Geometrie
A.1 Begriffsdefinitionen
A.2 Selbstähnlichkeit
A.3 Fraktale Strukturen am Beispiel der Julia- und Mandelbrotmenge
A.4 Stochastische Fraktale
A.5 Multifraktale Strukturen
A.6 Selbstähnliche Prozesse
B Levy-stabile Verteilungen
C Hurst-Parameter
C.1 R/S-Analyse nach Mandelbrot und Wallis
C.2 Die statistische Signifikanz der R/S-Analyse
Diese Arbeit zielt darauf ab, die konventionellen Finanzmarktmodelle kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Benoît Mandelbrots fraktale Geometrie als Grundlage für realistischere, alternative Marktmodelle dienen kann, um komplexe Marktphänomene besser abzubilden.
4.2 Effizienzmarkthypothese (EMH)
Die Modelle der modernen Finanzmarkttheorie setzen fast ausschließlich die Hypothese der effizienten Märkte (EMH) nach Eugene Fama voraus (vgl. Schwarzer, 2003, S. 12). Diese besagt, dass rationale Anleger auf einem effizienten Markt agieren. Systematische Über- bzw. Unterbewertungen, also Blasenbildung, ist damit ebenso ausgeschlossen wie die Erzielung von Überrenditen durch die Nutzung eines Informationsvorsprungs. Eugene Fama unterscheidet dabei drei Arten der Informationseffizienz (vgl. Fama, 1970):
• Die schwache Form besagt, dass aus historischen Kursverläufen nicht auf zukünftige geschlossen werden kann. Zukünftige Wertpapierkurse sind somit nicht prognostizierbar.
• Nach der mittelstarken Informationseffizienz sind alle öffentlich verfügbaren Informationen in den aktuellen Kursen eingepreist.
• Die starke Form der Informationseffizienz postuliert sogar, dass selbst nicht öffentlich zugängliche Informationen in den gegenwärtigen Kursen eingepreist sind. Somit wären selbst die gesetzlich untersagten Insidergeschäfte nicht gewinnbringend.
Diese Ansätze sind in der wissenschaftlichen Literatur nicht unumstritten. Während die strenge Informationseffizienz überwiegend abgelehnt wird, finden sich zur Gültigkeit der schwachen und mittelstrengen Informationseffizienz in der Literatur kontroverse Diskussionen (vgl. Steiner und Bruns, 2002, S. 44 ff.). Im Folgenden wird auf die Prämissen Rationalität und homogene Erwartungen näher eingegangen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Komplexität der globalen Finanzmärkte dar, identifiziert die Schwächen klassischer Modelle und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, alternative Ansätze auf Basis der fraktalen Geometrie zu präsentieren.
2 Das Leben von Benoît Mandelbrot: Dieses Kapitel zeichnet biographisch den Lebensweg und die akademische Laufbahn von Benoît Mandelbrot nach, von seiner Ausbildung bis hin zu seiner wegweisenden Forschung bei IBM.
3 Die Entwicklung der modernen Finanzmarkttheorie: Hier werden zentrale Meilensteine wie der Random Walk von Bachelier, die Portfoliotheorie von Markowitz und das Black-Scholes-Modell chronologisch und theoretisch beleuchtet.
4 Problematische Annahmen der modernen Finanzmarkttheorie: Dieses Kapitel kritisiert die Modellannahmen der klassischen Finanztheorie anhand empirischer Evidenz (Stylized Facts) und stellt die Effizienzmarkthypothese zur Diskussion.
5 Die Entstehung eines multifraktalen Marktmodells: Der Autor erläutert hier die Herleitung multifraktaler Ansätze durch Mandelbrot, inklusive der Analyse von Fat Tails, Langzeitgedächtnis und fraktaler Handelszeit.
6 Multifraktale Modelle: Dieses Kapitel stellt konkrete multifraktale Modelle wie das MMAR und das MSM vor, diskutiert deren Vorzüge gegenüber GARCH-Modellen und zeigt Anwendungen auf.
7 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Kritik an klassischen Modellen und unterstreicht das Potenzial von Mandelbrots Erbe für die zukünftige Modellierung komplexer Finanzmärkte.
Benoît Mandelbrot, Finanzmarktanalyse, Fraktale, multifraktale Modelle, Effizienzmarkthypothese, Fat Tails, Volatilität, Langzeitgedächtnis, Random Walk, MMAR, MSM, Hurst-Exponent, Zeitreihenanalyse, Portfoliotheorie, statistische Physik.
Die Arbeit untersucht die Schwächen klassischer Finanzmarktmodelle und stellt alternative, auf der fraktalen Geometrie basierende Modellansätze vor, die von Benoît Mandelbrot entwickelt wurden.
Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Finanzzeitreihen, die Kritik an Normalverteilungsannahmen, die Analyse von Volatilitätsclustern und das Verständnis für selbstähnliche Strukturen in Märkten.
Das Ziel ist es, die Unzulänglichkeiten konventioneller Finanztheorien aufzuzeigen und zu demonstrieren, wie multifraktale Marktmodelle eine realistischere Abbildung der Marktdynamik ermöglichen.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Auswertung empirischer Daten (insbesondere DAX30-Kursreihen) und stochastische Modellierungen, um die Validität klassischer gegenüber fraktaler Modelle zu testen.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Finanztheorie, widerlegt kritische Modellannahmen durch statistische Tests und leitet daraus die Notwendigkeit für multifraktale Modelle ab.
Wichtige Begriffe sind fraktale Geometrie, multifraktale Modelle (MMAR/MSM), Langzeitabhängigkeit, Fat-Tail-Verhalten und der Hurst-Exponent.
Das MMAR kombiniert die fraktale Brownsche Bewegung mit einer multifraktalen Handelszeit, wodurch es in der Lage ist, Fat Tails und zeitabhängige Volatilität gleichzeitig abzubilden, im Gegensatz zu einfachen Random-Walk-Modellen.
Während die Effizienzmarkthypothese (EMH) von homogenen Anlegern und effizienter Informationsverarbeitung ausgeht, postuliert die FMH heterogene Anlagehorizonte und ein fraktales Marktverhalten, wodurch Extremszenarien besser erklärbar werden.
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