Diplomarbeit, 2010
132 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsannäherung Alter
2.1 Der Altersbegriff
2.2 Der Alternsbegriff
2.3 Ausgewählte Dimensionen des Alter(n)s
2.3.1 Biologisches Alter(n)
2.3.2 Psychologisches Alter(n)
2.3.3 Soziologisches Alter(n)
2.3.3.1 Altersbilder
2.3.3.2 Strukturwandel des Alters
2.3.3.3 Theorien des Alters
2.3.3.4 Zusammenfassende Betrachtung der soziologischen Dimension des Alter(n)s hinsichtlich der Auswirkungen für älter werdende Menschen mit geistiger Behinderung
2.4 Demografische Situation
2.5 Zur Bedeutung sozialer Netzwerke im Alter
2.6 Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung in der Altersphase
2.7 Ausführungen zu gesetzlichen und sozialrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich des Ruhestandes und der Altersphase
3. Begriffsannäherung geistige Behinderung
3.1 Rechtlicher Behinderungsbegriff
3.2 Behinderungsbegriff der Weltgesundheits-Organisation (WHO)
3.3 Soziologischer Behinderungsbegriff
3.4 Zusammenfassende Würdigung der dargelegten Behinderungsbegriffe
4. Vorüberlegungen
4.1 Die Begriffe Arbeit und Tätigkeit
4.2 Bedeutung von Arbeit
4.3 Funktion von Arbeit
4.4 Arbeitsort Werkstatt für behinderte Menschen
4.5 Menschen mit geistiger Behinderung im Übergang in den Ruhestand
5. Empirische Untersuchung zur Vorbereitung des Ruhestandes für Menschen mit geistiger Behinderung
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Auswertung der Befragung
5.3 Interpretation der ausgewerteten Daten und Folgerungen für die Praxis
6. Konzeptionelle Grundlegungen zur Vorbereitung des Ruhestandes für älter werdende Menschen mit geistiger Behinderung in der WfbM
6.1 Vorüberlegungen
6.2 Empfehlungen für Maßnahmen zur Vorbereitung des Ruhestandes
6.2.1 Reduzierung und Flexibilisierung der Arbeitszeit
6.2.2 Veränderung der Arbeitsinhalte
6.2.3 Verlagerung der Tagesstruktur
6.2.4 Alternative Angebote außerhalb des Produktionsbereiches
6.2.5 Schaffung spezieller Arbeitsgruppen
6.2.6 Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Diensten
6.2.7 Weiterbeschäftigung im Rentenalter
6.3 Vorbereitungsbedarf hinsichtlich der Begleitung älter werdender Menschen mit geistiger Behinderung in den Ruhestand
7. Gesamtzusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit hat zum Ziel, konzeptionelle Grundlegungen für Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu entwickeln, um den Übergang und Eintritt von Menschen mit geistiger Behinderung in die Ruhestandsphase gezielt vorzubereiten und zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei Leitlinien und Handlungsempfehlungen, die auf theoretischen Analysen zum Alter(n), zur Behinderung und zur Bedeutung der Arbeit sowie auf den Erkenntnissen einer empirischen Befragung basieren.
2.3.1 Biologisches Alter(n)
„Biologisches Altern meint die gesundheitliche Situation, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einer Person. Altern stellt aus biologischer Sicht ein multifaktorielles Geschehen dar“ (Haveman & Stöppler 2004, S. 25). Das biologische Altern bezieht sich demnach auf die körperliche Ebene des Menschen. Beleuchtet werden insbesondere das Vorhandensein und Auftreten von alterstypischen Erkrankungen. Häufig zu beobachten ist dabei eine zunehmende Multimorbidität, dass heißt das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten. Schon im allgemeinen Verständnis wird Alter/Altern mit in erster Linie körperlichen Abbauerscheinungen assoziiert. Dabei handelt es sich nicht nur ausschließlich um Erkrankungen die erstmalig im Alter auftreten, sondern gemeint sind damit auch jene schon bestehenden Krankheiten, die der Mensch im Laufe seines Lebens „erworben“ hat und welche im Alter neben den typisch altersbedingt auftretenden Erkrankungen den Gesundheitszustand des Menschen zusätzlich beeinflussen.
Neben den körperlichen Veränderungen die mit dem Alterungsprozess einhergehen ist auch von einer Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit des Menschen auszugehen. Denn die Abnahme der Fähigkeit zur Zellregeneration betrifft auch die kognitiven und neuronalen Funktionen des Körpers. Entscheidend dafür wie rasch und intensiv diese geistigen Abbauprozesse voranschreiten ist sicherlich, in welcher Form und welchem Ausmaß sich der Mensch auch noch im Alter mit neuen Denkinhalten und Aufgaben auseinandersetzt.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Thematik für die Behindertenhilfe, da die Nachkriegsgeneration der Menschen mit geistiger Behinderung zunehmend das Rentenalter erreicht und somit neue Konzepte für den Übergang gefordert sind.
2. Begriffsannäherung Alter: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem Verständnis des Alters als Lebensphase und dem Altern als Prozess unter Einbeziehung biologischer, psychologischer und soziologischer Dimensionen sowie demografischer Einflüsse.
3. Begriffsannäherung geistige Behinderung: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Begriffsdefinitionen, von rechtlichen Ansätzen bis zur Sichtweise der WHO, um die Individualität der Behinderung und deren stigmatisierende Wirkung zu reflektieren.
4. Vorüberlegungen: In diesem Abschnitt wird die besondere Bedeutung der Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung analysiert, um eine Basis für die spätere konzeptionelle Ausgestaltung des Überganges in den Ruhestand zu schaffen.
5. Empirische Untersuchung zur Vorbereitung des Ruhestandes für Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel stellt das methodische Vorgehen und die Auswertung der Befragung dar, die als Grundlage für die Entwicklung praktischer Empfehlungen dient.
6. Konzeptionelle Grundlegungen zur Vorbereitung des Ruhestandes für älter werdende Menschen mit geistiger Behinderung in der WfbM: Abschließend werden konkrete Leitlinien und Handlungsempfehlungen für Werkstätten erarbeitet, um den Ruhestandseintritt individuell und bedürfnisgerecht zu gestalten.
7. Gesamtzusammenfassung: Die Arbeit fasst ihre wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, den Übergang in den Ruhestand für Menschen mit geistiger Behinderung aktiv als Teilhabeprozess zu gestalten.
Altersvorbereitung, Menschen mit geistiger Behinderung, Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Ruhestand, Altern, Arbeitsleben, Teilhabe, soziale Netzwerke, Lebensqualität, demografischer Wandel, Tagesstrukturierung, empirische Befragung, berufliche Rehabilitation, Renteneintritt.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vorbereitung und Gestaltung des Übergangs von Menschen mit geistiger Behinderung vom Arbeitsleben in den Ruhestand innerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).
Die Arbeit verknüpft gerontologische Erkenntnisse über das Altern mit den spezifischen Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung, wobei die Bedeutung von Arbeit und sozialer Einbindung zentral beleuchtet wird.
Das primäre Ziel besteht darin, konzeptionelle Leitlinien und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, um den Eintritt in die Ruhestandsphase für Beschäftigte in WfbM individuell und sinnvoll zu gestalten.
Der theoretische Teil basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse, während der praktische Teil durch eine qualitative schriftliche Befragung in einer Werkstatt des Lebenshilfewerks Annaberg durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Aspekten Alter, Behinderung und Arbeit sowie eine darauf aufbauende empirische Auswertung und Entwicklung von Empfehlungen für die Praxis.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Altersvorbereitung, berufliche Rehabilitation, soziale Teilhabe, Tagesstrukturierung und individuelle Biografiearbeit charakterisieren.
Obwohl die körperlichen Alterungsprozesse ähnlich verlaufen, sind Menschen mit geistiger Behinderung oft stärkeren Stigmatisierungen ausgesetzt und haben meist ein begrenzteres soziales Netzwerk, das Verluste aus dem Arbeitsleben schwerer abfedern kann.
Die Arbeit in der WfbM bietet nicht nur eine materielle Grundlage, sondern ist ein zentraler Bezugspunkt für soziale Kontakte, Tagesstruktur und Identitätsstiftung, weshalb der Verlust dieses Platzes eine erhebliche Belastung darstellt.
Die Autorin empfiehlt flexible Arbeitszeitmodelle, die Verlagerung der Tagesstruktur in den Wohnbereich, die Schaffung spezieller Seniorengruppen sowie eine engere Vernetzung mit anderen sozialen Diensten.
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